Lot 81
MODERSOHN, OTTO 1865 Soest - 1943 Rotenburg Träumerei. 1899. Öl auf Leinwand. 81,5 x 136cm. Signiert und datiert unten links: O. Modersohn 99. Verso auf dem Keilrahmen nochmals signiert sowie betitelt: O. Modersohn Träumerei. Wir danken Herrn Rainer Noeres, Otto Modersohn Museum, für seine freundliche wissenschaftliche Unterstützung. Provenienz: H. Vogler, Worpswede 1900 (Bethge, S. 71) Literatur: Rilke, Rainer Maria: Worpswede; in: Künstler-Monographien, Band LXIV, H. Knackfuß (Hrsg.), Bielefeld/Leipzig 1903, s/w Abb. 8 (1. Fassung 1896) Bethge, Hans: Worpswede; in: Die Kunst - Sammlung illustrierter Monographien, Band 32, Richard Muther (Hrsg.), Berlin o.J. (1904?), S. 28, s/w Abb. zwischen S. 30/31 (1. Fassung 1896) In seinem Atelierbuch merkt Otto Modersohn 1899 zu diesem Gemälde an: "'Träumerei' (w. 96 verändert Mann entfernt)". Drei Jahre nach Entstehung der ursprünglichen Fassung nimmt er gravierende Veränderungen vor. So übermalt er den neben dem linken Birkenpaar sitzenden und Laute spielenden Mann und fügt die nun zu sehende Hecke und die Birkenreihe im linken Mittelgrund hinzu. Auch überarbeitet er die Gestalt der jungen Frau. Darüberhinaus sind heute die Bildmaße andere. Modersohn notiert diese mit 81 x 150cm. Das Format wurde im linken Randbereich verkleinert, so dass die Hügelkuppe im Hintergrund jetzt angeschnitten erscheint. (Vgl. Abbildungen in der o.g. Literatur) Durch die Veränderungen nimmt Modersohn der romantisch wirkenden ersten Fassung das narrative Element ("es ist Frühling; ein Jüngling sitzt im Grase und spielt seinem Mädchen, das an einer Birke vor ihm lehnt, die Laute"; Bethge, S. 28) und verleiht der Szenerie eine poetische, stille Größe, mit der er die Harmonie von Mensch und Natur heraufbeschwört. "Namentlich und in erster Linie muß ich mein Geheimstes, Merkwürdigstes, Persönlichstes in meinen Bildern geben. Darin hafte ich immer noch so sehr, wie viele Bilder habe ich jetzt auf Reisen und welche sind der Art. 16 Bilder habe ich reisen, höchstens 3 (Hänsel u. Gretel, - Träumerei, Abendsonne, Worpswede) sind mir davon lieb. - Und ich habe so köstliche, feine Gedanken. - Immer muß mein Hauptgedanke der werden: wenig, das Wenige aber so köstlich und delikat, wie möglich. - Mein Ideal ist eine Vereinigung von Phantasie und Natur. Mein Ziel ist das möglichst leuchtende, prächtige, starke, delikate, kleinodienhafte Bild. Ich bin mir bewußt, daß ich es ganz erreichen werde, ich muß mir nur ganz treu bleiben." (Modersohn, Tagebuch, 28.11.1899). MODERSOHN, OTTO 1865 Soest - 1943 Rotenburg Dreamery. 1899. Oil on canvas. 81,5 x 136 cm. Signed and dated lower left: O. Modersohn 99. Verso again signed and titled on the stretcher: O. Modersohn Träumerei. We would like to thank Rainer Noeres, Otto Modersohn Museum, for his kind scientific support. Provenance: H. Vogler, Worpswede 1900 (Bethge, p. 71) Literature: Rilke, Rainer Maria: Worpswede; in: Künstler-Monographien, Vol. LXIV, H. Knackfuß (ed.), Bielefeld/Leipzig 1903, b/w ill. 8 (1st version 1896) Bethge, Hans: Worpswede; in: Die Kunst - Sammlung illustrierter Monographien, Vol. 32, Richard Muther (ed.), Berlin o.J. (1904?), p. 28, b/w ill. between p. 30/31 (1st version 1896)
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Dessins, aquarelles et pastels
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Catalogue
Art Moderne et Contemporain
50968 Köln - Allemagne
27/11/2014
Proposé par Van Ham
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