Lot 228
Hermann Glöckner (Cotta bei Dresden 1889 – 1987 Berlin) „Schwarzer Keil über weißem vor dunklem Graublau mit Konstruktionslinien“. Um 1936 Tempera und Kohle auf Karton. 49,6 × 35,1 cm ( 19 ½ × 13 ⅞ in.). Rückseitig mit Bleistift bezeichnet: schwarzer Keil ü. weiß Keil er T.V.# 18. Dittrich (Tafeln) 129.– [3411] Provenienz: Privatsammlung, Sachsen (bis 2010) Ausstellung: Hermann Glöckner. Dächer – Giebel – Dreiecke. Formwandlungen von 1927 bis 1977. Berlin (Ost), Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, 1977, Kat.-Nr. 24 Literatur und Abbildung: Auktion 175: Villa Grisebach Auktionen, Berlin, 4. Juni 2010, Kat.-Nr. 55 Hermann Glöckner berichtet in seinen Lebenserinnerungen, dass er sich um 1930 entschloss, die konstruktiven Grundlagen seiner Malerei zu untersuchen, um elementare Zusammenhänge zu erkennen. Folge dieses Forschens und Suchens war das „Tafelwerk“, eine konstruktiv-abstrakte Gruppe von Objekten, mit denen er den mathematischen und geometrischen Ursprüngen seiner Arbeiten nachging. Die Bezeichnung „Tafel“ weist auf die tiefe Bedeutung der Werke für den Künstler hin. Auf Tafeln werden Gebote und Ordnungen fixiert, sie verweisen auf Gesetze und Bleibendes. Finden sich in seinem gegenständlichen Schaffen oft Wegweiser oder Schilder, faszinierte Glöckner dabei der Gegensatz zwischen der fließenden Natur und der geometrischen Form des Schildermotivs. In einem nächsten Schritt wurde diese Form nicht mehr abgebildet, sondern war selbst Objekt. Den Auftakt des Tafelwerks bilden zwei monochrome Objekte, eins schwarz, das andere weiß. Hier schon wird ein elementarer Ansatz sichtbar, die Einfachheit, mit der Glöckner versuchte, über universale Dinge und Ordnungsprinzipien nachzudenken. Ausgangspunkt des Künstlers ist die Flächenteilung. Bei unserem Werk bleibt sie sichtbar – man erkennt die mit Kohle gezogenen Teilungen der beiden Bildachsen und die Diagonale. In ihrer mathematischen Orientierung vermittelt sie Gesetzmäßigkeit. Die beiden ineinander verschränkten Keile gehören ebenfalls zu den Grundelementen von Glöckners Kompositionen. In ihrer Dreiecksform und der kontrastierenden Farbigkeit verweisen auch sie auf allgemeingültige Gesetze, denen alles andere untergeordnet ist. Uwe Tellkamp, Dresden Hermann Glöckner (Cotta near Dresden 1889 – 1987 Berlin) „Schwarzer Keil über weißem vor dunklem Graublau mit Konstruktionslinien“. Circa 1936 Tempera and charcoal on cardboard. 49,6 × 35,1 cm ( 19 ½ × 13 ⅞ in.). Inscribed in pencil on the reverse: schwarzer Keil ü. weiß keil er T.V.# 18. Dittrich (plates) 129.– [3411] Provenienz: Private Collection, Saxony (until 2010) Ausstellung: Hermann Glöckner. Dächer – Giebel – Dreiecke. Formwandlungen von 1927 bis 1977. Berlin (East), Nationalgalerie, Staatliche Museen zu Berlin, 1977, cat. no. 24 Literatur und Abbildung: Auction 175: Villa Grisebach Auktionen, Berlin, 4 June 2010, cat. no. 55
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26/10/2018
Proposé par Grisebach
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