Lot 109
Peter von Cornelius (Düsseldorf 1783 – 1867 Berlin) Der böse Sämann. Um 1840 Bleistift auf Bütten. 29,7 × 39,5 cm ( 11 ¾ × 15 ½ in.). Rückseitig der Sammlerstempel Lugt 5100. [3048] Provenienz: Karl Mayer, Darmstadt/Buenos Aires (spätestens 1926) / Gemäldegalerie Dr. Luz, Berlin (spätestens 1936) / Ernst Henke, Essen (1936 in der Galerie Dr. Luz erworben, bis 1974, seitdem in Familienbesitz) Ausstellung: Deutsch-römische Malerei und Zeichnung, 1790–1830. Leipzig, Museum der bildenden Künste , 1926, Kat.-Nr. 37 / „Neuland für Sammler“. Berlin, Gemäldegalerie Dr. Luz, 1936, Kat.-Nr. 87, Abb. S. 25 In der Illustration der Gleichnisse Jesu aus den Evangelien erkannten die Nazarener eine zentrale Aufgabe. Peter Cornelius hat mit dem großen Gemälde der „Klugen und törichten Jungfrauen“ (1813–19, Düsseldorf, Kunstmuseum) das wohl bedeutendste Werk dieser gespeisten Bildkunst geliefert. Unsere Zeichnung blieb der jüngeren Forschung dagegen unbekannt. Sie illustriert das nur im Matthäus-Evangelium (13,24–30) überlieferte Gleichnis vom Unkraut unter dem Weizen. Nach der Aussaat des Weizens sind die drei Knechte unter einem Baum eingeschlafen. Links nähert sich der „Feind“, gemeint ist der Teufel, der Unkraut unter der guten Saat ausbringt. In der Erklärung des Gleichnisses äußert Jesus, dass der Weizen diejenigen symbolisiere, welche dem Himmelreich zustreben, wogegen das Unkraut die Sünder darstelle, welche der Teufel unter die Gutgläubigen bringt. Beide sollen gemeinsam wachsen, erst bei der Ernte, das heißt am Jüngsten Tag, sei das Unkraut zu schneiden und zu verbrennen. Dies lässt sich als Hinweis auf die Unangreifbarkeit des Glaubens und die Beständigkeit des Himmelreichs verstehen. Cornelius hat sich bei der Illustration an die frühneuzeitliche Druckgrafik angelehnt. Im Kreis der Deutschrömer war dies kein ungewöhnliches Vorgehen, zumal einzelne Künstler wie Franz Pforr und Philipp Veit selbst kleine Sammlungen altdeutscher und niederländischer Kupferstiche besaßen. In unserem Falle liegt der Komposition ein Blatt von Cornelius Vischer nach Abraham Bloemaert zugrunde. Für die lagernden Figuren der Knechte verwendete Cornelius seinen eigenen, hier deutlich an Michelangelo geschulten Stil, was eine Datierung des Blattes erschwert. Eine Entstehung um 1840 ist aber wahrscheinlich. Nachweislich hat sich Cornelius 1841 mit dem Gleichnis beschäftigt, als er für Cotta das Titelblatt für den „Kalender auf das Jahr 1843“ zeichnete. In seinem kräftigen Konturstil ausgeführt, ist das Blatt ein sprechendes Beispiel für Cornelius’ Meisterschaft als Zeichner. Michael Thimann Die Zeichnung wird im ausdrücklichen Einvernehmen mit den Erben nach Karl Mayer angeboten Peter von Cornelius (Düsseldorf 1783 – 1867 Berlin) Der böse Sämann. Circa 1840 Pencil on laid paper. 29,7 × 39,5 cm ( 11 ¾ × 15 ½ in.). Collector's mark on the reverse Lugt 5100. [3048] Provenienz: Karl Mayer, Darmstadt/Buenos Aires (19226 at the latest) / Gemäldegalerie Dr. Luz, Berlin (1936 at the latest) / Ernst Henke, Essen (acquired in 1936 at Galerie Dr. Luz, until 1974, thence by descent to the present owner) Ausstellung: Deutsch-römische Malerei und Zeichnung, 1790–1830. Leipzig, Museum der bildenden Künste , 1926, cat.no. 37 / „Neuland für Sammler“. Berlin, Gemäldegalerie Dr. Luz, 1936, cat.no. 87, Ill. p. 25 The drawing will be offered with the explicit consent of the heirs of Karl Mayer
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19th Century Art
10719 Berlin - Allemagne
30/05/2018
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