Lot 36
Paul Delvaux (Antheit 1897 – 1994 Furnes/Belgien) ÉTUDE POUR „LES DRYADES“. 1966 Aquarell, Pinsel und Feder in Schwarz auf Papier. 62 x 50,5 cm ( 24 ⅜ x 19 ⅞ in.). Unten rechts signiert und datiert: P. DELVAUX 9-66. [3194] Literatur und Abbildung: Versteigerungskatalog: London, Christie’s, 6.12.1983, Kat.-Nr. 194 Paul Delvaux wehrte sich zeit seines Lebens gegen die Bezeichnung „Surrealist“, da seiner Malerei jede offenkundige Phantastik fremd sei. Aus heutiger Sicht ist seine Kunst eher dem Lager der „Magischen Realisten“ zuzurechnen, die der niederländische Maler Pyke Koch 1971 folgendermaßen von den Surrealisten abgrenzte: „Der Magische Realismus bedient sich Vorstellungen, die wohl möglich, aber unwahrscheinlich sind, während der Surrealismus unmögliche Situationen wiedergibt. Zwischen dem offenkundig Unmöglichen und dem Unwahrscheinlichen liegt die Welt von Surrealismus und Magischem Realismus“ (Pyke Koch, in: Ausst.-Kat. Magisch Realisme in Nederland, Antwerpen 1971). Delvaux bleibt in seinen Bildern stets nahe der natürlichen Wirklichkeit, übersteigert diese jedoch mittels einer verblüffenden Detailgenauigkeit und entführt den Betrachter so in traumhafte, visionäre Gefilde. Die Vorstudie ist für ihn ein wichtiges Mittel zur endgültigen Bildfindung. Unser Aquarell diente als Entwurf für sein großes Ölbild „Les Dryades“, das Ende 1966 entstand. Die anmutige zentrale Frauengestalt mit rotem Umhang und auffälligem Hutschmuck wurde für dieses Gemälde bis ins Detail übernommen, ihre Partnerin in Blau am rechten Bildrand hingegen nicht. Die Bildidee, hinter einer Wasserfläche eine sich nahezu endlos in den Tiefenraum erstreckende Tempellandschaft wiederzugeben, ist bereits hier in kleinem Maßstab angelegt, ebenso die Belebung der Szenerie mit weiteren nackten wie auch bekleideten Frauengestalten. Die titelgebenden Dryaden, Baumgeister der griechischen Mythologie, gehören dem komplexen bildnerischen Alphabet Delvaux’ an, das der Maler etwa Mitte der 1930er Jahre für seine Malerei zu entwickeln begann. All diese weiblichen Geschöpfe sind auf denselben Frauentyp zurückzuführen, den er in seinen Bildern immer wieder beschwor. Delvaux bekannte: „Frauen waren für mich sehr lange unerreichbare Wesen. Ich träumte sie mir herbei – in allen Situationen, die der Traum gebiert: Brücke, Platz und Eisenbahn.“ (Fritz J. Raddatz, in: DIE ZEIT, 29. Juli 1994) (AF) Zusatzabbildung: Paul Delvaux. Les Dryades. 1966. Öl auf Leinwand. 149,5 x 237,5 cm. Museum Ludwig, Köln Wir danken Martine Van Deun Gautot, Fondation Paul Delvaux, St. Idesbald, für freundliche Hinweise Paul Delvaux (Antheit 1897 – 1994 Furnes/Belgium) ÉTUDE POUR „LES DRYADES“. 1966 Watercolour, brush and pen and black ink on paper. 62 x 50,5 cm ( 24 ⅜ x 19 ⅞ in.). Signed and dated lower right: P. DELVAUX 9-66. [3194] Literatur und Abbildung: Auction catalogue: London, Christie’s, 6.12.1983, cat. no. 194 We would like to thank Martine Van Deun Gautot, Fondation Paul Delvaux, St. Idesbald, for kindly providing additional information
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
04/06/2015
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0