Lot 60
Konrad Klapheck (Düsseldorf 1935 – lebt in Düsseldorf) „Vergebliches Warten“. 1966 Öl auf Leinwand. 80 × 58 cm ( 31 ½ × 22 ⅞ in.). Rückseitig mit Pinsel in Schwarz signiert und datiert: Klapheck 66. Auf dem Keilrahmen mit Bleistift betitelt: Vergebliches Warten. Auf der Rückpappe ein Aufkleber, vom Künstler signiert, betitelt, datiert und bezeichnet: Konrad Klapheck „Vergebliches Warten“ 1966 / Signatur auf der Rückseite der Leinwand / Pappe nicht entfernen / Notwendiger Schutz. Auf der Rückpappe jeweils ein Etikett der Ausstellung Düsseldorf 1971 und Kiel 1989 (s.u.). Pierre 163.– [3432] Provenienz: Manfred und Erika Tischer, Düsseldorf (vom Künstler erworben) / Privatsammlung, Rheinland Ausstellung: Konrad Klapheck. Hannover, Kestner-Gesellschaft, 1966, Kat.-Nr. 163 / Freie Berufe sammeln. Malerei, Plastik, Objekte, Graphik. Düsseldorf, Kunsthalle, 1971, Kat.-Nr. 108 / Durchsicht. 40 Jahre Bundesrepublik Deutschland und der Deutsche Künstlerbund. Kiel, Kunsthalle zu Kiel, 1989, ohne Nr., ganzs. Farbabb. S. 74 Im Jahr 1966 kuratierte Wieland Schmied in der Kestnergesellschaft Hannover die erste umfangreiche Einzelausstellung mit Werken von Konrad Klapheck. „Vergebliches Warten“, damals eine Leihgabe des Künstlers und eines der jüngsten Werke in der Ausstellung, gehört zur Serie der „letzten Bilder“. Klapheck blickte zu diesem Zeitpunkt auf gerade einmal elf Schaffensjahre zurück. Leere Platten bilden, funkelnden Goldbarren gleich, in einer plastischen Reihung den Hintergrund des Bildes. Wertvoll schimmern sie in dem von links oben einfallenden Licht. Auf einen Barren ist das Gewinde einer Türklinke aufgebracht. Doch die Klinke steht nicht, wie man es erwarten würde, quer, sondern wie ein Schornstein senkrecht. Die Erwartung, dass die Türklinke etwas zu öffnen oder verschließen vermöge, entsteht nicht. Ihr dreieckiger, weiß gefasster Abschluss bildet eine unsichere Standfläche für jenes Ding, das in Variationen in vielen Bildern Klaphecks auftaucht: Es ist eine offene Fahrradschelle, aber nicht irgendeine! Auch sie besitzt die Form eines Dreiecks, steht aber auf der Spitze, sie weist also im Vergleich zu ihrem Untergrund in die gegenläufige Richtung. Ihre Oberfläche scheint den Horizont einer Landschaft darzustellen. Fahrradschellen zählen seit 1957 zum Repertoire von Konrad Klapheck. Das erste Bild trägt den Titel „Die Frucht der Unzertrennlichen“. Es folgen „Memento Mori“ (1958), „Meine sechzehn Ängste“ (1958) und „Traurige Mama“ (1958), „Die Selbstsicheren“ (1959), „Rausch des Beieinanders“ (1959) und, im Jahr 1960, „Ausschnitt des Lebens“, um nur einige Beispiele zu nennen. Aus diesen Titeln spricht eine Eloquenz, die zu einem maßgeblichen Bestandteil im Werk von Konrad Klapheck wurde. Er selbst konstatiert: „Der Titel darf nicht gesucht werden, er muss mir einfallen. Abgedroschene Redewendungen entsprechen der Darstellung häufig am besten und setzen wie mit einem Zauberwort den Grund der Assoziationen in Bewegung, der bei uns allen der gleiche ist.“ (Zit. nach: Konrad Klapheck. Meine Malerei. 1972, in: Ausst.-Kat. Museum Boijmans Van Beuningen, Rotterdam u.a. 1974. S. 36.) In seinem Text „Meine Gegenstände“ von 1973 ist die Schelle der letzte Gegenstand, der dem Künstler zum Vokabular geworden ist. Der Künstler schreibt dort: „Die Reihe beschließt der unscheinbarste dieser Gegenstände, die Fahrradschelle, Ausgangspunkt besonders freier Variationen. Im Zahnrad begegnen wir der Zahnung der Säge der sich drehende Propeller erinnert an Ventilatoren und Flugzeuge. Im Kleinsten spiegelt sich das Größte. Die Schellenfassung nimmt die Form der Schreibmaschinentaste wieder auf und führt uns zum Anfang zurück.“ (Zit. nach: Konrad Klapheck. Meine Gegenstände. 1973, in: Ausst.-Kat. Museum Boymans-van Beuningen, Rotterdam u.a. 1974. S. 36) AGT Konrad Klapheck (Düsseldorf 1935 – lives in Düsseldorf) „Vergebliches Warten“. 1966 Oil on canvas. 80 × 58 cm ( 31 ½ × 22 ⅞ in.). Signed and dated with brush in black on the reverse: Klapheck 66. Titled in pencil on the stretcher: Vergebliches Warten. On the cardboard backing a label, signed, titled, dated and inscribed by the artist: Konrad Klapheck „Vergebliches Warten“ 1966 / Signatur auf der Rückseite der Leinwand / Pappe nicht entfernen / Notwendiger Schutz. On the cardboard backing a label of the exhibitions Düsseldorf 1971 and Kiel 1989 (see below). Pierre 163.– [3432] Provenienz: Manfred and Erika Tischer, Düsseldorf (acquired from the artist) / Private collection, Rhineland Ausstellung: Konrad Klapheck. Hanover, Kestner-Gesellschaft, 1966, cat. no. 163 / Freie Berufe sammeln. Gemälde, Plastik, Objekte, Graphik. Düsseldorf, Kunsthalle, 1971, cat. no. 108 / Durchsicht. 40 Jahre Bundesrepublik Deutschland und der Deutsche Künstlerbund. Kiel, Kunsthalle zu Kiel, 1989, no no., full-page colour ill. p. 74
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Dessins, aquarelles et pastels
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Catalogue
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Allemagne
02/06/2016
Proposé par Grisebach
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