Lot 753
Imi Knoebel (Dessau 1940 – lebt in Düsseldorf)
PURE FREUDE 2. 2001
Acryl auf Aluminium. 159,5 x 114,7 x 4,7 cm ( 62 ¾ x 45 ⅛ x 1 ⅞ in.). Rückseitig bezeichnet: 2.
[3318]
Provenienz: Privatsammlung, Rheinland (vom Künstler erworben)
Imi Knoebel hatte 1964 gemeinsam mit Imi Giese während seines Studiums in Darmstadt ein Photo von Joseph Beuys in einer Zeitung gesehen, der mit blutender Nase ein Kreuz in die Höhe hielt. Das sollte ihr neuer Lehrer werden! Beide wechselten an die Kunstakademie in Düsseldorf und probierten von 1966 bis 1969 in „Raum 19“ der Akademie, in welcher Form Malerei für sie möglich ist. Seitdem fühlt Imi Knoebel sich wohl in seinem Düsseldorfer Atelier in der Heerstraße. Hier lernt er seine Frau Carmen kennen, die 1974 den legendären „Ratinger Hof“ übernommen hat, eine der bekanntesten Künstlerkneipen, die zudem ein Zentrum der Punkszene Ende der 1970er Jahre im Rheinland und darüber hinaus war. 1974 betrieb Carmen Knoebel das Plattenlabel „Pure Freude“, ein Name, der später in Imi Knoebels, zwischen 2000 und 2003 entstandener, gleichnamiger Serie wieder auftaucht.
Ausgangspunkt von Knoebels Schaffen ist seine Auseinandersetzung mit dem Suprematismus und im besonderen mit Kasimir Malewitsch’ Schwarzem Quadrat. Mit der Einschätzung, dass in der Kunst ohnehin schon alles getan sei, begann Knoebel zunächst, mit Hartfaserplatten in einer überschaubaren Größe von etwa 60 cm zu experimentieren. Er hängte die Platten als eigenständige Bilder an die Wand, um das Verhältnis der Bilder zum umgebenden Raum zu hinterfragen. In den Folgejahren untersuchte Imi Knoebel, welche räumlichen Formen Träger von Farben werden können. Erste Arbeiten in den Grundfarben entstehen 1978/79. Immer grenzen Linien die farbigen Flächen zum Raum ab. Die Farben vermischen sich nicht, jede monochrome Tafel zeigt eine eigene Farbe.
Auch die Serie „Pure Freude“ lebt von der Autonomie der Farben. Eine kleinere farbig gefasste Platte ist jeweils in eine größere weiß gefasste Fläche eingesetzt. Die abgrenzenden Linien sind durch eine minimale Schattenfuge streng gezogen. Das Format der kleineren Farbtafeln greift die Abmessungen der frühen Hartfaserplatten wieder auf. Bereits seit Mitte der 1990er Jahre experimentiert Knoebel mit Aluminiumplatten als Bildträger, welche die Farben in besonderer Weise hervorheben, ja zum Leuchten bringen. Aus dieser Zeit stammt ein Zitat des Künstlers, das seine Farbfelduntersuchungen im Raum treffend umschreibt: „Ich trage die Farbe auf, setze sie ein und versuche auf diese Weise eine Farbe zu gewinnen. Ich bringe die Farbe in die verschiedensten Zusammenhänge. Das hält es offen. Es gibt keine Farbe, mit der ich nicht arbeite. Somit gibt es dahinter kein System. Auf diesem Weg liegen dann die wunderschönsten Bilder, die ich nie gemeint habe.“ (Zitiert nach: Ausst.-Kat. Imi Knoebel. Berlin, Galerie Fahnemann, 1994)
Das Kunstmuseum Wolfsburg zeigt vom 25. Oktober 2014 bis 15. Februar 2015 die bislang größte, von Imi Knoebel selbst gestaltete, Retrospektive seines Schaffens (Imi Knoebel: Werke 1966-2014). (AGT)
Imi Knoebel (Dessau 1940 – lives in Düsseldorf)
PURE FREUDE 2. 2001
Acrylic on aluminium. 159,5 x 114,7 x 4,7 cm ( 62 ¾ x 45 ⅛ x 1 ⅞ in.). Inscribed on the reverse: 2.
[3318]
Provenienz: Private collection, Rhineland (acquired from the artist)
Crédits photos : Contacter la maison de vente
Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
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