Lot 325
Meister der Toskanischen Schule, um 1500 ANBETUNG DES KINDES IN BETHLEHEM Öl/ Tempera auf Holz. Parkettiert. 72 x 41,5 cm. In feinem Goldrähmchen. Das oben rundschließende Tafelbild, wohl für eine höfische Hauskapelle in Auftrag gegeben, zeigt hohe Ästhetik, sowohl was den Bildaufbau betrifft, als auch die Wiedergabe der Gestalten und Gesichter. Die Szene zeigt Maria, den Johannesknaben und das am Boden auf einem Kissen liegende Jesuskind. Der Hintergrund eine Fantasielandschaft mit steilen, bewachsenen Felsen und einem gekrümmten Weg, der links nach hinten führt. Die Gruppe ist von der Landschaft durch eine halbhohe Steinmauer getrennt, die den Vordergrund intimer erscheinen lässt. Maria steht in dunklem Mantel und aufrechter Haltung; mit gefalteten Händen und leicht geneigtem Kopf blickt sie zum Kind herab, während dieses ein Händchen der Mutter entgegenhält. Dahinter kniet der Johannesknabe, die Fingerspitzen ebenfalls aneinandergelegt, mit einem nach oben, der Maria entgegen, gerichteten Blick. Zwischen den Figuren lässt sich ein Flechtzaun ausmachen, dahinter der Kopf des Ochsen. Genauere Detailbetrachtung lässt auf der Mantelborte einen feinen Schriftzug erkennen, der hebräische Buchstaben in freier Fantasie imitiert. Die Nimben sind lediglich als feine Reifen angedeutet, ebenso wie die Strahlen, die das teilweise gewickelte Kind umgeben, sehr zurückhaltend angegeben werden. Dies deutet darauf hin, dass in dieser Epoche der italienischen, vor allem florentinischen Malerei der dominierende Charakter der Heiligendarstellung vermindert werden sollte, zugunsten einer lebensnahen, auf Emotion abzielenden Darstellung einer schönen jungen Mutter mit ihrem Kind und einem anmutigen Johannesknaben. Demgemäß entsprechen die Gesichter – vor allem das der Maria – ganz dem Schönheitsideal, wie wir es in Bildern der Florentiner Fra Filippo-Lippi (1406-1469) oder Filippino Lippi (um 1457-1504) finden. Das Gemälde zeigt, dass die Entstehung wohl nicht auf einen hoch dotierten Auftrag hinweist. Dies zeigt sich darin, dass der Maler auf die kostbare, aus Lapislazuli gewonnene Farbe Blau verzichten musste, den Mantel der Maria in einem nur bläulichen Schwarz malen und selbst in der Himmelszone das Blau nur sehr sparsam einsetzen konnte. Umso mehr hat er sein ganzes Talent in der Wiedergabe der Schönheit der Gesichter bewiesen. Dabei wäre nicht auszuschließen, dass Entwurf und Gesichter neben Landschaft von zwei Händen, nämlich einem Meister der Florentinischen Schule und seiner Werkstatt entstammen. A. R. (1291031) (11) School of Tuscany, ca. 1500 THE ADORATION OF THE CHRIST CHILD IN BETHLEHEM Oil/ tempera on panel. Parquetted. 72 x 41.5 cm.
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Catalogue
09/12/2021
Proposé par Hampel Fine Art Auctions
0049-89-28804-0