Lot 751
Marwan (Damaskus 1934 – lebt in Berlin) KOPF. 1973 Öl auf Leinwand. 162 x 129,5 cm ( 63 ¾ x 51 in.). Unten in der Mitte signiert und datiert: Marwan 73. Auf dem Keilrahmen zweimal mit Bleistift und Filzstift in Schwarz bezeichnet: MARWAN Paris 1973. Dort auch ein Etikett der Gruenebaum Gallery, New York, und zwei Etiketten der Biennale Venedig 1982 (s.u.). [3101] Provenienz: Privatsammlung, Hessen Ausstellung: Marwan. New York, Gruenebaum Gallery Ltd., 1976, ganzs. Abb. S. 18 (Head With Red Background) / Venedig, 40. Biennale, 1982 / Marwan. Darmstadt, Kunsthalle Darmstadt, 1984, Kat.-Nr. 22 Marwan, in Damaskus geboren, wollte schon als Jugendlicher in Paris Kunst studieren. Er kam 1957 nach langer Reise bis Berlin, blieb überraschenderweise in der noch vom Krieg verheerten Stadt und studierte an der Hochschule für Bildende Künste bei Hann Trier. Informel und abstrakter Expressionismus war die Sprache der Kunst in dieser Zeit; Marwan übte sich darin, fand jedoch bald zur Figuration zurück. 1973 endlich, reiste er mit einem Stipendium in die ersehnte Stadt: Paris. Und hier, im Angesicht von Monet, Manet und Courbet regte sich offenbar eine Erinnerung an die Farben seiner syrischen Heimat, die für sein Schaffen entscheidend sein sollten. Marwan entwickelte eine tonige Farbigkeit aus Orange, Ocker, grüner Erde und Violett, die seine Bildwelt veränderte. Unser Gemälde, 1973 in Paris entstanden, ist ein herausragendes Beispiel für die von Marwan selbst so bezeichneten „Gesichtslandschaften“. Michael Freitag nennt es „Schwelgen in Farben“, und nichts anderes ist es, was der Betrachter auf den ersten Blick wahrnimmt, eine „Oberflächensensation“. Aus der kostbaren Farbigkeit treten einzelne Linien hervor, die Flussläufen gleich, die Landschaft durchziehen. Über dem Kopf glüht ein roter Schein: Das Antlitz als Spiegel der Seele – ein alter Gedanke, der uns heute ein wenig abgegriffen erscheinen mag. Manches wirkt eindeutig: der sinnliche Mund, der schwermütige Blick. Anderes bleibt schwebend: die androgyne Physiognomie, die Körperlosigkeit. Marwans Bildwelt bleibt eine Annäherung an etwas Unsagbares. In den „Köpfen“ fließen Erinnerungen, Träume, Sehnsüchte zusammen. Jörn Merkert zitiert in seinen Anmerkungen über Marwan Ernst Bloch. Dieser schreibt zur Aneignung der Welt durch den Einzelnen: „Ich bin. Aber ich habe mich nicht. Deshalb werden wir.“ (Marwan, Ausst.- Kat. Berlinische Galerie, Berlin 2001, S. 37) Dieses Werden spricht aus den Werken Marwans, in bewegten farbigen Schichten entwickelt sich eine Ahnung von den Möglichkeiten und Gefährdungen des Lebens. (OH) Marwan (Damascus 1934 – lives in Berlin) KOPF. 1973 Oil on canvas. 162 x 129,5 cm ( 63 ¾ x 51 in.). Signed and dated in the lower centre: Marwan 73. On the stretcher twice inscribed in pencil and black felt-tip pen: MARWAN Paris 1973. There too a label of the Gruenebaum Gallery, New York, and two labels of the Venice Bienniale 1982 (see below). [3101] Provenienz: Private collection, Hesse Ausstellung: Marwan. New York, Gruenebaum Gallery Ltd., 1976, full-page. ill. p. 18 (Head With Red Background) / 40th Venice Biennale, 1982 / Marwan. Darmstadt, Kunsthalle Darmstadt, 1984, cat. no. 22
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
Art Contemporain
10719 Berlin - Allemagne
05/06/2015
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0