Lot 38
Klee, Paul 1879 Münchenbuchsee - 1940 Muralto/ Tessin Blume im Maerz. 1931. Aquarell und Bleistift sowie Tusche auf Velin, auf Karton montiert. 47,3 x 33,7cm. Signiert auf Velin oben links: Klee. Datiert, nummeriert und betitelt auf Karton unten Mitte: 1913 N. 6. Blume im Maerz. Rahmen. Im Rahmen beschrieben. "Blume im Maerz" ist eines der wenigen Werke, bei dem Paul Klee in der Datierung ein Fehler unterlaufen ist. Er schrieb "1913 N.6." auf den Trägerkarton anstatt "1931 N.6.". Dieser Arbeit liegt ein Fotozertifikat von Dr. Josef Helfenstein (Paul-Klee-Stiftung, Bern) vom 23. Juni 1998 vor. Provenienz: - Sammlung Daniel-Henry Kahnweiler, Paris (bis 1938) - Kunsthandel Karl Nierendorf, Köln/Berlin/New York (ab 1938) - Spencer A. Samuals & Co., Ltd., New York (bis 1977) - Sammlung Serge Sabarsky, New York (1977) - Antonio Gebauer, New Work (ab 1977) - Galerie Jan Krugier, Ditesheim & Cie, Genf - Privatsammlung Nordrhein-Westfalen Ausstellungen: - The Art Institute of Chicago 1940, Nr. 123 - Serge Sabarky Gallery, New York 1977, Nr. 10, Abb. Literatur: - Paul Klee Stiftung (Hrsg.): Catalogue Raisonné, 1931-1933, Bd. VI, Bern 2002, WVZ.-Nr. 5491 / 1931, 86 (N6) "Der Künstler misst der natürlichen Erscheinungsform nicht die zwingende Bedeutung bei wie viele der Kritik übenden Realisten. Er fühlt sich an diese Realität nicht so sehr gebunden, weil er an diesen Form-Enden (der Natur) nicht so sehr den Schöpfungsprozess sieht. Denn ihm liegt mehr an den formenden Kräften als an den Form-Enden." (Paul Klee, 1924) Geprägt von der Anthroposophie Rudolf Steiners ist Paul Klee davon überzeugt, dass die sichtbare Welt nur ein Gleichnis ist für die eigentliche, dahinterliegende geistige Welt. So versteht er die Kunst als ein visionäres Schauen in geistige Welten. Dabei soll der Gestaltungsprozess - dem Schöpfungsakt der Natur gleich - im Fokus stehen und nicht das Endergebnis (= die Form). In diesem Sinne sucht er in seinen Bildern unter Berücksichtigung des Unterbewussten, die Beziehungen zwischen Linie, Fläche und Farbe im Bildraum zu erfassen. Hierfür ist das vorliegende Blatt ein wunderschönes Beispiel: Geschlossene wie offene Formen in transparenter Farbigkeit schweben durch luftigen Raum. Teilweise stoßen sie aneinander, überlagern sich oder sind ineinander verschlungen. Straffuren begleiten sie, wobei nicht immer bestimmbar ist, ob sie innerhalb oder außerhalb der Formen liegen. So wie sich Linien, Flächen und Farben durchdringen, so durchdringen sich in Klees typischer Art auf einfache, traumhafte Weise Abstraktion und Wirklichkeit. Spielerisch und humorvoll, aber vor allem poetisch wandelt er hier zwischen den scheinbar unvereinbaren Welten von Abstraktion und Gegenständlichkeit. So mag man vielleicht in einem Moment ein Profil erblicken und dazu die Hals- und Brustpartie, die sich dann, versucht man sich, ihre Konturen mit dem Auge zu erschließen, im nächsten Augenblick wieder auflöst. Auch im Linien- und Flächengefüge oben rechts mag man zunächst den Oberköper einer Figur mit ausgreifenden Armbewegungen erkennen und einen lockigen Kopf mit Hut. Betrachtet man diesen näher, entdeckt man darin eine geöffnet Blüte. Ganz bewusst lässt der Künstler unseren Gedankengängen freien Lauf, denn seine Bildtitel geben nur eine von ihm empfundene Richtung an. Es bleibt an uns, sie zu akzeptieren, anzunehmen, oder neue zu finden. <a href="https://www.van-ham.com/kaufen/informationen/erlaeuterungen-zum-katalog-modern-post-war-contemporary.html" target="_blank">Erl&#xe4;uterungen zum Katalog</a> Paul Klee Deutschland Expressionismus Künstlergruppe "Der Blaue Reiter" Moderne Kunst Unikate 1930er Blumen Papierarbeit Mischtechnik Jahreszeiten Klee, Paul 1879 Münchenbuchsee - 1940 Muralto/ Ticino Flower in March. 1931. Watercolour and pencil as well as India ink on vellum on Mounted on cardboard. 47.3 x 33.7cm. Signed on vellum upper left: Klee. Dated, numbered and titled on card lower centre: 1913 N. 6. Blume im Maerz. Framed. Not examined out of the frame. Certificate by Dr. Josef Helfenstein "Blume im Maerz" (Flower in March) is one of the few works in which Paul Klee has committed an error in the dating. He wrote "1913 N.6." on the carrier card instead of "1931 N.6.". For this work a photographic certificate by Dr. Josef Helfenstein (Paul-Klee-Stiftung, Bern) of 23rd of June 1998 is available. Provenance: - Collection Daniel-Henry Kahnweiler, Paris (until 1938) - Kunsthandel Karl Nierendorf, Cologne/Berlin/New York (from 1938) - Spencer A. Samuals & Co., Ltd., New York (until 1977) - Collection Serge Sabarsky, New York (1977) - Antonio Gebauer, New Work (from 1977) - Galerie Jan Krugier, Ditesheim & Cie, Geneva - Private collection North Rhine-Westphalia Exhibitions: - The Art Institute of Chicago 1940, no. 123 - Serge Sabarky Gallery, New York 1977, no. 10, ill. Literature: - Paul Klee Stiftung (ed.): Catalogue Raisonné, 1931-1933, vol. VI, Bern 2002, cat.rais.-no. 5491 / 1931, 86 (N6). <a href="https://www.van-ham.com/en/buy/how-to-buy-sell/explanations-to-the-catalogue-modern-contemporary-art.html" target="_blank">Explanations to the Catalogue</a> Paul Klee Germany Modern Art 1930s Flowers Works on paper Mixed media Four Seasons
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