Lot 18
Hermann Max Pechstein (Zwickau 1881 – 1955 Berlin) „NIDDEN“. 1909 Aquarell und Tuschpinsel auf dickem Aquarellpapier. 48,2 x 43,3 cm ( 19 x 17 in.). Unten rechts mit Bleistift betitelt, monogrammiert und datiert: Nidden HMP 09. Kleiner Randeinriß mit Papierverlust, Farben leicht geblichen. [3504] Provenienz: Privatsammlung, Deutschland (in den frühen 1920er Jahren von der Galerie Buck, Mannheim, erworben, seitdem in Familienbesitz) Das idyllisch an der Ostsee auf der Kurischen Nehrung gelegene ostpreußische Dorf Nidden war seit Mitte des 19. Jahrhunderts Ziel von Landschaftsmalern und Schriftstellern. Auch Thomas Mann zog es für einige Jahre dorthin. Er baute für sich ein Sommerhaus auf dem sogenannten Schwiegermutterberg. Von dort aus hatte er einen freien Blick über das Haff, während er am zweiten und dritten Teil des Josephsromans schrieb. Dennoch wäre Nidden heute nur noch einigen Literaturkennern ein Begriff, hätten nicht die Maler der „Brücke“ dem Ort ein bleibendes Denkmal gesetzt. Dieses Aquarell Max Pechsteins schuf der Künstler bei seinem ersten Aufenthalt im Jahr 1909. Persönlich war es für den damals 27jährigen Pechstein eine Zeit der künstlerischen Erfolge und privaten Veränderungen. Ein Jahr zuvor war er von Dresden nach Berlin gezogen und in die Berliner Secession aufgenommen worden. Im Winter hatte er außerdem seine spätere Frau Lotte Kaprolat kennengelernt, die bis zu ihrer Trennung 1920 sein beliebtestes, auf zahlreichen Gemälden verewigtes Modell werden sollte. Die Aufbruchsstimmung von 1909 ist an „Nidden“ deutlich zu spüren. Zwar waren farbige Häuser im Dorf nicht ungewöhnlich, aber so glühend rot, wie Pechstein sie malte, waren sie sicher selbst an den heißesten Tagen im Sommer nicht. Den signalhaften Farbton hat der Künstler mit kräftigen Blau- und Grüntönen für Schatten und Bäume – vermutlich Kiefern, wie sie auch vor Thomas Manns Haus standen – kontrastiert. Im Vordergrund bilden der sandige Boden und der hellblaue Himmel für dieses energetische Zentrum die kompositorische Klammer. Unter den Brücke-Malern war Pechstein der einzige mit einer akademischen Ausbildung. Dennoch ist sein künstlerischer Ausdruck, wie dieses furiose Blatt beweist, in keinster Weise gehemmt worden. (UC) Hermann Max Pechstein (Zwickau 1881 – 1955 Berlin) „NIDDEN“. 1909 Watercolour and brush and India ink on thick watercolour paper. 48,2 x 43,3 cm ( 19 x 17 in.). Titled, monogrammed and dated in pencil lower right: Nidden HMP 09. Small tear at the sheet edge with paper loss, colours slightly attenuated. [3504] Provenienz: Private collection, Germany (acquired in the early 1920s from Galerie Buck, Mannheim, thence by descent to the present owner)
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Allemagne
27/11/2014
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0