Lot 319
Maillol, Aristide
(Banyuls-sur-mer 1961 - 1944 Marly-le-Roy)Femme au crabe. Bronze mit schwarzbrauner Patina. Vermutlich 1924. 160 x 145 x 123 mm. Auf weiß lackiertem Holzsockel mit Plexiglashaube (Gesamthöhe: 1450 mm). Monogrammiert u. mit dem Gießerstempel "H. Noack Berlin" versehen.Provenienz: Privatsammlung Hessen. - Mit einer Expertise von Frau Dr. Ursel Berger, Berlin, vom 17.8.2018. - Maillols bildhauerisches Schaffen ist einem einzigen Thema verschrieben: dem weiblichen Akt. Unablässig ergründet er in seinen Skulpturen die Sinnlichkeit und Anmut des weiblichen Körpers. Wie eine Vielzahl von Maillols Frauengestalten vermittelt auch die "Femme au crabe" den Eindruck von innerer Ruhe und Versonnenheit. Die unbekleidete Frau ist ganz in die Beobachtung einer Krabbe vertieft, die vor ihr über den Sand läuft. In der beinahe kindlichen Gedankenverlorenheit scheint sich die Dargestellte ihrer eigenen Nacktheit kaum bewusst zu sein. Ihre hockende Körperhaltung wirkt trotz der freizügigen Pose gelassen und ungezwungen. In "femme au crabe" kommt Maillols Streben nach Ursprünglichkeit und natürlicher Sinnlichkeit zum Ausdruck. - "Die Kleinplastik Femme au crabe, die im Kunsthandel meist fälschlich 1930 datiert wird, gehört zu den frühen Figuren Maillols. Der Schriftsteller Octave Mirbeau erwähnt sie schon in seinem berühmten Maillol-Artikel, den er 1904 verfasste. - Maillol verkaufte zwischen 1902 und 1909 ca. 20 Figuren an den Pariser Kunsthändler Ambroise Vollard mitsamt den Gussrechten, so auch die Femme au crabe. Dass sie zum Vollard-Programm gehörte, belegen vor allem die Gussbücher der Gießerei Florentin Godard, wo die meisten Vollard-Bronzen hergestellt wurden. Eine ganz geringe Zahl von Bronzen, für die Vollard die Rechte besaß, wurde allerdings in Berlin bei H. Noack gegossen, der berühmtesten Gießerei Deutschlands. Das trifft auch auf die vorliegende Figur zu, die den Gießerstempel von Noack aufweist. Es muß davon ausgegangen werden, dass Vollard in geringem Umfang Gussrechte an den Kunsthändler Alfred Flechtheim weitergegeben hatte." (Dr. Ursel Berger, Expertise)
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Sculptures et bronzes
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