Lot 175
Lovis Corinth (Tapiau/Ostpreußen 1858 – 1925 Zandvoort)
Vase mit Blumen. 1925
Aquarell auf festem Velin. 63,5 × 47,6 cm ( 25 × 18 ¾ in.). Unten mittig mit Feder signiert und datiert: Lovis Corinth 1925.
Gegenstück zum Aquarell „Konfirmationsblumen“, das Corinth für seine fünfzehnjährige Tochter Wilhelmine zu ihrer Konfirmation am 19. März 1925 malte. [3413]
Provenienz: Privatsammlung, Rheinland (bis 2008)
Ausstellung: Lovis Corinth am Walchensee. Späte Bilder. Berlin, Galerie Pels-Leusden, 2002, Kat.-Nr. 16, S. 30/44, Abbildung S. 31 / Lovis Corinth. Aquarelle und späte Gemälde. Emden, Kunsthalle, 2004, Kat.-Nr. 57, Abbildung S. 81 / Von Liebermann bis Nolde. Impressionismus in Deutschland auf Papier. Ingelheim am Rhein, Altes Rathaus, und Hamburg, Ernst Barlach Haus, 2014, Abbildung S. 127
Es hat eigene Bedeutung, wenn sich ein Künstler wie Corinth, dessen Werk in so hohem Maß von sinnlichem Erleben und existenzieller Angst geprägt ist, in seinen späten Jahren wieder dem Thema Stillleben zuwendet.
Von dem vorliegenden, auf 1925 datierten Aquarell von Anemonen in einer Vase gibt es eine weitere Fassung, die viel skizzenhafter ist und eine Widmung anlässlich der Konfirmation der Tochter Wilhemine am 20. März 1925 trägt. In unserer Fassung, die ruhiger und in sich geordnet wirkt, erscheint die Blumenvase in einem Raum vor einem Horizont, der den Eindruck einer Landschaft suggeriert und an die gleichzeitigen Walchensee-Landschaften denken lässt.
Sichere kompositorische Ordnung, farbige Balance – die Anemonen blühen, leuchten und vermitteln durch die Anmutung von Fließen zugleich die Ahnung des Welkens und von Corinths nahem Tod am 17. Juli desselben Jahres.
Margret Stuffmann, Frankfurt a.M.
„Ich hab mich in dein Atelier gesetzt: da liegen kleine Schachteln mit kleinen Tuben halb ausgedrückter Aquarellfarbe, da steht das Wasserglas, in das du den Aquarellpinsel getaucht hast, mit dem Bodensatz der für dich so charakteristischen schwarzen Farbe, die etwas ins Blaugrau spielt; am Rand hängen noch Tropfen von der roten Farbe, die tief und feurig in deinen Aquarellen steht. [...] Offenbar sind es die Zeugen von deinen letzten Aquarellen“, schreibt Charlotte Berend-Corinth am 22. September 1925 in ihrem Erinnerungsbuch „Mein Leben mit Lovis Corinth“ zitiert nach Lovis Corinth: Gesammelte Schriften. Berlin, 1995, S. 180).
Lovis Corinth (Tapiau/East Prussia 1858 – 1925 Zandvoort)
Vase mit Blumen. 1925
Watercolour on heavy wove paper. 63,5 × 47,6 cm ( 25 × 18 ¾ in.). Signed and dated in pen in the lower centre: Lovis Corinth 1925.
Companion piece for the watercolour „Konfirmationsblumen“, that Corinth painted for his fifteen-year-old daughter Wilhelmine for her confirmation on 19th March 1925. [3413]
Provenienz: Private Collection, Rhineland (until 2008)
Ausstellung: Lovis Corinth am Walchensee. Späte Bilder. Berlin, Galerie Pels-Leusden, 2002, cat. no. 16, p. 30/44, illustration p. 31 / Lovis Corinth. Aquarelle and späte Gemälde. Emden, Kunsthalle, 2004, cat. no. 57, illustration p. 81 / Von Liebermann bis Nolde. Impressionismus in Deutschland auf Papier. Ingelheim am Rhein, Altes Rathaus, und Hamburg, Ernst Barlach house, 2014, illustration p. 127
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