Lot 43
Horst Antes (Heppenheim 1936 – lebt in Karlsruhe und Castellina/Chianti) „Fig. Franz von Assisi“. 1966/67 Acryl auf Leinwand. 90 × 80,5 cm ( 35 ⅜ × 31 ¾ in.). Rückseitig mit Pinsel in Schwarz betitelt, bezeichnet, datiert und signiert: Fig. Franz von Assisi Aquatec 1966/67 Antes. Volkens 1967–5.– [3587] Provenienz: Gimpel Fils Gallery, London / Privatsammlung, Johannesburg / Galerie Heseler, München (1993) / Privatsammlung, Nordrhein-Westfalen Ausstellung: Horst Antes. Zürich, Gimpel & Hanover Gallery, und London, Gimpel Fils Gallery, 1967/68, Kat.-Nr. 15, Tf. S. 11 Zu Italien pflegt Horst Antes bis heute eine enge Verbindung. Ein Stipendium der Villa Romana in Florenz brachte ihn erstmals an diesen Ort großer künstlerischer Inspiration. Ein Jahr darauf folgte ein Stipendium der Villa Massimo in Rom. Ihn beeindruckten die Farben und das Licht der Toskana ebenso wie Meister der Renaissancemalerei, deren Werke er bewunderte, allen voran Piero della Francesca. Seine Impressionen und Erfahrungen schlugen sich auch in Antes’ Kunst nieder. In Italien fand er zu mehr Plastizität und Kontur, die Farbigkeit in seinen Bildern wurde bestimmter, und Antes’ charakteristische Kunstfigur, der Kopffüßler, drehte sich ins Profil. Die Kopffüßler entstanden Anfang der 1960er-Jahre. Inspiriert von rituellen Katsinam-Puppen der nordamerikanischen Hopi-Indianer, schuf Antes eine menschenähnliche Gestalt, die sich aus einem überdimensionalen Kopf und Gliedmaßen zusammensetzt. Der Rumpf fehlt meist völlig. Mit seiner Figur brachte Horst Antes das Thema des Menschen zurück ins Bild. Als ein Vertreter der Neuen Figuration setzte er damit der damals als „inhaltsleer“ empfundenen abstrakten Malerei neue Inhalte entgegen. Auch in unserem Gemälde steht ein ebensolcher Kopffüßler im Zentrum. Um ihn herum sind, teilweise lediglich im Anschnitt, die Attribute des heiligen Franz von Assisi angeordnet: der Wolf, den er der Legende nach einst zähmte, der Vogel als Symbol für seine Vogelpredigt und die Hand mit den Wundmalen, welche er wenige Jahre vor seinem Tod empfing. Franz von Assisi, Begründer des Franziskaner-Ordens, lebte in freiwilliger Armut und verstand sich als Büßer. Horst Antes muss von ihm und seinen Legenden tief beeindruckt gewesen sein. Hier malte er ihn flächiger, in Grün-, Ocker- und Blautönen bestimmter Farbigkeit. Die Heiligenattribute fügte er in durchdachter Komposition der Figur, die nur durch ebenjene Attribute als Franz von Assisi zu erkennen ist, hinzu. Sie deuten auf den Menschen im Zentrum, den Schutzpatron Italiens. ST Horst Antes (Heppenheim 1936 – lives in Karlsruhe and Castellina, Chianti) „Fig. Franz von Assisi“. 1966/67 Acrylic on canvas. 90 × 80,5 cm ( 35 ⅜ × 31 ¾ in.). Titled, inscribed, dated and signed with brush in black on the reverse: Fig. Franz von Assisi Aquatec 1966/67 Antes. Volkens 1967–5.– [3587] Provenienz: Gimpel Fils Gallery, London / Private Collection, Johannesburg / Galerie Heseler, Munich (1993) / Private Collection, North Rhine-Westphalia Ausstellung: Horst Antes. Zurich, Gimpel & Hanover Gallery, and London, Gimpel Fils Gallery, 1967/68, cat. no. 15, pl. p. 11
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Selected Works
10719 Berlin - Allemagne
30/05/2019
Proposé par Grisebach
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