Lot 59
Hofer, Karl (1878 Karlsruhe - 1955 Berlin) Sokotra 1939. Öl auf Leinwand. 40 x 56cm. Monogrammiert unten rechts: CH. Rahmen. Zu diesem Motiv hat Hofer zwei weitere Fassungen angefertigt, die eine 1922 und die andere 1943. Literatur: Franz Roh, Geschichte der deutschen Kunst von 1900 bis zur Gegenwart, München 1958, S. 164 (Abb.),(datiert 1924) Karl Bernhard Wohlert, Karl Hofer, Werkverzeichnis der Gemälde, Bd. 2, VAN HAM Art Publications, Köln 2007, Wvz.-Nr. 1433 (Abb.), (mit dem Vermerk: Verbleib unbekannt) Sokotra gehört geographisch zum Jemen. Frühe Siedler nannten die Insel Eipheba Sakhotora, was übersetzt Insel des Glücks bedeutet. Von Glück oder Inselidylle ist in dem Gemälde Hofers nichts zu spüren. Im Gegenteil: Die beiden Figuren klammern sich eng aneinander und blicken besorgt zum Horizont, der sich dunkel verfärbt hat. Die Landschaft ist karg und trostlos, Vögel sind aufgeschreckt und flattern wild herum. Die beiden nackten Gestalten in der Bildmitte bleiben in ihrer Ausgestaltung diffus, in ihrer Geschlechtlichkeit undefiniert. Es sind emblematische Figuren, stellvertretend für alle, die im schicksalhaften Jahr 1939 ungewiss der Zukunft entgegenblicken. Karl Hofer selbst hat seine visionären Fähigkeiten in zahlreichen Arbeiten bewiesen; selten gelingt ihm dies so eindrucksvoll und erschütternd wie in dem vorliegenden Werk. Hofer benötigt zur Entfaltung seiner visionären Kraft kein Großformat. Die Eindringlichkeit und Besonderheit der historischen Situation veranschaulicht er auch im relativ kleinen Format mit höchster Dramatik und Intensität. Das Gemälde selbst erfuhr ebenfalls ein zunächst ungewisses Schicksal, galt es doch lange Zeit als verschollen und ist nun zurück im Licht der Öffentlichkeit
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
04/06/2010
Proposé par Van Ham
49 221 9258620