Lot 136
Paar bedeutende Türkommoden mit Chinoiserie-Lackmalerei und Marmorplatten, signiert „J. L. Cosson
Höhe: 98 cm.
Breite: 81 cm.
Tiefe: 43 cm.
Die beiden Möbel jeweils unter der Platte gestempelt „ME in Ligatur sowie „J. L. Cosson.
Um 1770.
Höchst qualitätvolle und meisterliche Arbeit in handwerklicher Perfektion nach hochrangig künstlerischem Entwurf. Jeweils eintürig, der Aufbau wie bei Meistermöbeln Frankreichs üblich in massiver Eiche, Furnier in dunkelrötlichem Mahagoni. Die Ecken abgeschrägt, mit kassettengerahmten Lisenen besetzt, über Stollenfußsockel mit quadratischen, schrägstehenden Fußsockelfronten. Unter den kantig vortretenden Ecken der weißen Carrara-Marmorplatten kräftiges Beschlagwerk in Form volutierter Akanthusblätter, durchsetzt von Perlstabbändern mit darübergelegten, stark plastischen Blumenfestons. Umlaufender Eierstabfries unterhalb der Mauerplatte. An der Frontzarge herabgeführte
Dekoration in Form eines feuervergoldeten, durchbrochen gearbeiteten Beschlagwerkes mit symmetrisch nach außen ziehenden Blättern mit zentralen Voluten. Eine Besonderheit sind die in die Türen und Seiten eingelegten Lackbildtafeln mit Chinoiserie-Szenen: Vor dunkelbraunem Hintergrund heben sich Pagoden, Teehäuser mit Geländern und Zäunen in Lackrot wirkungsvoll ab. Spaliere, Dächer, Dachdekorationen und vegetabile Dekoration in Goldmalerei, dazwischen entsprechend figürliche Staffage. In einem der Türbilder wird ein chinesisches Paar im Teehaus gezeigt, eine der Figuren mit einem Buch, das Gegenstück zeigt ein Teehaus hinter dunkelrot gefärbten, bizarren Baumstämmen, ebenfalls mit Figurenstaffage. In den schlanken Feldern der Seiten entsprechende, unterschiedliche Szenerien. Wandseitig tritt der Möbelkorpus seitlich in Kehlung leicht vor, mit Seitenlisenen und entsprechendem, vergoldetem Beschlagwerk. Im Inneren Fachbretter an Zahnleiste. Die originalen Schlösser mit zugehörigen Schlüsseln erhalten. Die beiden Möbel in tadelloser Erhaltung. Die Lackmalereien nur partiell rest.
Jacques Laurent Cosson wurde 1765 Meister, er führte sein Atelier in der Rue des Charonne in einem Gebäude „A l'enseigne du Grand Monarque. Cosson belieferte
Berufskollegen wie T. Migeon und Moreau. Einige seiner Möbel weisen Sèvres-Porzellaneinlagen auf, andere mit imitiertem Coromandel-Lack. In seinem Werk befinden sich vor allem Louis XVI-Möbel, Kommoden, Bureau Plats, Zylinderbureaus und Sekretäre.
Literatur:
P. Kjellberg, Die französischen Möbel des 18. Jahr?hun?derts, Paris, 1989, S. 187 (mit biografischen Angaben).
J. Nikolay, L'art et la manière des maîtres ébénistes français au 18 siècle, Paris, 1976, Band 1, S. 34 (ebenfalls mit biografischen Angaben). (790711)
Pair of outstanding chest of drawers with doors, decorated with chinoiserie lacquer painting and marble plates, signed „J. L. Cosson
Height: 98 cm.
Width: 81 cm.
Depth: 43 cm.
Both furniture marked under the plate with master's hallmark „ME in ligature as well as „J. L. Cosson.
About 1770.50000
Crédits photos : Contacter la maison de vente
Divers
À propos de la vente17/09/2010
Catalogue
Haute Epoque, Ecole de Leipzig, Tableaux, Mobilier, Objets d'Art
80799 München - Allemagne