Lot 384
Paul Klee (Münchenbuchsee 1879 – 1940 Muralto bei Locarno) „Zwei Seelen aufwärts“. 1927 Feder in Schwarz und Aquarell, teilweise gespritzt, auf Ingres-Bütten, oben und unten Randstreifen mit Pinsel in Schwarz, vom Künstler auf Karton montiert. 32,5 × 22,5 cm (36,2 × 26 cm) ( 12 ¾ × 8 ⅞ in. (14 ¼ × 10 ¼ in.)). Oben links mit Feder in Schwarz signiert: Klee. Unterhalb der Darstellung auf dem Karton mit Feder in Schwarz links datiert und bezeichnet und rechts betitelt: 1927 Omega 4 zwei Seelen aufwärts. Paul-Klee-Stiftung 4508.– Leicht gebräunt. [3199] Provenienz: Otto Ralfs, Braunschweig (1930) / Richard Doetsch-Benziger, Basel (spätestens 1953) / Galerie R. N. Ketterer, Campione d‘Italia (1966) / Privatsammlung, Norddeutschland Ausstellung: Zeichnungen von Paul Klee aus der Sammlung Otto Ralfs, Braunschweig. Berlin, Nationalgalerie, Kronprinzenpalais, 1930, Nr. 49 / Kandinsky, Klee, Rudolph. Kiel, Kunsthalle, 1930 (o. Kat.) / Paul Klee. Gemälde, Aquarelle, Graphik 1903–1930. Hannover, Kestner-Gesellschaft, 1931 / Moderne deutsche Malerei aus Privatbesitz. Basel, Kunsthalle, 1933, Kat.-Nr. 94 / Paul Klee. Tafelbilder und Aquarelle aus Privatbesitz. Basel, Galerie d‘Art Moderne, Marie-Suzanne Feigel, 1949, Nr. 53 / Katalog der Sammlung Richard Doetsch-Benziger. Malerei, Zeichnung und Plastik des 19. und 20. Jahrhunderts. Basel, Kunstmuseum, 1956, Kat.-Nr. 183, mit Abb Literatur und Abbildung: Margit Bosshard-Rebmann: Paul Klee [Sammlung Richard Doetsch-Benziger, Basel]. Basel, 1953, Nr. 47 / Lagerkatalog: Moderne Kunst III. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen. Campione d‘Italia, R. N. Ketterer, 1966, Kat.-Nr. 106, mit Abb. / Auktion 173: Moderne Kunst. Hamburg, Dr. Ernst Hauswedell, 4./5.6.1970, Kat.-Nr. 616, mit Abb. / Ausst.-Kat.: Paul Klee. Die Ordnung der Dinge. Stuttgart, Württembergischer Kunstverein, 1975, Abb. S. 12 (nicht ausgestellt) / Donat de Chapeaurouge: Paul Klee und der christliche Himmel. Stuttgart, 1990, Abb. S. 55 „unerschöpflich ist die phantasie klees, er ist ‚inwendig voller figur’, werk auf werk drängt naturhaft hervor, jedes einmalig, keines eine wiederholung, und doch schließen sie sich zu gattungen zusammen“, so formulierte es der Kunsthistoriker Ludwig Grote 1931 in der für das Bauhaus typischen Kleinschreibung (In: bauhaus. zeitschrift für gestaltung, H. 3, 1931, o. S.). Dem von Grote konstatierten kontinuierlichen Gestaltungswillen des Malers verdanken wir auch das 1927 in schwarzer Feder und Aquarell gearbeitete Blatt „Zwei Seelen aufwärts“. In einem durch dünnsten Farbauftrag fast bis zur Immaterialität aufgelösten Bildraum steigen zwei in Klees charakteristischer Manier gezeichnete Figuren nach oben. Thematisch deutet das Sujet bereits auf die Serie der Engel hin, die im Spätwerk des Künstlers einen Schwerpunkt bilden werden (obgleich der wohl berühmteste Engel Klees der „Angelus Novus“ aus dem Jahr 1920 aus dem Besitz von Walter Benjamin bleibt). Unser Blatt „Zwei Seelen aufwärts“ stammt aus der Sammlung von Otto Ralfs. Der kunstsinnige Kaufmann hatte im Juli 1925 in Braunschweig eine Gesellschaft zur Förderung des Werks von Paul Klee gegründet. Diese Vereinigung von Gönnern, die bis zum Tod des Malers 1940 bestand, sicherte Klee nicht nur ein regelmäßiges Einkommen, sondern ermöglichte ihm 1928 auch eine inspirierende Reise in den Orient. Zudem bemühte sich Ralfs, Klees Schaffen in Ausstellungen bekannt zu machen. Die hier vorgestellte aquarellierte Zeichnung wurde schon im April 1930 im exponierten Berliner Kronprinzenpalais und ein Jahr später bei der Kestner-Gesellschaft in Hannover gezeigt. Für Klee brachte das Jahr 1931 beruflich gesehen vor allem den Abschied vom Bauhaus und den Wechsel an die Staatliche Kunstakademie in Düsseldorf. Zehn Jahre hatte Paul Klee, der 1921 der Einladung von Gropius gefolgt war, das Bauhaus entscheidend geprägt. Doch vor allem nach dem Umzug der Schule von Weimar nach Dessau, wo Klee die Hälfte eines der Meisterhäuser bewohnte, empfand er die Lehre zunehmend als Einschränkung seiner eigenen Produktivität. Also zog er 1931 die notwendigen Konsequenzen. „in paul klee verliert das bauhaus einen bedeutenden künstler, einen hervorragenden pädagogen und das unersetzlichste, eine große persönlichkeit, und wir alle verlieren einen wirklichen freund“, schrieb der sicher nicht zu emotionalem Überschwang neigende Bauhaus-Direktor Ludwig Mies van der Rohe damals mit ernsthafter Wertschätzung (In: bauhaus. zeitschrift für gestaltung, H. 3, 1931, o. S.). GK Zu Paul Klee siehe auch das Los 32: „Dryaden“, 1939, aus unserer Auktion „Ausgewählte Werke“ am 30. Mai 2019. Paul Klee (Münchenbuchsee 1879 – 1940 Muralto near Locarno) „Zwei Seelen aufwärts“. 1927 Pen and black ink and watercolour, partially sprayed, on Ingres laid paper, at the top and at the bottom marginal stripes with brush in black, mounted on cardboard by the artist. 32,5 × 22,5 cm (36,2 × 26 cm) ( 12 ¾ × 8 ⅞ in. (14 ¼ × 10 ¼ in.)). Signed in pen in black, upper left: Klee. Below the image on the cardboard, dated on the left and inscribed and titled on the right in pen in black: 1927 Omega 4 zwei Seelen aufwärts. Paul-Klee-Stiftung 4508.– Pale time staining. [3199] Provenienz: Otto Ralfs, Braunschweig (1930) / Richard Doetsch-Benziger, Basle (at the latest 1953) / Galerie R. N. Ketterer, Campione d‘Italia (1966) / Private Collection, northern Germany Ausstellung: Zeichnungen von Paul Klee aus der Sammlung Otto Ralfs, Braunschweig. Berlin, Nationalgalerie, Kronprinzenpalais, 1930, no. 49 / Kandinsky, Klee, Rudolph. Kiel, Kunsthalle, 1930 (no catalogue) / Paul Klee. Gemälde, Aquarelle, Graphik 1903–1930. Hannover, Kestner-Gesellschaft, 1931 / Moderne deutsche Malerei aus Privatbesitz. Basel, Kunsthalle, 1933, cat. no. 94 / Paul Klee. Tafelbilder und Aquarelle aus Privatbesitz. Basel, Galerie d‘Art Moderne, Marie-Suzanne Feigel, 1949, no. 53 / Katalog der Sammlung Richard Doetsch-Benziger. Malerei, Zeichnung und Plastik des 19. und 20. Jahrhunderts. Basel, Kunstmuseum, 1956, cat. no. 183, with ill. Literatur und Abbildung: Margit Bosshard-Rebmann: Paul Klee [Sammlung Richard Doetsch-Benziger, Basel]. Basel, 1953, no. 47 / stock catalogue: Moderne Kunst III. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen. Campione d‘Italia, R. N. Ketterer, 1966, cat. no. 106, with ill. / auction 173: Moderne Kunst. Hamburg, Dr. Ernst Hauswedell, 4./5.6.1970, cat. no. 616, with ill. / exh. cat.: Paul Klee. Die Ordnung der Dinge. Stuttgart, Württembergischer Kunstverein, 1975, ill. p. 12 (not exhibited) / Donat de Chapeaurouge: Paul Klee und der christliche Himmel. Stuttgart, 1990, ill. p. 55 For Paul Klee, see also lot 32: „Dryaden“, 1939, from our auction “Selected Works“ on 30 May 2019.
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ORANGERIE bauhaus forever!
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30/05/2019
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