Lot 59
Josef Albers (Bottrop 1888 – 1976 New Haven)
„Study to Homage to the Square. New Façade“. 1957
Öl auf Masonit. 40,1 × 40,1 cm ( 15 ¾ × 15 ¾ in.). Unten rechts monogrammiert und datiert (in die nasse Farbe geritzt): A57. Rückseitig mit Filzstift in Schwarz betitelt, signiert und datiert: Study to Homage to the Square. „New Façade“ Albers ´57. Dort auch mit detaillierten Angaben zu den verwendeten Farben und ihren Herstellern bezeichnet. Rückseitig jeweils ein Etikett der Galerie Denise René Hans Mayer, Krefeld, und der Galerie Denise René, Paris.
[3432]
Provenienz: Privatsammlung, Rheinland
„Ich will mich realisieren, mich ausdrücken denn ich habe Denken und Sehen und nicht ‚Kunst’ gelernt.“ (Josef Albers, zit. nach: Karl Ruhrberg: Vorwort. In: Josef Albers. Ausst.-Kat. Städtische Kunsthalle, Düsseldorf 1970, S. I u. II)
Josef Albers wusste, worauf es ihm ankam – und womit er zu Werke ging, als er 1957 sein Bild „New Façade“ schuf. Unmissverständlich hat er die „paints used“ handschriftlich auf der Rückseite des Bildes benannt, vom Zentrum des Bildes nach außen gezählt. Auch das, wozu Farben über das ihnen eigene Wirkungsfeld hinaus verwendet werden können, ist ausgeschlossen: „all in one primary coat / all directly from the tube / no additional mixing / no additional painting medium.“ Das ist, wie heute gern gesagt wird, „eine klare Ansage“. Die Farben nennt Albers mit dem Namen des jeweiligen Herstellers, die Grundierung mit Kreide ist ebenso entschlüsselt und notiert wie der abschließende Firnis. Die Botschaft ist klar: Erst aus dem Unverfälschten, klar Identifizierbaren erwächst das, worauf sich Betrachter und Wissenschaft konzentrieren sollen. Die Farbe ist im Werk von Josef Albers keine Ausstattung, sie bekleidet keine Form, sie ist sie selbst, steht für sich, ist autonom. Ein Kristall.
In dem Jahr, in dem Josef Albers „Study to Homage to the Square: New Façade“ schuf, fand seine erste Ausstellung nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland statt. Vom 20. Januar bis 17. Februar 1957 – damals waren die Ausstellungsfolgen deutlich kürzer getaktet – wurden 83 Arbeiten gezeigt, die Albers von 1917 bis 1956 geschaffen hatte. Für den Künstler selbst war die Schau im Nachkriegsdeutschland bedeutsam und bewegend: „Es erscheint mir als ein gutes Omen, daß meine erste Ausstellung in Deutschland – nach dem Kriege und nach mehr als 20 Jahren nach meiner Berufung nach USA (im Jahr 1933) – dort erscheint, wo ich meinen ersten entscheidenden Kontakt mit moderner Kunst hatte, nämlich in Hagen, wo ich von 1908 ab so oft als möglich weilte und wo ich Osthaus und Rohlfs kannte und bewunderte.“ (Zit. nach: Faltblatt Josef Albers. Hagen, Karl-Ernst-Osthaus-Museum, 1957, o. S.).
Verwandt, aber nie gleich, unterliegen die Bilder von Josef Albers Strukturen, die das vergleichende und analytische Sehen fördern. Die aus der Tube mit einem Palettenmesser aufgetragenen Farben erscheinen in vier verschiedenen Grundmustern. Die Binnenflächen der ohne jede lineare Begrenzung aufeinandertreffenden Farbfelder basieren jeweils auf gleichen Einheiten. In „New Façade“ liest sich das Verhältnis der Quadrate zueinander in der Horizontalen wie folgt: 2 / 1 / 4 / 1 / 2, und in der Vertikalen, von oben beginnend, 3 / 1 ½ / 4 / ½ / 1. Wohl wissend, dass die Wahrnehmung von Farben eine Täuschung ist und der Betrachter sie nie so sieht, wie sie wirklich sind, nämlich abhängig von den angrenzenden Farben, vom Lichteinfall und dem Standpunkt des Betrachters, dies alles wissend, begreift Josef Albers, wie Wieland Schmied sehr schön im Faltblatt zur Ausstellung in der Kestnergesellschaft 1973 in Hannover formuliert hat, die Farbe „als lebendiges Wesen“. Unser Bild „New Façade“ offenbart mit seinen Blau- und Grüntönen dabei eine ganz besonders intensive Erfahrung. AGT
Josef Albers (Bottrop 1888 – 1976 New Haven)
„Study to Homage to the Square. New Façade“. 1957
Oil on masonite. 40,1 × 40,1 cm ( 15 ¾ × 15 ¾ in.). Monogrammed and dated lower right (incised into the wet paint): A57. Titled, signed and dated on the reverse in black felt-tip pen: Study to Homage to the Square. „New Façade“ Albers ´57. There, too, with detailed information regarding the colours used and their manufacturers. On the reverse labels of Galerie Denise René Hans Mayer, Krefeld, and of Galerie Denise René, Paris.
[3432]
Provenienz: Private collection, Rhineland
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
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