Lot 24
Karl Schmidt-Rottluff (1884 Rottluff – 1976 Berlin) „Die rote Brücke“. 1921 Aquarell und Tuschpinsel über Bleistift auf Papier. 47,5 × 60,5 cm ( 18 ¾ × 23 ⅞ in.). Unten links signiert und datiert: SRottluff 21. Rückseitig unten links betitelt: ‘Die rote Brücke‘. Auf der Rückpappe ein Etikett der Ausstellung Albstadt 2000 (s.u.). Das Aquarell ist registriert im Archiv der Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung, Berlin.– Leichte Randmängel. [3390] Provenienz: Privatsammlung, Brandenburg Ausstellung: Naturentwürfe. Arbeiten auf Papier von Cézanne bis Beuys. Albstadt, Städtische Galerie, 2000, ganzs. Farbabb. S. 75 „Die rote Brücke“ ist eines der wenigen Beispiele für eine Bilderfindung bei Schmidt-Rottluff, die einen Bezug zur Großstadt herstellt. 1911 war der Maler von Dresden nach Berlin gezogen. Trotzdem spielten Motive der Stadt, anders als beispielsweise bei Kirchner, kaum eine Rolle in seinem Werk. Und auch in diesem Aquarell ist die Stadt eher landschaftlich aufgefaßt. Bei der Brücke könnte es sich um eine der Berliner Spreebrücken handeln, vielleicht die Luther- oder Moltkebrücke am Rande des Tiergartens. Typisch für die Kunst Schmidt-Rottluffs ist, daß alle Motive zwar eindeutig erkennbar, jedoch zeichenhaft verknappt und in ihrer Maßstäblichkeit der Komposition angepaßt sind. Das Bildgefüge ist bewundernswert geschlossen: Am linken Rand steht eine Frau am Ufer und führt den Betrachter ins Bild hinein. Ein stark angeschnittenes Haus leitet zur Brücke mit den darüberlaufenden Menschen über. Bäume schließen die Komposition nach hinten ab. Das titelgebende Bauwerk ermöglicht es dem Maler, gewissermaßen auf gleichsam architektonische Weise eine übermäßig gekrümmte Horizontlinie ins Bild aufzunehmen, wie es auch häufig die Landschaften dieser Zeit zeigen. Das steigert nicht nur die bildimmanente Spannung, sondern monumentalisiert das Motiv zusätzlich. Innerhalb des zeichnerischen Gerüstes aus feinen, schwarzen Linien setzt der Maler eine abstufungsreiche Farbigkeit bei der Vegetation oder in der Behandlung des Mantels der Frau im Vordergrund ein. Doch das Wasser, die Spiegelungen der Brücke und das Spiel von Licht und Schatten eröffnen der Farbe einen suggestiven Raum. In Bögen und Kreisen ergießen sich Blau und Rot über das Papier. Unmittelbar nebeneinander liegen das tiefste, dunkelste Blau und seine hellste, wässrigste Ausmischung. In der leuchtenden Farbigkeit flammt hier der Expressionismus der Vorkriegsjahre wieder auf. Die Ausdruckskraft der Farbströme erwächst jedoch nicht aus der Hingabe an ein subjektives Gefühl im Moment des Malens, sondern ist Ergebnis eines planvollen Formens. Das macht aus dem Werk Schmidt-Rottluffs große, zeitlose Kunst. OH Karl Schmidt-Rottluff (1884 Rottluff – 1976 Berlin) „Die rote Brücke“. 1921 Watercolour and brush and India ink over pencil on paper. 47,5 × 60,5 cm ( 18 ¾ × 23 ⅞ in.). Signed and dated lower left: SRottluff 21. Titled on the reverse lower left: ‘Die rote Brücke‘. On the cardboard backing a label of the exhibition Albstadt 2000 (see below). The watercolour is recorded in the archive of the Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung, Berlin.– Minor margin imperfections. [3390] Provenienz: Private collection, Brandenburg Ausstellung: Naturentwürfe. Arbeiten auf Papier von Cézanne bis Beuys. Albstadt, Städtische Galerie, 2000, full-side colour ill. p. 75
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Allemagne
26/11/2015
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0