Lot 6
Paula Modersohn-Becker (Dresden 1876 – 1907 Worpswede)
„Fünf Kinder an einem Hang, rechts Elsbeth“. 1902
Tempera auf Pappe. 48,5 × 69 cm ( 19 ⅛ × 27 ⅛ in.). Rückseitig mit Bleistift datiert: August 1902. Rückseitig von Tille Modersohn, der Tochter der Künstlerin, mit Kugelschreiber in Blau bestätigt: Ich bezeuge, daß das umseitige Bild von meiner Mutter Paula Modersohn-Becker gemalt wurde. Bremen, 20.11.1974. Tille Modersohn.
Busch/Schicketanz/Werner 313.–
[3570]
Provenienz: Henner Becker, Bremen (bis 1949) / Charlotte Becker, Bremen (seitdem in Familiensbesitz)
Ausstellung: Paula Modersohn-Becker. Bremen, Kunsthalle, 1947, Kat.-Nr. 3, Nachtrag („Kinder in der Landschaft") / Paula Modersohn-Becker 1876-1907. Hagen, Karl-Ernst-Osthaus-Museum, 1951, Kat.-Nr. 48 / Paula Modersohn-Becker 1876-1907. Retrospektive. München, Lenbachhaus, 1997, Kat.-Nr. 51, mit ganzs. Fababb. Nr. 85
Inspiriert von Aufenthalten in Europas Kunstmetropole Paris schuf Paula Modersohn-Becker im abgeschiedenen Worpswede ihr einzigartiges künstlerisches Werk, das heute als bahnbrechend für die Entwicklung der Moderne in Deutschland gilt. Die Freiheit und innere Unabhängigkeit, mit der sich die Malerin über ästhetische Konventionen hinwegsetzte, wird besonders in ihren Darstellungen von Kindern deutlich. Auf der Suche nach der „großen Einfachheit der Form“ verliert das Motiv des Kinderbildnisses bei Modersohn-Becker die seit der Zeit der Romantik üblichen genrehaften und anekdotischen Momente zugunsten eines tiefen Verständnisses für den Zustand des Kindseins an sich.
Zu Elsbeth, der kleinen Tochter ihres Mannes Otto Modersohn aus erster Ehe, hatte die Künstlerin ein besonders inniges und zärtliches Verhältnis. In vorliegendem Gemälde ist sie rechts in ihrem himmelblauen Kleid zu sehen – in lichteren Farben und etwas abseits der anderen Kinder, die nebeneinander auf der Erde sitzen und aus der dunklen Moorlandschaft hervorzugehen scheinen. Das Ursprüngliche und Naturhafte, das Paula Modersohn-Becker im Wesen dieser Kinder erkannte, fand unmittelbar Eingang in ihre Bildgestaltung. Die reduzierten, ganz auf die Körpersprache konzentrierten Formen der Kinder sind in einer erdigen Farbskala wiedergegeben, deren Verwendung die Malerin gegenüber ihrer Freundin Clara Westhoff erläuterte: „Sogar bekomme ich ein Verhältnis zur Sonne. Nicht zu der Sonne, die alles teilt und überall Schatten hinsetzt und das Bild in tausend Teile zerpflückt, sondern zu der Sonne, die brütet und die Dinge grau macht und schwer und sie alle in dieser grauen Schwere verbindet, auf dass sie eines sind.“ (Zitiert nach: Paula Modersohn-Becker 1876-1907. Retrospektive München, Lenbachhaus, 1997, o. S.) Zugleich vermochte Paula Modersohn-Becker die schemenhaft dargestellten kleinen Gestalten mit einem Geheimnis zu umgeben, das die Kinder in ihr eigenes unergründliches, von den Erwachsenen getrenntes Reich versetzt. sch
Paula Modersohn-Becker (Dresden 1876 – 1907 Worpswede)
„Fünf Kinder an einem Hang, rechts Elsbeth“. 1902
Tempera on cardboard. 48,5 × 69 cm ( 19 ⅛ × 27 ⅛ in.). Dated in pencil on the reverse: August 1902. Confirmed in blue ballpoint pen by Tille Modersohn, the artist&apos s daughter, on the reverse: Ich bezeuge, daß das umseitige Bild von meiner Mutter Paula Modersohn-Becker gemalt wurde. Bremen, 20.11.1974. Tille Modersohn.
Busch/Schicketanz/Werner 313.–
[3570]
Provenienz: Henner Becker, Bremen (until 1949) / Charlotte Becker, Bremen (by descent to the present owner)
Ausstellung: Paula Modersohn-Becker. Bremen, Kunsthalle, 1947, cat. no. 3, Nachtrag („Kinder in der Landschaft") / Paula Modersohn-Becker 1876-1907. Hagen, Karl-Ernst-Osthaus-Museum, 1951, cat. no. 48 / Paula Modersohn-Becker 1876-1907. Retrospektive. Munich, Lenbachhaus, 1997, cat. no. 51, full-page colour ill. no. 85
Crédits photos : Contacter la maison de vente
Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente