Lot 66
Jawlensky, Alexej (1867 Twer/ Moskau - 1941 Wiesbaden)
Rosa Alpenveilchen
1936. Öl auf Papier mit Leinenprägung, auf Karton aufgezogen. 17,3 x 12,8cm. Monogrammiert unten links: Aj. Datiert unten rechts: 36. Rahmen.
Rückseitig von Lisa Kümmel bezeichnet: A. Javlensky III 1936 N. 4 Rosa Alpenveilchen. Weitere Angaben auf dem Rückkarton durch Andreas Jawlensky, dem Sohn des Künstlers: A. Jawlensky, Kleine Blumen Nr. 4/III 1936, Rosa Alpenveilchen, 17,3x12,8cm Öl auf Malpapier, u.l.m-u.r.d
Provenienz:
Nachlass des Künstlers
Galerie Alex Vömel, Düsseldorf 1972
Rheinische Privatsammlung
Literatur:
Clemens Weiler, Alexej Jawlensky - Köpfe, Gesichte, Meditiationen, Hanau 1970, Nr. 1356, als 'D.St.'
Alexej von Jawlensky, Catalogue Raisonné of the Oil Paintings, Vol. III 1934-1937, Hrsg.v. Maria Jawlensky, Lucia Pieroni-Jawlensky u. Angelica Jawlensky, München, 1993, Wvz.-Nr. 1858, Farb.-Abb. S. 234
Während sich Alexej Jawlensky in seiner frühen Schaffensphase auch mit dem Sujet des Stilllebens auseinandersetzt, widmet er sich zwischen 1916 und 1931 in keinem einzigen Bild diesem Thema. Erst in seinen letzten Lebensjahren greift er es wieder auf, wobei er sich auf Blumenarrangements konzentriert. In den überwiegend kleinformatigen Kompositionen knüpft er an Malweise seiner zur gleichen Zeit entstehenden Meditationen an. Jawlensky gibt auch hier das Dargestellte - Blumen in ein oder zwei Vasen vor unbestimmten Hintergrund - in äußerster Vereinfachung wieder. Er verzichtet auf jegliche begrenzenden Konturlinien und lässt Pflanzen und Gegenstände allein durch kurze, meist vertikale Pinselstriche und Farbtupfen erwachsen, so dass Räumlichkeit und Objekte verschmelzen.
Wie die Meditationen dienen Jawlensky die Blumenbilder zur Kontemplation und zugleich als Mittel zur Kommunikation mit der Außenwelt. Nicht nur die politischen Gegebenheiten während des Regimes der Nationalsozialisten, sondern auch seine seit 1929 fortschreitende Lähmung durch Arthritis zwingen ihn zu einem stark eingeschenkten Leben in Wiesbaden. Besonders die Stillleben zeugen davon, dass er in dieser Situation die Zuversicht nicht verliert. Ganz im Gegenteil. Gerade in ihnen offenbart Jawlensky seine Daseinsfreude. Hierfür ist das Rosa Alpenveilchen ein überzeugendes Beispiel: Es zeichnet sich vor allem durch die intensiven, leuchtenden Farben aus, die sich im starken Kontrast begegnen. Nicht nur hierin erhält dieser innige Moment des Schweigens eine eigenwillige Kraft. Auch im leichten und bewegten Pinselduktus, der wie die Atemzüge des Künstlers anmutet, drückt sich seine große Vitalität und Lebenslust aus
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Dessins, aquarelles et pastels
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