Lot 727
Joseph Beuys (Krefeld 1921 – 1986 Düsseldorf) „Silberbesen und Besen ohne Haare“. 1972 Besen (Holz, Rosshaar) mit Silbermantel, Kupfer, Filz. Silberbesen: 139 × 51 cm (54 ¾ × 20 ⅛ in.); Kupferbesen: 130 × 51 cm (51 ⅛ × 20 ⅛ in.) ( 54 ¾ × 20 ⅛ in. (21 ¼ ¾ × 7 ⅞ ⅛ in.); Kupferbesen: 51 ⅛ × 20 ⅛ in. (20 ⅛ ⅛ × 7 ⅞ ⅛ in.)). Auf dem Silberbesen beschriftet (gepunzt): JOSEPH BEUYS BESEN I 1972 EDITION RENE BLOCK BERLIN. Auf dem Kupferbesen beschriftet (gepunzt): BESEN 2. Werkverzeichnis: Schellmann 62.– Eines von 20 arabisch nummerierten Exemplaren innerhalb einer Gesamtauflage von 24. Berlin, Edition René Block, 1972. [3256] Provenienz: Galerie René Block, Berlin / Privatsammlung, Bayern Insbesondere bei seinen Multiples wusste Joseph Beuys auf die Bedeutung der Intuition und des Erlebens zu setzen, die durch rationale Erklärungsversuche nicht ersetzt werden konnten. Dafür sind diesen Werken nicht nur Mehrdeutigkeit und Widersprüchlichkeit zu eigen, sondern vor allem auch Sinnlichkeit, wie sich an „Silberbesen und Besen ohne Haare“ zeigt. Für dessen Entstehung ging Beuys zunächst auf die Straße: Am 1. Mai 1972 fegte er all das auf, was die Mai-Demonstranten kurz zuvor am Karl-Marx-Platz in West-Berlin hinterlassen hatten. Wenige Tage später wurde dann der gesammelte Großstadtabfall in der Galerie René Block, hier wieder in Gegenwart eines Besens, präsentiert. In mehreren transitorischen Bearbeitungsstufen wird nun aus dem realen Objekt ein Multiple geschaffen, dem sowohl die grundlegende Idee als auch ein „Momente der Bewegung und Veränderung“ innewohnt. Dazu erhält der Besen zunächst ein Silberkleid, was ihm eine ungekannte Kostbarkeit verleiht. Zudem wird ihm ein funktionsloser Partner zur Seite gestellt, der eine gänzlich andere Materialität (hier massives Kupfer) aufweist. Anstelle von Besenhaaren hat dieser zweite Besen einen beweglichen (und isolierenden) „Filzfuß“, der die Verbindung „nach unten“ betont. In diesen Bearbeitungsstufen ist aus einem einfachen Besen ein Beuyssches Multiple entstanden; ein ideelles Instrument aus einem alltäglichen Werkzeug, mit sinnlichen statt gebräuchlichen Eigenschaften, für den geistigen Einsatz und mit vielfältigen Installationsmöglichkeiten. „Silberbesen und Besen ohne Haare“ erweitert damit den einfachen Arbeits-begriff in schöpfe-rischer Dimension und vermag als -physisches Vehikel – in Form einer Edition – die Idee des Künst-lers zu verbreiten. „Die Objekte sind nur verständlich im Zusammenhang mit mei-nen Ideen. Was in meiner politischen Arbeit geschieht, hat dadurch, dass ein solches Produkt vorliegt, bei dem Menschen eine andere Wirkung, als wenn es nur mittels geschriebener Worte ankäme.“ CG Joseph Beuys (Krefeld 1921 – 1986 Düsseldorf) „Silberbesen und Besen ohne Haare“. 1972 Broom (wood, horsehair) with silver-cover, copper, felt. Silberbesen: 139 × 51 cm (54 ¾ × 20 ⅛ in.); Kupferbesen: 130 × 51 cm (51 ⅛ × 20 ⅛ in.) ( 54 ¾ × 20 ⅛ in. (21 ¼ ¾ × 7 ⅞ ⅛ in.); Kupferbesen: 51 ⅛ × 20 ⅛ in. (20 ⅛ ⅛ × 7 ⅞ ⅛ in.)). Inscribed (embossed) on the silver broom: JOSEPH BEUYS BESEN I 1972 EDITION RENE BLOCK BERLIN. Inscribed (embossed) on the copper broom: BESEN 2. Catalogue raisonné: Schellmann 62.– One of 20 Arabic-numbered copies within a total edition of 24. Berlin, Edition René Block, 1972. [3256] Provenienz: Galerie René Block, Berlin / Private collection, Munich
Crédits photos : Contacter la maison de vente
Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Live
Art Contemporain
10719 Berlin - Allemagne
01/12/2017
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0