Lot 54
Norbert Kricke (1922 – Düsseldorf – 1984) Raumplastik „Chi“. 1961 Edelstahl, auf schwarzen Original-Steinsockel montiert. Höhe (ohne Sockel): 60 cm ( 23 ⅝ in.). Die Skulptur wird aufgenommen in das Werkverzeichnis der Plastiken Norbert Krickes von Dr. Sabine Kricke-Güse, Berlin (in Vorbereitung).– [3159] Provenienz: Ehemals Galerie Karl Flinker, Paris (1964) Ausstellung: Im Kunsthaus Zürich: Sammlungen Hans und Walter Bechtler. Zürich, Kunsthaus 1982, S. 177 mit Abb. / Norbert Kricke - Raum, Linie. Ein Dialog zwischen Kunstwerk und Architektur. Appenzell, Museum Liner, 2012, S. 106 mit ganzs. Abbildung Literatur und Abbildung: Jürgen Morschel: Norbert Kricke. Stuttgart, Gerd Hatje Verlag, 1976, Kat.-Nr. 88, mit ganzs. Abbildung / Gottfried Boehm: Was sich tut. In: Grisebach. Das Journal. Heft 6, Berlin 2016, S. 63–66, m. Farbabbildung S. 65 Der Düsseldorfer Norbert Kricke ist einer der wichtigsten Vertreter der deutschen Nachkriegsmoderne, sein Werk wird inzwischen auch von den großen internationalen Institutionen gesammelt. Zu seinen bekanntesten Werken zählen die sogenannten „Raumplastiken“ – dynamisch ausgreifende, oft aus einer Vielzahl von Metallstäben bestehende Gebilde, die wie vom Sturm gepeitscht für einen Moment in ihrer Bewegung eingefroren zu sein scheinen. Obwohl die technischen Errungenschaften der 1950er- und 1960er-Jahre auf Norbert Kricke eine starke Faszination ausübten, war sein Werk auch eingebettet in Phänomene der Natur. So entwickelte er um 1964 Ideen zu „Wasserreliefs“ und einem „Wasserwald“, die wesentlich auf der Wirkung von Lichtreflexionen auf einer Wasseroberfläche basierten. Kurz davor entstand die Raumplastik „Chi“: In wildem Schwung, einer Kalligrafie gleich, strömen dünne Eisenstifte einzeln oder in Bündeln ungestüm in alle Richtungen. In seiner Bewegtheit den kinetischen Arbeiten der Zero-Gruppe um Heinz Mack, Otto Piene und Günther Uecker nahestehend, stemmt sich Krickes Werk mit aller Macht gegen den Stillstand – auch wenn es de facto dazu verdammt ist. „Chi“ fällt in eine für den Bildhauer äußerst produktive Zeit. 1959 wurde er zum ersten Mal zur documenta in Kassel eingeladen, auf der er fünf Jahre später noch einmal vertreten war. Ebenfalls 1964 widmete ihm das Museum of Modern Art in New York eine Ausstellung, seine Arbeiten wurden auf der Biennale von Venedig präsentiert, außerdem erhielt er eine Professur an der renommierten Kunstakademie in seiner Heimatstadt Düsseldorf. Etwas von dem Optimismus, der sich mit diesen erfreulichen Ereignissen verbindet, spiegelt sich auch in der ungestümen Schönheit von „Chi“ wider. UC Norbert Kricke (1922 – Düsseldorf – 1984) Raumplastik „Chi“. 1961 Stainless steel, mounted on original black stone base. Height (without base): 60 cm ( 23 ⅝ in.). The sculpture will be included in the catalogue raisonné of sculptures by Norbert Krickes, by Dr. Sabine Kricke-Güse, Berlin (in preparation).– [3159] Provenienz: Formerly Galerie Karl Flinker, Paris (1964) Ausstellung: Im Kunsthaus Zürich: Sammlungen Hans und Walter Bechtler. Zürich, Kunsthaus 1982, p. 177 with ill. / Norbert Kricke - Raum, Linie. Ein Dialog zwischen Kunstwerk und Architektur. Appenzell, Museum Liner, 2012, p. 106 with full-page illustration Literatur und Abbildung: Jürgen Morschel: Norbert Kricke. Stuttgart, Gerd Hatje Verlag, 1976, cat. no. 88, with full-page ill. / Gottfried Boehm: Was sich tut. In: Grisebach. Das Journal. vol. 6, Berlin 2016, p. 63–66, with colour ill. p. 65
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Catalogue
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Allemagne
01/12/2016
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0