Lot 55
Peter Brüning (Düsseldorf 1929 – 1970 Ratingen)
„Nr. 42“. 1962
Öl auf Leinwand. 128,5 × 96,5 cm ( 50 ⅝ × 38 in.). Unten rechts signiert und datiert: Brüning 62.
Otten 441.–
[3009]
Provenienz: Firmensammlung, Deutschland
Ausstellung: De la rive droite à la rive gauche. Verviers, Musée Verviers, 1962 / Peter Brüning. Paris, Galerie Arnaud, 1963 / Salon Comparaison 64: Junge Deutsche Kunst der Gegenwart: eine Auswahl, zusammengestellt für die 10. Austellung des Salon Comparaison. Paris, Musée d´art moderne, 1964
Literatur und Abbildung: nul, Nr. 8, 1964, Paradox-press, Sint Niklaas (mit rückseitiger Abbildung)
In souveränen, dynamischen Bewegungen hat Peter Brüning den Pinsel über die Leinwand geführt. Und souverän austariert wirkt auch die Farbpalette, die der gebürtige Rheinländer für sein Gemälde „Nr. 42“ aus dem Jahr 1962 wählte. Sie wird dominiert von einem Vierklang aus kräftigem Blau, fahlem, moosigem, erdigem Grün und einem tiefen Schwarz, das der Künstler mit weißen Höhungen kontrastierte. In manchen Partien ist der Farbauftrag betont ausdrucksstark, in anderen dünn, durchscheinend, fast wässrig. Vor allem in der oberen Hälfte und im Zentrum der Leinwand finden sich auch Ankläge an Jackson Pollocks Dripping-Technik wodurch die Komposition eine elegante, beinahe tänzerische Leichtigkeit erhält. Dabei kündigt sich in diesem Bild bereits eine neue Art von konkretem Realismus an. Wer möchte, kann darin den Einfluss Cy Twomblys erkennen, mit dem Brüning damals befreundet war.
Peter Brüning malte dieses Meisterwerk in einer Phase des persönlichen Übergangs. Ein gutes Jahr später änderte der Maler seine künstlerische Praxis und schuf ab da seine von der Alltagsästhetik, von Zeichen und Piktogrammen bestimmten „Verkehrslandschaften“, mit denen er zu einem Hauptvertreter der deutschen Pop-Art wurde. Das Gemälde „Nr. 42“ ist demnach ein Höhepunkt der ersten Phase im Schaffen Peter Brünings, der bis zu seinem frühen Tod im Alter von 41 Jahren insgesamt dreimal zur Documenta nach Kassel eingeladen wurde. Diese erste Schaffensphase hatte ihren Anfang während eines längeren Aufenthalts des Künstlers in der Nähe von Paris. Von 1952 bis 1954 lebte Brüning in Soisy-sur-Seine. In jenen Jahren reifte der Frühvollendete zu einem der originellsten Protagonisten der europäischen informellen, abstrakt-expressionistischen Malerei. In „Nr. 42“ treibt Brüning die Erfahrungen eines Jahrzehnts auf einen Kulminationspunkt – und gibt gleichzeitig den Blick frei auf den neuen, von der Faktizität des Vorhandenen geprägten Zugriff auf die Kunst, der wenig später kommen sollte. UC
Peter Brüning (Düsseldorf 1929 – 1970 Ratingen)
„Nr. 42“. 1962
Oil on canvas. 128,5 × 96,5 cm ( 50 ⅝ × 38 in.). Signed and dated lower right: Brüning 62.
Otten 441.–
[3009]
Provenienz: Corporate collection, Germany
Ausstellung: De la rive droite à la rive gauche. Verviers, Musée Verviers, 1962 / Peter Brüning. Paris, Galerie Arnaud, 1963 / Salon Comparaison 64: Junge Deutsche Kunst der Gegenwart: eine Auswahl, zusammengestellt für die 10. Austellung des Salon Comparaison. Paris, Musée d´art moderne, 1964
Literatur und Abbildung: nul, no. 8, 1964, Paradox-press, Sint Niklaas (with illustration on the back)
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