Lot 47
Johann Conrad Zeller (1807 – (Zürich-) Hirslanden – 1856) Junge mit Kappe. Um 1820 Tuschpinsel und -feder auf Velin (Wasserzeichen: C & I Honig). 29,5 × 21,8 cm ( 11 ⅝ × 8 ⅝ in.). [3410] Literatur und Abbildung: Auktion 237: Villa Grisebach Auktionen, Berlin, 3. Juni 2015, Kat.-Nr. 128 Das Brustbild „Junge mit Kappe“ ist ein faszinierendes Frühwerk des Zürcher Malers Johann Conrad Zeller. Mit wachem Blick scheint der portraitierte Junge sein Gegenüber zu fixieren – oder ist es sein eigenes Spiegelbild, das Ziel der Betrachtung ist? Über die Identität des Dargestellten ist nichts bekannt. Es könnte sich jedoch um Johann Conrads drei Jahre jüngeren Bruder Heinrich handeln. Mit feiner Tuschfeder und Pinsel sowie durch Licht- und Schatteneffekte hat Zeller hier ein naturnahes und eindrückliches Kinderbildnis geschaffen, unter dem Einfluss der kulturgeschichtlichen Epoche der Romantik. Johann Conrad Zeller zeigte schon früh eine große Begeisterung für die bildende Kunst und wurde deshalb bereits als Kind von seinem Großvater Johann Heinrich Füssli (1745-1832) gefördert. Der Großvater war Mitglied der berühmten Zürcher Künstlerfamilie Füssli, deren prominentester Vertreter der Namensvetter Johann Heinrich Füssli (1741-1825) war, ein bereits zu seiner Zeit international bekannter Maler. Zellers Großvater war ein renommierter Kunstschriftsteller und unter anderem mit dem deutschen Altertumsforscher und Gelehrten Johann Joachim Winckelmann befreundet. Dieses Bildungsklima prägte den jungen Johann Conrad Zeller und ermöglichte ihm Unterricht bei dem aus Augsburg stammenden Zeichenlehrer Georg Christoph Friedrich Oberkogler und Malunterricht beim Zürcher Maler Konrad Gessner. Johann Conrad Zeller entschied sich schon früh für eine Laufbahn als Künstler. Sein Vater war gegen eine solche Karriere und gab dem Wunsch seines Sohnes erst nach längerem Ringen nach. Ab seinem 26. Lebensjahr durfte sich Johann Conrad ganz dem Zeichnen und Malen widmen. Zeller unternahm in der Folge mehrere Reisen nach Italien. Sein großes Interesse galt dabei dem Zeichnen nach dem lebenden Modell. Er schuf zahlreiche Studien von Köpfen und studierte Anatomie. Auf seinen Reisen entstanden wunderbare Veduten von Venedig, Capri und der italienischen Campagna sowie Historien- und Genrebilder. Seine Leidenschaft galt aber zeitlebens der Bildnismalerei. Im Auftrag schuf er eindringliche Portraits des wohlhabenden Bürgertums und des Adels. Zwei wunderbare Bildnisse der Prinzessin Charlotte von Mecklenburg-Strelitz und von Friedrich Herzog von Sachsen-Hildburghausen befinden sich heute in Privatbesitz. Dass das Schaffen Johann Conrad Zellers heute vor allem einem spezialisierten Sammler- und Fachpublikum bekannt ist, ist sicherlich auch auf seinen frühen Tod mit nur 49 Jahren zurückzuführen. Sein künstlerisches Œuvre schlummert in manchen europäischen Sammlungen. In seltenen Glücksfällen wie dem vorliegenden kann eine der wunderbaren, qualitätvollen Arbeiten von Johann Conrad Zeller wiederentdeckt werden. Verena Hartmann, Zürich Wir danken Nico Zachmann, Schweiz, für die Zuschreibung der Zeichnung. Johann Conrad Zeller (1807 – (Zurich-) Hirslanden – 1856) Junge mit Kappe. Circa 1820 Brush and pen and India ink on wove paper (watermark: C & I Honig). 29,5 × 21,8 cm ( 11 ⅝ × 8 ⅝ in.). [3410] Literatur und Abbildung: Auction 237: Villa Grisebach Auktionen, Berlin, 3 June 2015, cat. no. 128 We would like to thank Nico Zachmann, Switzerland, for the attribution of the drawing.
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Dessins, aquarelles et pastels
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25/10/2018
Proposé par Grisebach
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