Photo 1/1 du lot

Retrouvez des lots similaires en vente sur Interencheres

Lot 310
Konrad Klapheck (Düsseldorf 1935 – lebt in Düsseldorf) Vorzeichnung zu „Läuterung“. 1974 Kohle und Farbstift in Rot und Blau auf Pergamentpapier. 129 × 99,5 cm ( 50 ¾ × 39 ⅛ in.). Unten mittig signiert und datiert: Klapheck 74. [3411] Provenienz: Nachlass Werner Hofmann, Hamburg Ausstellung: Konrad Klapheck. Entwürfe und Bilder, 1971-1982. Düsseldorf, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, 1983, Kat.-Nr. 5, mit Abbildung Literatur und Abbildung: Auktion 253: Grisebach, Berlin, 27. November 2015, Kat.-Nr. 939 In einem ungewöhnlichen Experiment, ja fast in einer Versuchsanordnung, begann der junge Konrad Klapheck vor mehr als einem halben Jahrhundert – zu einer Zeit, als die abstrakte Kunst im Vordergrund aller malerischen Äußerungen stand – die Tiefen seiner Persönlichkeit zu erkunden. Er wählte als Motiv für seine Bilder Objekte aus dem Alltag, zuerst eine Schreibmaschine, später andere technische Geräte und stieß damit in Regionen jenseits des Sichtbaren vor. In der Klasse seines Lehrers an der Düsseldorfer Akademie, Bruno Goller, entdeckte Klapheck neben der Schreibmaschine Wasserhahn, Telefon, Nähmaschine, Schuhspanner oder Fahrradschelle. Sie nehmen die Rollen von Menschen an und stellen Gefühlszustände, Befindlichkeiten, Reaktionen dar, an denen der Künstler seine psychologischen und philosophischen Diskurse vorführt. Alptraumhaft werden Einzelteile riesengroß und wichtig, andere verschwindend gering, und es durchdringen sich die Kategorien von Wahrnehmung und Zuordnung eines Objektes zu einem bestimmten Lebensbereich. Klapheck ist der Maler einer überwirklichen Dingwelt. „Läuterung“ ist akribisch genau konstruiert. Angesichts der in die Höhe gestaffelten, sich auftürmenden Tastenreihe wird der Betrachter winzig klein. Hilft der Titel weiter? Klaphecks Überschriften sind nie zufällig, sondern liefern immer eine pointierte Stellungnahme zum malerischen oder zeichnerischen Befund, leicht ironisch, lyrisch überhöhend oder auch als lakonischer Kommentar. Diesmal als ethischer Appell zur Reinigung. Der Sohn der Kunsthistoriker Richard und Anna Klapheck verschweigt sein humanistisch geprägtes Elternhaus und wählt den seit dem Althochdeutschen tradierten Begriff „Läuterung“. Er hätte auch Katharsis sagen können, denn wer die Tasten korrekt zu nutzen versteht, wird sich als besserer Mensch erweisen. Die Einfälle des Betrachters zu beiden Vorgaben, der Zeichnung und ihrem Titel, führen jeden Einzelnen über freie Assoziation zu seiner eigenen Erkenntnis des Bildes. Elke Ostländer, Berlin Konrad Klapheck (Düsseldorf 1935 – lives in Düsseldorf) Vorzeichnung zu „Läuterung“. 1974 Charcoal and coloured pencil in red and blue on vellum paper. 129 × 99,5 cm ( 50 ¾ × 39 ⅛ in.). Signed and dated in the lower centre: Klapheck 74. [3411] Provenienz: Estate Werner Hofmann, Hamburg Ausstellung: Konrad Klapheck. Entwürfe und Bilder, 1971-1982. Düsseldorf, Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, 1983, cat. no. 5, with illustration Literatur und Abbildung: Auction 253: Grisebach, Berlin, 27 November 2015, cat. no. 939
Crédits photos : Contacter la maison de vente
Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Live
26/10/2018
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0

Retrouvez des lots similaires en vente sur Interencheres