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Lot 8
Lovis Corinth (Tapiau/Ostpreußen 1858 – 1925 Zandvoort) „CHARLOTTE MIT WILHELMINE“. 1909 Öl auf Papier. 69,2 x 51,4 cm ( 27 ¼ x 20 ¼ in.). Unten rechts mit Bleistift signiert und datiert: Lovis Corinth 1909. Berend-Corinth/Hernad 392.– Kleine Retuschen. [3537] Provenienz: Privatsammlung / Dr. Fritz Rothmann, London / Kunsthandlung Franz Resch, Gauting / Privatsammlung, Rheinland Ausstellung: Lovis Corinth, 1858–1925. Zürich, Kunsthaus, 1933, Kat.-Nr. 7 / Lovis Corinth. Sammlung Dr. Fritz Rothmann, London. Kassel, Staatliche Kunstsammlungen, 1963/64, Kat.-Nr. 6, mit ganzseitiger Abbildung Literatur und Abbildung: Versteigerungskatalog: Modern Paintings, Drawings and Sculpture. London, Christie’s, 21.10.1988, Kat.-Nr. 378, m. Abbildung Wir sehen die 29jährige Gattin des Künstlers, Charlotte Berend-Corinth, und die am 13. Juli 1909 geborene Tochter Wilhelmine. Eine junge Mutter mit ihrem Kind – eine alltägliche, fast beiläufige Szene. Und doch spüren wir auf besondere Weise die körperliche Nähe, sehen wir das Licht, das im Gesicht des Kindes und im Haar der Frau spielt, und teilen die Intimität, die der Maler so ungezwungen und mit energischer Direktheit festhält. Lovis Corinth hatte zu diesem Zeitpunkt bereits einen langen künstlerischen Weg zurückgelegt, war aus München nach Berlin gezogen und hatte sich als einer der wichtigsten Künstler der Berliner Secession etabliert.1904 heiratete er Charlotte Berend, die er wie auch die Kinder Thomas und Wilhelmine in zahlreichen Portraits dargestellt hat. In Berlin eignete Corinth sich zunehmend eine lockere impressionistische Malweise an. Der Drang des Malers, den Reiz des Flüchtigen unmittelbar einzufangen, zeigt sich insbesondere in den Bildnissen seiner Frau. In den Erinnerungen Charlotte Corinths erfahren wir immer wieder, wie spontan der Künstler auf momentane Situationen und Sinneseindrücke reagierte. Corinth ergreift den Zauber des Augenblicks mit großzügigen Pinselstrichen. Körperumrisse und räumliche Umgebung deutet er nur skizzenhaft an, während er farblich modellierend betont, worauf es ihm in diesem Moment ankommt: den Kopf des Neugeborenen an der Brust der Mutter, die bergenden und unterstützenden Hände, die innige seelische Verbindung, die im Körperlichen sichtbar wird. Im Gegensatz zu dem im selben Jahr entstandenen monumentalen Familienbildnis, das sich heute im Niedersächsichen Landesmuseum Hannover befindet, steht in vorliegender Darstellung der Eindruck des Zufälligen und Unwiederholbaren im Vordergrund. Neben der Intensität und dem Ausdruck persönlicher Gefühle zelebriert der Maler hier auch den Akt der Wahrnehmung selbst: den entscheidenden Moment, der die Bildwürdigkeit und Gültigkeit eines Motives erkennt. (sch) Lovis Corinth (Tapiau/East Prussia 1858 – 1925 Zandvoort) „CHARLOTTE MIT WILHELMINE“. 1909 Oil on paper. 69,2 x 51,4 cm ( 27 ¼ x 20 ¼ in.). Signed and dated in pencil lower right: Lovis Corinth 1909. Berend-Corinth/Hernad 392.– Minor retouchings. [3537] Provenienz: Private collection / Dr. Fritz Rothmann, London / art dealership Franz Resch, Gauting / private collection, Rhineland Ausstellung: Lovis Corinth, 1858–1925. Zurich, Kunsthaus, 1933, cat. no. 7 / Lovis Corinth. Collection Dr. Fritz Rothmann, London. Kassel, Staatliche Kunstsammlungen, 1963/64, cat. no. 6, full-page illustration Literatur und Abbildung: Auction catalogue: Modern Paintings, Drawings and Sculpture. London, Christie’s, 21.10.1988, cat. no. 378, ill.
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
04/06/2015
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0

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