Lot 920
Josef Albers (1888 Bottrop – 1976 New Haven) „Homage to the Square: Black in Deep Brown + Deep Red“. 1958 Öl auf Masonit. 40,5 × 40,5 cm ( 16 × 16 in.). Unten rechts monogrammiert und datiert: A58. Rückseitig mit Tuschfeder in Schwarz bezeichnet, signiert, datiert und mit technischen Daten zum Herstellungsprozeß versehen: Squares: „Black in Deep Brown + Deep Red“ Albers 1958. Dort auch ein Etikett der Galerie Schlégl, Zürich. Retusche. [3622] Provenienz: Sammlung Branco Weiss, Zürich / Galerie Schlégl, Zürich / Privatsammlung, Schweiz (1988 erworben) Das Black Mountain College in North Carolina ist so etwas wie die Keimzelle der amerikanischen Nachkriegsmoderne. Nahezu alle großen Namen aus der Bildenden Kunst, dem Theater und der Musik sind hier anzutreffen: Motherwell, de Kooning, Kline, Twombly, Rauschenberg, Cage, Cunningham oder Serra. Aber Black Mountain war vor allem auch ein Zufluchtsort für zahlreiche von der Naziherrschaft aus Europa vertriebene Kulturschaffende. Der aus Bottrop stammende Josef Albers und seine Frau Anni gehörten zu den ersten Professoren des Colleges. Ihm schwebte eine Erneuerung der Lehrmethode des Bauhauses vor, das er selbst noch kennengelernt hatte, d.h. interdisziplinäre Studien und Entwicklungen im Austausch der Künste und Wissenschaften. Albers war ausgebildeter Volksschullehrer, bildete sich zum Kunstlehrer fort und studierte schließlich Malerei bei Franz von Stuck. Auf der Suche nach neuen Wegen stieß er 1920 zum Bauhaus und belegte den Vorkurs bei Johannes Itten. Nach Beendigung seiner Studien wurde Albers drei Jahre später Leiter der Glasmalerei am Bauhaus, in der Folgezeit leitete er u.a. den Vorkurs und die Möbelwerkstatt und befaßte sich zudem mit Typographie. Nach Schließung des Institutes 1933 gingen Albers und seine Frau nach Amerika an das Black Mountain College und trat dort das geistige Erbe des Bauhauses an. John Cage beispielsweise entdeckte hier den Zufall für die Kunst, führte die Stille in die Musik ein und war später an der Erfindung des Happening beteiligt. Albers entwickelte, auf seinen europäischen Erfahrungen aufbauend, in Amerika grundsätzliche Überlegungen zur Farbe und deren praktische Umsetzung in der Folge „Homage to the Square“. 1963 erscheinen in Yale seine Erkenntnisse in dem berühmten Buch „Interaction of Color“. Eine der Grundformen des Konstruktivismus, das Quadrat, wird zum Motiv für Gemälde, die jeweils in einem Farbklang –in unserem Bild von Dunkelrot bis Dunkelbraun – die Form mehrfach ineinander setzen. Innerhalb der Skala hat jede Nuance ihren eigenen Wert. Der Betrachter erfährt so, daß Farbe unterschiedlich wirkt, verschieden gesehen wird, je nach Blickwinkel eine andere Bedeutung annehmen kann und so fort. Kein Gegenstand und keine Figur begrenzt die Beschäftigung mit der Farbe allein, hier geht es nur, ohne Pinselführung oder andere technische Aspekte in Betracht zu ziehen, um die Ausdruckskraft der Farbe. Das Bild verweigert sich jeglicher Schilderung und ruft keinerlei Wiedererkennung eines Motivs hervor, denn „um Farbe mit Erfolg anzuwenden, muß man erkunden, daß Farbe fortwährend täuscht“, wie der Künstler einmal gesagt hat (zitiert nach Werner Spies: Das Auge am Tatort, München 1979, S. 173). EO Josef Albers (1888 Bottrop – 1976 New Haven) „Homage to the Square: Black in Deep Brown + Deep Red“. 1958 Oil on masonite. 40,5 × 40,5 cm ( 16 × 16 in.). Monogrammed and dated lower right: A58. Inscribed, signed and dated with pen and black India ink on the reverse, including technical information regarding the production process: Squares: „Black in Deep Brown + Deep Red“ Albers 1958. There, too, a label of Galerie Schlégl, Zurich. Retouching. [3622] Provenienz: Collection Branco Weiss, Zurich / Galerie Schlégl, Zurich / Private collection, Switzerland (acquired in 1988)
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
Art Contemporain
10719 Berlin - Allemagne
27/11/2015
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0