Lot 245
Jan Brueghel d. J.,
1601 Antwerpen - 1678
und
Pieter van Avont,
1600 Mechelen - 1652 Deurne (Flandern)
ALLEGORIE DER GÖTTIN CERES
Öl auf Kupfer.
59 x 91,3 cm.
Die spätsommerliche Waldlandschaft mit zwei Durchblicken rechts und links der zentralen Figurengruppe ist das Werk des Malers Jan Brueghel d. J., die Figuren schuf Pieter van Avont.
Die Weitsicht im linken Teil führt über eine mittelalterliche Burg in bergige Gegend, rechts ist eine Szene des Feldbaus gezeigt, in einer Lichtung eingebettet.
Charakteristisch für die flämische Malerei um 1600 erzeugt Brueghel sowohl Weitsicht, als auch Bildtiefe, indem er unterschiedlich belichtete Baumstaffagen und zwei Horizontlinien setzt, hiervon die eine am Ende der vorliegenden Lichtung mit ihren Figuren, die andere in weiter Ferne zu Beginn des Himmels.
Im Zentrum erscheint die allegorische Darstellung von Ceres, der Göttin der Früchte und Ernten, des Ackerbaus und der Fruchtbarkeit. Sie ist in Begleitung zweier Kinder wiedergegeben, die Blumen und einen Korb herbeitragen, dahinter ein Faun, der an die Früchte des Baumes greift, links am Boden sitzend, ein Mann, der wohl der Symbolik der Erdfrüchte zuzuordnen ist. Der Gruppe vorgelagert zahlreiche, am Boden ausgebreitete Erd- und Feldfrüchte. Die Präsentation des Erdenreichtums seitlich fortgesetzt durch ein Blumenfeld in der rechten - und ein Arrangement von Gemüsefrüchten mit dazwischen sitzenden Meerkatzen in der linken unteren Bildzone. Das Gemälde ist als Versinnbildlichung von Fruchtbarkeit und Kulturform im weitesten Sinn zu verstehen. In den Durchblicken werden die beiden Sphären Stadt und Land thematisiert, Natur und Kultur, wie auch der Gegensatz zwischen tierhaftem Ernähren und kultiviertem Anbau anschaulich werden soll.
Das Gemälde bietet nicht allein eine Fülle an Bildelementen, sondern auch eine Vielfalt an ikonografischen Tiefenbedeutungen bis hin zu allegorischen Sinnbildern in den vorgeführten, einzelnen Pflanzen und Blumen, deren individuelle Sinndeutung in der kunsthistorischen Literatur bereits ausführlich analysiert worden ist, hier jedoch nicht annähernd aufgeschlüsselt werden kann.
Unser Bild ist eine weitere selbstständige Variante der „Allegorie der Erde“, die Breughel in Zusammenarbeit mit van Avont wohl schon einige Jahre zuvor anfertigte.
Literatur:
Vgl. Werksverzeichnis: Klaus Ertz, Jan Breughel d. J./ Band 1/ Nr. 39, Kat. 198.
Gutachten:
Dem Gemälde ist ein Gutachten von Dr. Klaus Ertz vom 5. Mai 2011 beigegeben. (820711)
Jan Breughel the Younger,
1601 Antwerp - 1678 ibid.
and Pieter van Avont,
1600 Mechelen - 1652 Deurne
Oil on copper.
59 x 91.3 cm.
Expertisation:
The painting is accompanied by an expertise of Dr. Klaus Ertz, 5 May 2011.
Crédits photos : Contacter la maison de vente
Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente