Lot 3079
Jacob Duck (1600 – Utrecht – 1667) VANITAS – ALLEGORIE DER VERGÄNGLICHKEIT. Um 1660/65 Öl auf Holz. 38,7 x 31,5 cm ( 15 ¼ x 12 ⅜ in.). Signiert unten links: JDuck (ligiert) / Auf dem Rahmen in blauem Buntstift: DLRNA / in weißer Farbe: 209 / in Bleistift: 9434 / ein Stempel: DOUANE CENTRALE / ein Stempel: Flugh. Bln.-Tempelhof. [3001] Provenienz: 1932 Galerie Hanns Schäffer, Berlin / 1932 Galerie Internationale, Den Haag / 1932 Kunsthändler Richard H. Ward, London / 1932 Kunsthändler D.A. Hoogendijk & Co., Amsterdam / 1932 Sammlung Kurt Rohde, Berlin / Sammlung Elisabeth Rohde, Berlin Quelle Sammlung Rohde-Hinze: Brief Galerie Internationale, Den Haag an Kurt Rohde, 19. Januar 1932 Literatur und Abbildung: The Burlington Magazine, Nr. 56 (Juni 1930), mit Abb. / Galerie Dr. (Hanns) Schäffer (Hrsg.): Hundert Seltene Holländer, Ausst.-Kat., Berlin 1932, Nr. 33 / D. A. Hoogendijk: Zeldzame Meesters uit de 17e eeuw, Amsterdam 1932, Nr. 25 / Katalog der Münchner Kunstmesse 1975, S. 382 / Nanette Salomon: Jacob Duck and the Gentrification of Dutch Genre Painting, Doornspijk 1998, S. 143, Nr. 9, Abb. 91 Eine elegant gekleidete, mit Perlen überreich geschmückte junge Frau sitzt vor einem Tisch, auf dem in scheinbarer Unordnung Dinge vor Augen geführt sind, die auf die Vergänglichkeit alles Irdischen verweisen. Diesem Gedanken sind auch die Instrumente rechts unterstellt, Viola da gamba, Geige und Laute, denn unter den Kunstgattungen ist die Musik die flüchtigste. Die Briefe und Münzen links auf dem Boden lassen vermuten, dass die „Dame“ über Einnahmen aus Kontakten zweifelhafter Art verfügt. Die Vanitasthematik war mit der des Bordells in der holländischen Genremalerei jener Tage eng verbunden. Und so gleicht die betagte Dienerin im Hintergrund der traditionellen Figur der Kupplerin, eine Rolle, die hier ins Gegenteil verkehrt ist. Mit der Rechten auf das Stundenglas als Zeichen der verrinnenden Zeit deutend, die Linke in Richtung der Schmuckkassette geführt, wendet sie sich mahnend ihrer Gebieterin zu. Die Gesten sind eindeutig, die Reaktion auch. Die Hände aus Verzweiflung gefaltet, bietet die Hauptakteurin ein sinnfälliges Beispiel eitler Verstrickungen. Aber das Festhalten an Jugend, Schönheit und Reichtum ist vor der Allmacht des Himmels wie das „Haschen nach dem Wind“ (Salomo, 2,11). Kennzeichnend für die späten Interieurbilder des Malers, die unter anderem das Schaffen Gerard ter Borchs voraussetzen, ist die Reduktion des Ensembles auf einige wenige Gestalten. In der Ausrichtung des Bildfeldes herrscht das figurenbetonende Hochformat vor. An die Stelle des lärmenden Treibens der frühen „cortegardjes“ (Wachstubenszenen), Wirtshaus- und Bordellschilderungen ist Zurückhaltung, sogar Stillstand getreten. Nanette Salomon zufolge gehört die Wiedergabe schlafender Personen zu den Spezialitäten Ducks. An drastischen Anspielungen fehlt es dennoch nicht. Andererseits hat der zuständliche Charakter der Erzählweise zu einer Verfeinerung der Ausdrucksmittel geführt. Form und Stofflichkeit der Dinge werden mit der Sorgfalt eines Stillebenmalers in reizvoll gebrochenen Farbwerten aufgenommen. Die Vanitas-Thematik mit ihrem reichen Fundus an Symbolen bot hierfür ein geeignetes Betätigungsfeld. Das Sujet ist vom späten Duck mehrfach behandelt worden. Die Fassung im Indianapolis Museum of Art kommt dabei unserem Gemälde am nächsten. Jan Kelch, Berlin Vergleichsbeispiel: Jacob Duck, Vanitas, Holz, 36,8 x 25,7 cm, Indianapolis, Museum of Art, Inv.-Nr. 60.189 Jacob Duck (1600 – Utrecht – 1667) VANITAS – ALLEGORY OF TRANSIENCE. Circa 1660/65 Oil on panel. 38,7 x 31,5 cm ( 15 ¼ x 12 ⅜ in.). Signed lower left: JDuck (joined) / on the frame in blue coloured pencil: DLRNA / in white paint: 209 / in pencil: 9434 / a stamp: DOUANE CENTRALE / further stamp: Flugh. Berlin-Tempelhof. [3001] Provenienz: 1932 Galerie Hanns Schäffer, Berlin / 1932 Galerie Internationale, The Hague / 1932 art dealer Richard H. Ward, London / 1932 art dealer D.A. Hoogendijk & Co., Amsterdam / 1932 collection Kurt Rohde, Berlin / collection Elisabeth Rohde, Berlin. Source, collection Rohde-Hinze: letter from the Galerie Internationale, The Hague, to Kurt Rohde, 19 January 1932 Literatur und Abbildung: The Burlington Magazine, no. 56 (June 1930), , ill. / Galerie Dr. (Hanns) Schäffer (ed.): Hundert Seltene Holländer, exh. cat., Berlin 1932, no. 33 / D. A. Hoogendijk: Zeldzame Meesters uit de 17e eeuw, Amsterdam 1932, no. 25 / catalogue of the Munich Kunstmesse 1975, p. 382 / Nanette Salomon: Jacob Duck and the Gentrification of Dutch Genre Painting, Doornspijk 1998, p. 143, no. 9, ill. 91 Comparable example: Jacob Duck, Vanitas, wood, 36,8 x 25,7 cm, Indianapolis, Museum of Art, inv. no. 60.189
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Catalogue
03/07/2015
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0