Lot 26
Maillol, Aristide Pottery, terra cotta with ochre and rose patina. Traces of artist´s signature on base. - Provenance: Galerie E. & M. le Bignou, Paris. One of 3 copies made of terra cotta. - With added expertise by Olivier Lorquin, director of the Musée Maillol, Paris (04.02.1009). - Th e present work was directly carved from a block of wood (formerly Collection Harry Kessler, today Collection Reinhart, Winterthur) and reworked by the artist himself. One other copy made of terra cotta is located at the Musée Maillol and one copy made of bronze at the Musée d´Art moderne. - Originally a painter, draft sman, engraver, and tapestry maker, Maillol started sculpting in 1896 by carving directly from blocks of wood. He particularly used boxwood ... whose thickness allows it to be fi nely carved from all sides. Th is material ... also allows the artist to take full advantage of the wood´s natural properties to express his overarching idea for the piece. In 1898-1899, inspired by the sculptures of Gaugin ... Maillol created his fi rst bas-reliefs, then his fi rst two sculptures in the round. Th e ´Baigneuse debout´ is the second and the most important example. ... the artist revisited the ´Baigneuse´ in the 1920s with another stamping by his assistant, Jean Van Dongen ... and from there, he made three clay examples that he reworked himself. Rodin admired him for his sculpture and Maillol enjoyed immediate success. ... Aft er using wood and clay, Maillol recreated the ´Baigneuse debout´ in bronze .... ... Count Harry Kessler, ... who met Maillol at the very beginning of the 20th century ... purchased the wooden example of the work. He thus made his own stamping on the wood and created three examples in clay that he reworked himself, including ... the present example. (Univers du Bronze). Maillol, Aristide Baigneuse debout. 1920-40. Keramik, Terrakotta-Figur mit ocker- und rosafarbener Patina. 72 x 25,5 x 16,7 cm. Auf dem Sockel mit Spuren der Signatur Maillols versehen. Provenienz: Galerie E. & M. le Bignou, Paris. Eines von 3 Exemplaren. - Mit beiliegender Expertise des Direktors des Musée Maillol, Paris - Herr Olivier Lorquin, Paris 04. 02. 2009, Fondation Dina Vierny - Musèe Maillol, Paris. - Die vorliegende Arbeit Maillols wurde direkt von der Holzskulptur abgenommen (ehemals Kollektion Harry Kessler, heutzutage Kunstsammlung Reinhart, Winterthur) und vom Künstler selbst überarbeitet. Ein weiteres Exemplar in Terrakotta befi ndet sich im Musée Maillol und eine Bronze im Musée d'Art moderne. Im Ausstellungskatalog Maillol von 1996 (u.a. Georg-Kolbe-Museum Berlin) wurden folgende Ausführungen zu der Skulptur Stehende Badende angegeben: Die Bronze entspricht in der Komposition der Holzfi gur aus der Sammlung von Harry Graf Kessler, heute Sammlung Oskar Reinhart. ... Eine mit der Holzskupltur eng verwandte Terrakotta -Version befi ndet sich im Museé Maillol, Paris. - Im Jahr 1882 zog Maillol nach Paris und studierte in den Jahren von 1882 bis 1886 an der École des Beaux-Arts. Des Weiteren erhielt er Unterricht an der Akademie bei Alexandre Cabanel und Jean Léon Gérôme, wobei seine künstlerischen Einfl üsse hinsichtlich der Malerei einerseits durch Maler wie Pierre Puvis de Chavannes inspiriert wurden - Landschaft und Porträts, andererseits die Kunstschaff enden der französischen Nabis (Propheten)-Bewegung seinen anfänglichen Malstil kennzeichneten. 1892 schloss er sich der Künstlergruppe Nabis an, deren dekorative und fl ächenbetonte Kunst seiner Malerei zu dieser Zeit entsprach. Wohl ab 1895 fi ng er an, sich mit Bildhauerei zu beschäft igen, indem er sich technische Fertigkeiten der bildhauerischen Gestaltung selbst aneignete, um Plastiken aus Holz und Ton zu kreieren. Das wesentliche Th ema seines plastischen Schaffens stellte dabei der weibliche Akt dar, der die Sinnlichkeit der fraulichen Erscheinung betonte und die harmonische Ausgewogenheit der Proportionen bevorzugte. Dabei verzichtete er weitgehend auf die Ausgestaltung individueller Gesichtszüge und detaillierter Ausführungen an den Körpern, um die Monumentalität der Figuren und deren stoische Ausdruckskraft zu unterstützen. Harte Kanten und Ecken wurden zugunsten einer weichen und glatten Oberfl äche vermieden, die dem künstlerischen Ideal der vollkommenen Reduktion auf das Wesentliche entsprachen. Seine ersten Arbeiten stellten kleine geschnitzte Reliefs dar, die er 1896 im Pariser Salon Societé nationale des beaux-arts präsentierte und im darauf folgenden Jahr zeigte er dort eine Vitrine mit Terrakotta-Figuren. Aber erst eine Ausstellung in der Kunsthandlung Ambroise Vollards, die im Sommer 1902 unterschiedliche Werke des Künstlers vorstellte (Tapisserien, einen Wandbrunnen und Statuetten aus Gips, Holz und Bronze) verhalf Maillol zu Anerkennung und fi nanziellem Erfolg. Die guten Verkäufe hatten zur Folge, dass Vollard eine unlimitierte Edition einiger der beliebtesten Kleinplastiken Maillols herausbrachte, die dadurch in unzähligen Museen und Privatsammlungen aufzufi nden war. Zeitgenossen wie Auguste Rodin, der ebenso wie Maillol die Ausdrucksraft der französischen Plastik von der Zeit des Impressionismus bis zur frühen Moderne eindrücklich darstellte, äußerte sich wie folgt über den Bildhauer Aristide Maillol: Maillol ist den größten Bildhauern an die Seite zu stellen. Sehen Sie, in dieser kleinen Bronze gibt es etwas, das den Werken der alten Meister gleichkommt, und an dem sich die jungen Anfänger ein Beispiel nehmen können. Ich bin glücklich, daß ich das gesehen habe. Wenn das Wort Genie, das heute so unangemessen vielen Leuten zuerkannt wird, überhaupt noch einen Sinn hat: Hier ist es angebracht. Ja, Maillol verkörpert in sich das Genie der Skulptur. Man muß schon böswillig oder sehr unwissend sein, um das nicht zu erkennen! Welche Sicherheit des Geschmacks! Welche im Einfachen zutage tretende Lebensweisheit! Ein fl üchtig Vorübergehender bleibt niemals davor stehen, weil er vor dem, was einfach ist, nicht stehen bleibt. Er glaubt, die Kunst muß etwas Kompliziertes und Unverständliches sein. Er bleibt nur vor dem stehen, was mit unlauteren Mitteln seine Neugier erregt. Und genau das, was es an Maillols Kunst Bewundernswertes, ich möchte sagen Ewiges gibt, das ist die Reinheit, die Klarheit, die Durchsichtigkeit im Handwerklichen und im Gedanken. In keinem seiner Werke fi ndet sich irgend etwas, das die Neugier des Vorübergehenden erregen könnte. (Rodin über Maillol, Bericht von Octave Mirbeau, in: Waldemar George, Aristide Maillol, Berlin 1964, S. 213). Maillols Arbeiten wurden bereits zu Lebzeiten in zahlreichen Ausstellungen präsentiert (u.a. 1930 im Museum of Modern Art New York, 1933 im Kunstmuseum Basel). Posthume Würdigungen erhielt Maillol auf der Documenta 1955 und 1964. 1996/97 wurde eine umfassende Präsentation des Schaff ens Maillols im Rahmen einer Wanderausstellung in Berlin, Lausanne, Bremen und Mannheim gezeigt.
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22/03/2013
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