Lot 8
Max Liebermann (1847 – Berlin – 1935)
„PAPAGEIENALLEE IM ZOOLOGISCHEN GARTEN IN AMSTERDAM“. 1901
Pastell auf Papier. 41,8 x 30,8 cm ( 16 ½ x 12 ⅛ in.). Unten links mit Bleistift signiert: M Liebermann.
Mit einem Gutachten von Margreet Nouwen, Berlin, vom 17. Oktober 2014. – Das Pastell wird aufgenommen in das Werkverzeichnis der Pastelle, Aquarelle und Gouachen Max Liebermanns von Margreet Nouwen, Berlin (in Vorbereitung).–
[3223]
Provenienz: Privatsammlung von Ludwig W. Gutbier, Inhaber der Galerie Ernst Arnold, Dresden (spätestens 1909 – mind. 1947) / Ella Gutbier, 2. Ehefrau von Ludwig W. Gutbier, Dachau (mind. 1947–1967) / Privatsammlung, Baden-Württemberg (1967 erworben, seitdem in Familienbesitz)
Ausstellung: Katalog der vierten Kunstausstellung der Berliner Secession: Zeichnende Künste. Berlin 1901/02, Kat.-Nr. 388 („Papageienallee im zoologischen Garten zu Amsterdam“) / Max Liebermann – Jahrhundertwende. Berlin, Nationalgalerie, 1997, Kat.-Nr. G 48, ganzseitige Farbbbildung S. 174 / Max Liebermann und der deutsche Impressionismus. Künstler der Berliner Secession. Ravensburg, Schloß Achberg, 2013, ganzseitige Farbabbildung S. 43
Literatur und Abbildung: Gustav Pauli: Max Liebermann. Des Meisters Gemälde in 304 Abbildungen. Stuttgart und Leipzig, Deutsche Verlags-Anstalt, 1911 (= Klassiker der Kunst in Gesamtausgaben, Neunzehnter Band), S. 246 / Auktion 106: Kunst alter und neuer Meister, dekorative Graphik, Veduten. München, Karl & Faber, 7./8.6.1967, Kat.-Nr. 744, Farbabb. Tf. VII / Ausstellungskatalog: „Nichts trügt weniger als der Schein“. Max Liebermann, der deutsche Impressionist. Bremen, Kunsthalle, 1995/96, S. 31, Abb. 11, S. 32 (nicht ausgestellt) / Ausstellungskatalog: Max Liebermann und die französischen Impressionisten. Wien, Jüdisches Museum, 1997/98, Abb. S. 118 (nicht ausgestellt)
Liebermann setzte sich ab Mitte der 1890er Jahre immer stärker mit dem französischen Impressionismus auseinander. In der Folge veränderten sich die von ihm gewählten Sujets. Tennisspieler, Badegäste und Reiter am Strand wurden nun zu den bevorzugten Bildinhalten während der in Holland verbrachten Sommermonate. Auch die tonig erdige Farbpalette hellte sich zunehmend auf. Günter Busch weist in seinem Beitrag für den Bremer Liebermann-Ausstellungskatalog von 1995/96 darauf hin, daß vor allem Liebermanns Pastelle den Maler zum hellfarbigen Malstil der Schaffenszeit nach 1900 führten.
Die Farbigkeit der Papageien im Amsterdamer Zoo mußte Liebermann also zwangsläufig interessieren. Neben Skizzen entstanden mehrere Pastelle und Ölbilder der Papageienallee. Der Freund und Biograph des Malers, Erich Hancke, berichtet, daß die Pastelle vor dem Motiv entstanden sind. Zwei Stimmungen treffen im Bild aufeinander: die heitere Gelassenheit eines Sommertages im Zoo und die atmosphärische Darstellung eines Parkweges, der von hohen Bäumen gesäumt wird. Das Spiel von Licht und Sonne, dunklem Grün und hellem Sand und die farbigen Akzente der zwischen den Bäumen aufgestellten Papageien machen deutlich, warum Max Liebermann „der deutsche Impressionist“ genannt wird. Neben den für das Pastell typischen Verreibungen der Kreiden auf dem Papier bleibt das zeichnerische Gerüst der Arbeit in allen Bereichen sichtbar. Die Vereinfachung in den Details und die beiden stark angeschnittenen Personen an beiden Bildrändern verleihen dem Werk Spontaneität und Frische. (OH)
Max Liebermann schuf von diesem Motiv auch ein Gemälde, das seit dem Zweiten Weltkrieg verschollen ist (Eberle 1901/7). Eine andere Version in Öl (Eberle 1902/27) befindet sich in der Kunsthalle Bremen.
Max Liebermann (1847 – Berlin – 1935)
„PAPAGEIENALLEE IM ZOOLOGISCHEN GARTEN IN AMSTERDAM“. 1901
Pastel on paper. 41,8 x 30,8 cm ( 16 ½ x 12 ⅛ in.). Signed in pencil lower left: M Liebermann.
Accompanied by a certificate by Margreet Nouwen, Berlin, from 17 October 2014. – The pastel will be included in the catalogue raisonné of pastels, watercolours and gouaches by Max Liebermann by Margreet Nouwen, Berlin (in preparation).–
[3223]
Provenienz: Private collection of Ludwig W. Gutbier, owner of Galerie Ernst Arnold, Dresden (from 1909 at the latest until at least 1947) / Ella Gutbier, 2nd wife of Ludwig W. Gutbier, Dachau (from at least 1947 until 1967) / Private collection, Baden-Wuerttemberg (acquired in 1967, thence by descent to the present owner)
Ausstellung: Catalog of the fourth art exhibition of the Berlin Secession: Zeichnende Künste. Berlin 1901/02, cat. no. 388 („Papageienallee im zoologischen Garten zu Amsterdam“) / Max Liebermann – Jahrhundertwende. Berlin, Nationalgalerie, 1997, cat. no. G 48, full-page color ill. p. 174 / Max Liebermann und der deutsche Impressionismus. Künstler der Berliner Secession. Ravensburg, Schloß Achberg, 2013, full-page colour ill. p. 43
Literatur und Abbildung: Gustav Pauli: Max Liebermann. Des Meisters Gemälde in 304 Abbildungen. Stuttgart and Leipzig, Deutsche Verlags-Anstalt, 1911 (= Klassiker der Kunst in Gesamtausgaben, Nineteenth volume), p. 246 / Auction 106: Kunst alter und neuer Meister, dekorative Graphik, Veduten. Munich, Karl & Faber, 7/8 June 1967, cat. no. 744, colour ill. pl. VII / exhibition catalogue: „Nichts trügt weniger als der Schein“. Max Liebermann, der deutsche Impressionist. Bremen, Kunsthalle, 1995/96, p. 31, ill. 11, p. 32 (not exhibited) / exhibition catalogue: Max Liebermann und die französischen Impressionisten. Vienna, Jüdisches Museum, 1997/98, ill. p. 118 (not exhibited)
The painting that Max Liebermann completed of the same subject remains lost since the Second World War (Eberle 1901/7). An other version in oil (Eberle 1902/27) is located at Kunsthalle Bremen.
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