Lot 2
Leo Putz (1869 – Meran – 1940)
Regatta. 1921
Öl auf Leinwand. 111 × 111 cm ( 43 ¾ × 43 ¾ in.). Unten rechts signiert und datiert: Leo Putz 1921.
Nicht bei Putz (vgl. Putz 800-802).–
[3162]
Provenienz: Karl Hörsch, München (1921 durch Tausch gegen Holz für den Hausbau des Künstlers direkt von diesem erhalten, seitdem in Familienbesitz)
Es ist eine elegante Gesellschaft, die sich da in einem Garten am Starnberger See versammelt hat, um eine Segel-regatta zu verfolgen. Das Gemälde entstand zu einer Zeit, in der Putz und seine Frau ein Haus in Gauting bei München bauen wollten. Das Grundstück hatten sie bereits wenige Jahre zuvor erworben. Doch in der schwierigen wirtschaftlichen Situation nach dem Ersten Weltkrieg setzte ab 1921 eine starke Geldentwertung ein, die in der Hyperinflation des Jahres 1923 gipfelte. Deshalb tauschte Leo Putz dieses Bild gegen eine Lieferung amerikanischer Kiefern für die Holzfußböden des neuen Hauses ein. Das Werk befindet sich seit dieser Zeit in der Familie des Holzgroßhändlers und kommt nun erstmalig auf den Markt.
Leo Putz nutzte das für ihn ungewöhnliche quadratische Bildformat von „Regatta“ nicht nur, um seine Ehefrau zu porträtieren – sie trägt ein blaues Kleid und steht leicht rechts vom Zentrum der Komposition. Er legte darauf auch eine perspektivisch bemerkenswert komplizierte Raumstaffelung der Motive an. Links ist eine Gruppe Zuschauer ins Gespräch vertieft. Lediglich eine der Frauen blickt auf das nahe Wasser, wo die leuchtend weißen Segel der Boote durch das Geäst der Bäume schimmern.
Putz zeigt sich hier als großer Kolorist in der Nachfolge der Münchner Piloty-Schule. Das Bild ist in überaus harmonischen Tönen von Blau und Grün komponiert, zu denen Weiß als Kontrast und einige Akzente in Rottönen hinzutreten. Die Malerei ist flächig, doch nie summarisch. Besonders die Textur der Kleider hat Putz meisterhaft wiedergegeben. Auch die Art, wie er das Sonnenlicht auf der Wasseroberfläche und dem Rasen behandelte, ist schönster Spätimpressionismus.
Selbst ein Meister wie Max Liebermann hat oft beklagt, wie schwer es sei, das Licht der Sonne und seine Reflexe darzustellen. Die Mühelosigkeit, mit der sich Putz dieser malerischen Herausforderung stellt, macht zu einem nicht unerheblichen Teil den großen Reiz des Werkes aus. OH
Wir danken Sigrid Putz, Gautingen, für freundliche Hinweise zur Geschichte des Gemäldes.
Leo Putz (1869 – Merano – 1940)
Regatta. 1921
Oil on canvas. 111 × 111 cm ( 43 ¾ × 43 ¾ in.). Signed and dated lower right: Leo Putz 1921.
Not in the catalogue raisonné by Putz (see Putz 800-802).–
[3162]
Provenienz: Karl Hörsch, Munich (received from the artist in 1921 in exchange for wood for the construction of the artist's house, thence by descent to the present owner)
We would like to thank Sigrid Putz, Gautingen, for kindly providing additional information on the history of the painting.
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