Lot 55
Peter Brüning (Düsseldorf 1929 – 1970 Ratingen) „Nr. 136“. 1962 Öl und Farbkreide auf Leinwand. 100 × 130 cm ( 39 ⅜ × 51 ⅛ in.). Unten rechts signiert und datiert: Brüning 62. Rückseitig bezeichnet: 136 [im Kreis]. Ebenda auf dem Keilrahmen ein Aufkleber mit dem handschriftlichen Eintrag: Schüler Berlin. Otten 476.– [3664] Provenienz: Galerie Schüler, Berlin / Privatsammlung, Berlin Ausstellung: Peter Brüning. Paris, Galerie Arnaud, 1963 / Peter Brüning. Berlin, Galerie Schüler, 1964 Literatur und Abbildung: Rolf-Gunter Dienst: Noch Kunst? Droste Verlag, Düsseldorf 1970, Abb. S. 54 Zwischen Peter Brünings frühen Landschaftsbildern und seinem Spätwerk, das die Urbanisierung der Natur durch Straßenbau und Massenverkehr zum Gegenstand hat, stehen in den Jahren um 1960 abstrakte Gemälde. Willi Baumeister hatte dem jungen Künstler empfohlen, sich auch der Innenwelt des Menschen zuzuwenden, und ihn auf die ostasiatischen Philosophen des Zen-Buddhismus aufmerksam gemacht. Ihre lakonische und zugleich definitive Kalligraphie hat in Brünings Malerei ebenso Spuren hinterlassen wie seine bewusste Auseinandersetzung mit Werken Cy Twomblys. Auf dem hellen Grund des Bildes stehen schraffierte Formen. Sie scheinen unruhig zu vibrieren, vor dem Blick zu verschwimmen und ihre Ausdehnung zu verändern. Der Maler wählte lebhaftes Rot, Orange und Schwarz, um die spontanen Zeichen festzuhalten, der umgebende Raum wächst zu unendlicher Weite an. Skripturale Pinselstriche geben dem Auge Halt und regen Assoziationen an. Wenn nämlich der Gegenstand unbedeutend für ein Kunstwerk wird, dann ergänzt die Erfahrung aus dem immensen Gedächtnisspeicher, den jeder Mensch durch seine Entwicklung und die tägliche Wahrnehmung aufbaut, das, was dargestellt sein könnte. Die Ausdehnung des Raums, in dem die Zeichen schweben, hat Peter Brüning nicht festgelegt, das Bild kann als Momentaufnahme des Hier und Jetzt gesehen werden und als Ausdruck der Unendlichkeit. An keiner Stelle verschließt es sich dem Zugang, nirgends errichtet es eine Schwelle. In unserem Bild öffnet sich die Tür zu einergro.en gedanklichen und künstlerischen Weite. EO Peter Brüning (Düsseldorf 1929 – 1970 Ratingen) „Nr. 136“. 1962 Oil and coloured chalk on canvas. 100 × 130 cm ( 39 ⅜ × 51 ⅛ in.). Signed and dated lower right: Brüning 62. Inscribed on the reverse: 136 [in a circle]. Same place a label on the stretcher with the handwritten entry: Schüler Berlin. Otten 476.– [3664] Provenienz: Galerie Schüler, Berlin / private collection, Berlin Ausstellung: Peter Brüning. Paris, Galerie Arnaud, 1963 / Peter Brüning. Berlin, Galerie Schüler, 1964 Literatur und Abbildung: Rolf-Gunter Dienst: Noch Kunst? Droste Verlag, Düsseldorf 1970, ill. p. 54
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Allemagne
01/12/2016
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0