Lot 196
MACK, HEINZ
1931 Lollar
Dynamische Strukturen in Schwarz. 1962. Kunstharz auf Nessel. 129,5 x 170cm. Signiert und datiert verso oben Mitte: Mack 62. Nochmals signiert unten Mitte: Mack 62. Atelierleiste.
Provenienz:
Privatsammlung Nürnberg
Ausstellungen:
The Corcoran Gallery of Art, Washington 1962/63, Kat.-Nr. 36 (Etikett)
Heinz Mack, Hauptprotagonist der Düsseldorfer ZERO Gruppe neben Otto Piene und Günther Uecker, wendet sich in den späten 1950er Jahren von der gestischen Malerei des Tachismus ab, um sich einer von Licht erfüllten Kunst zu widmen. Es entstehen ab 1956 erste monochrome Strukturbilder, die Heinz Mack selbst als 'Dynamische Strukturen' bezeichnet. Heinz Mack löst sich von der traditionellen Bildkomposition und ordnet die Fläche durch parallel angeordnete Linien. Diese schwarz-weißen Rasterstrukturen auf zweidimensionalem Grund wirken optisch wie Reliefs, deren Oberfläche vibriert. Seine Suche nach einer neuen Formensprache in der Malerei macht Heinz Mack in folgendem Essay von 1958 deutlich: "Wenn wir von Malerei sprechen, so sprechen wir von der Farbe. Die erste, letzte und beste Bedeutung, die einer Farbe zukommen kann, ist die, dass sie ihre eminente bildnerische Funktion rein erfüllt; allein dadurch gewinnt sie ihre Freiheit, ihre größte Intensität: die Farbe ist bei sich! Setze ich eine Farbe in Kontrast zu einer zweiten Farbe, so intensiviere ich zwar möglicherweise die erstere, mindere aber stets deren Freiheit; denn in diesem Falle herrscht eine Beziehung zwischen dem Grad der Intensität und der Größe der Abhängigkeit. Eine Farbe kann verschiedene Bedeutungen haben; ihre virtuelle Objektivation aber, ihre eigentliche Energie, gewinnt sie, wenn sie in ihre eigene Vibration gerät: Das ist ihr Atem, ihr Leben. [...] Die erste Bedingung der Vibration der Farbe ist, dass sich etwas im Wechsel der chromatischen Farbmodulation durchhält; das macht gerade die Freiheit der Farbe aus. Ich gebe der Farbe eine Vibration, d.h. ich gebe der Farbe Struktur, oder: Ich gebe der Farbe ihre Form. Von Formbildung im bisherigen Sinne kann keine Rede mehr sein. [...] Die Malerei als dynamische Struktur, die sich vollständig selbst genügt, zeigt eine neue Vitalität der malerischen Nuance! Diese wird nur dann verwirklicht werden, wenn sie ihre bildnerische Konsequenz findet. Nur in äußerster malerischer Disziplin kann die Farbe entmaterialisiert werden, ihre Reinheit zur Erscheinung kommen. [...] Die Exklusivität einer vollständig gegenstandsfreien, dynamischen bildnerischen Struktur, in astronomischer Entfernung zur Natur, wird zum Ausdruck einer reinen Emotion; sie präsentiert sich als eine neue Wirklichkeit, deren geheime Schönheit wir ahnen!" (Heinz Mack: Die Neue Dynamische Struktur, in: ZERO 1, Katalog-Zeitschrift anlässlich der 7. Abendausstellung "Das rote Bild", Düsseldorf 1958, S. 15 f.)
MACK, HEINZ
1931 Lollar
Dynamic Structures in Black. 1962. Synthetic resin on untreated cotton. 129,5 x 170cm. Signed and dated verso top centre: Mack 62. Again signed bottom centre: Mack 62. Studio placket.
Provenance:
Private collection, Nuremberg
Exhibitions:
The Corcoran Gallery of Art, Washington 1962/63, cat. no. 36 (label).
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Dessins, aquarelles et pastels
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