Lot 234
MANZONI, PIERO 1933 Soncino - 1963 Mailand Achrome. 1961-1962. Mischtechnik (Rohnylon, Holz, Textil und Kleber). In weißem, mit Textil ausgekleidetem Holz-Objektkasten mit Glasfront. 24 x 19,5cm. Rahmen: 65 x 60 x 24,5cm. Bezeichnet und datiert verso auf dem umgeschlagenen Textil: Manzoni 60 sowie auf der Holzplatte schwer leserlich 61. Dieses Werk ist im Archivio Piero Manzoni, Mailand, unter der Nummer 1375A/15 archiviert. Es liegt eine schriftliche Fotoexpertise im Original vor. Provenienz: Galerie Schurr, Stuttgart (Galerieetikett) Achenbach Art Consulting, Düsseldorf Der italienische Künstler Piero Manzoni beginnt 1951 zunächst ein Jurastudium, das er jedoch bald abbricht, um sich, neben Privatunterricht und einem Kunst- und Philosophiestudium in Rom, intensiv der Malerei zu widmen. 1957 begegnet er Vertretern der Gruppe " Arte nucleare" zu derem Umfeld auch Lucio Fontana gehört. Manzoni beginnt mit Materialien wie Gips, Teer, Wachs und Öl zu experimentieren. Der entscheidende Schritt auf der Suche nach dem "ursprünglichen Bild" gelingt Manzoni mit seinen "Achromen". Diese Arbeiten üben auch einen großen Einfluss auf die Künstler der ZERO Bewegung aus, mit denen Manzoni 1959 gemeinsam ausstellt. Piero Manzoni produziert bis kurz vor seinem frühen Tod 1963 Dutzende von Achromes in unterschiedlicher materieller Gestalt. "Piero Manzoni erstellte sein erstes 'Achrome' 1956. Mit ihnen beginnt der Künstler einen Neuanfang aller existentieller Fragen und Interessen und beginnt Gemälde als "Bereich der Freiheit" aufzufassen, welches sich von allen chromatischen und figurativen Implikationen befreit, in dem es zum 'Achrome' wird, ohne Farbe, eine stumme Oberfläche und Leinwand, befreit von andeutenden und beschreibenden, allegorischen und symbolischen Vorgaben. Das 'Achrome' begründet sich als selbst-sinngebendes Zeichen, es eliminiert jegliche Autobiografie und schafft die persönliche Mystifizierung des Künstlers ab. (...). Das 'Achrome', 'farblos', ist ein Gebilde in seinem elementaren Stadium, weder spricht es, noch erklärt es, es ist kein Hilfsmittel, sondern ein Bereich unlimitierter Möglichkeiten des Lebens. Das 'Achrome' ist das Leben des Objektes, es kann als Einheit und Moment wahrgenommen werden (...). Es kann sich über die Jahre in verschiedenen Materialien und Kompositionen zeigen, aber seine gleichbleibende Formulierung ist die einer vitalen und dynamischen Präsenz. (...) Mit den 'Achromen', schließt Piero Manzoni den Bereich der Oberfläche, die sonst geöffnet ist für Aktion, Geste oder Handeln. (...) Sein Ziel ist es "eine vollständig weiße Fläche zu schaffen (ja, gänzlich farblos, neutral), die in keiner Weise auf irgendein malerisches Phänomen oder Element bezogen ist, das außerhalb der Beschaffenheit der Fläche liegt. Es ist nicht das Weiß der Polarlandschaft, eines schönen oder evokativen Materials, einer Empfindung, eines Symbols oder von irgendetwas anderem; es ist eine weiße Fläche, die nichts ist als eine weiße Fläche (eine farblose Fläche, die nichts ist als eine farblose Fläche). Oder, noch besser, sie ist da, und das ist alles. Sie ist. Und, um vollständig zu sein, sie ist reines Werden." " (Übersetzt aus: Celant, Germano: Piero Manzoni, Catalogo generale, Tomo primo, Milano 2004, S. 53 f.). MANZONI, PIERO 1933 Soncino - 1963 Milan Achrome. 1961-1962. Mixed media (raw nylon, wood, textile and glue). In a white, textile-covered wooden display case with glass front. 24 x 19,5cm. Frame: 65 x 60 x 24,5cm. Inscribed and dated verso on the turned-up textile: Manzoni 60 as well as hardly legible on the wooden panel 61. This work is archived under no. 1375A/15 in the Archivio Piero Manzoni, Milan. Enclosed is an original written photograph expertise. Provenance: Galerie Schurr, Stuttgart (gallery label) Achenbach Art Consulting, Düsseldorf.
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
Art Moderne et Contemporain
50968 Köln - Allemagne
26/11/2015
Proposé par Van Ham
49 221 9258620