Lot 694
Paolo Gerolamo Piola,
1666 Genua – 1724
ebenda
Gemäldepaar
APOLLO
sowie
VULKAN
Öl auf Leinwand.
77 x 185 cm.
Beide Gemälde extrem breitformatig, was darauf schließen lässt, dass die beiden Gemälde ehemals als Supraportebilder einer Schloss- oder Palastausstattung fungiert haben. Aufgrund dieser extremen Längsstreckung des Formates sind die dargestellten allegorischen Figuren liegend bzw. gebückt wiedergegeben. Im erstgenannten Gemälde ist Apollo gezeigt, Gott der Musen. In der Antike als Sonnengott verehrt, ist sein Haupt hier von einem goldenen Lichtkranz hinterfangen und als Beschützer der Künste hält er als Attribut eine Lyra in der linken Hand. Er ist in liegender Position gezeigt, der unbekleidete Oberkörper über rotem Velum aufgestützt, die Beine übereinander gelegt, seine rechte Hand weist den Zeigefinger senkrecht nach oben. Die Gestalt insgesamt vor dunklerem, wolkenähnlich schlierigem Hintergrund.
Das Gegenstück zeigt den antiken Schmiedegott Vulkan in weit nach vorne gebückter Haltung, ebenfalls mit entblößtem Oberkörper, kräftigen Armen, bärtigem Gesicht und aufgestellten Knien. Zwischen seinen Füßen ein Helm, links neben ihm ein Amboss, am linken Bildrand ein Werkstattgehilfe, der soeben ein glühendes Eisen mit einer Zange auf den Amboss richtet. Vulkan, griechisch Hephaistos, hält selbst den Stiel eines schweren Hammers in der linken Hand, hinter seinem Rücken zieht das Rohr einer Kanone nach rechts. Die gesamte Szenerie hinterfangen von einem roten Explosionsfeuer.
Beide Gemälde zeigen jeweils in der rechten unteren Ecke eine steingraue Volute mit darauf ausziehendem Feston in Bronzefarbe. Dies lässt vermuten, dass die Gemälde ehemals in einem entsprechenden Stuckzusammenhang platziert waren. Die beiden Gemälde stehen in Zusammenhang mit den in der Auktion ebenfalls angebotenen weiteren zwei Supraportebildern mit den Themen „Venus“ und „Diana“.
Domenico Piola gilt als der vielleicht bedeutendste Genueser Maler seiner Zeit und erhielt aufgrund seines Erfolges einen großen Werkstattbetrieb, bekannt unter dem Begriff „Casa Piola“, in der mehrere Mitarbeiter wirkten. Zahlreiche Paläste und Villen in und um Genua verdanken ihre Ausstattung dieser Werkstatt. So stattete 1688 Piola zusammen mit Gregorio de Ferrari (1644–1726) die Räume des Palazzo Rosso in Genua aus, in denen einige Werke sich heute im Britischen Museum befinden. AR
Literatur:
Ausstellungskatalog Daniele Sanguineti, Domenico Piola 1628-1703. Percorsi di pittura barocca, Genua 2017, S. 154ff.
Katalogtext der Galleria Giamblanco, mit Besprechung der hier vorliegenden Werke. (1191251) (130800) (11)
Paolo Gerolamo Piola,
1666 Genoa – 1724 ibid
A pair of paintings
APOLLO
and
VULCAN
Oil on canvas.
77 x 185 cm.
Literature:
D. Sanguineti, Domenico Piola 1628-1703. Percorsi di pittura barocca, exhibition catalogue, Genoa 2017, pp. 154ff.
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