Lot 170
Pforr, Franz (1788 Frankfurt a.M. - 1812 Albano Laziale)
Nächtliche Heimkehr
Monogrammiert und datiert unten auf der Tafel: FP 1809. Öl auf Leinwand. 26 x 20cm.
Rückseitig auf dem Keilrahmen: Radierung für den Lukasbund von Johann Friedrich Overbeck mit der handschriftlichen Datierung: October 1809.
Provenienz:
- Erstmals erwähnt 1881 in Rahmen der Frankfurter Historischen Kunstausstellung: Nr. 212 als Eigentum Dr. E. Roberth.
- Auch in Boetticher, Malerwerke des Neunzehnten Jahrhundert, mit gleichem Eigentumsvermerk.
- Im Rahmen der Recherche zur Monographie über Pforr von Fritz Lehr 1924 (siehe Lit. 2) konnte der Verbleib der Arbeit nicht festegestellt werden; vermutlich noch im 19.Jh. aus der Sammlung Dr. Roberth verkauft, da weder in seinem Testament noch dem seiner Tochter, die ihren Nachlass dem Städel vermachte, ein Hinweis auf das Gemälde erscheint.
- Privatbesitz Nordrhein-Westfalen.
Das Art Loss Register bestätigt am 29. Juli 2011, dass das Gemälde weder als gestohlen noch als vermisst registriert ist. Ebenso wurde kein Eigentumsanspruch auf dieses Werk aus der Zeit zwischen 1933 und 1945 angemeldet.
Gutachten:
- Gutachten von Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan, Berlin 6. August 2011, liegt im Original vor.
- ausführliche Zustandsbeschreibung durch Frau Carmen Seuffert, Gruppe Köln, August 2011.
Literatur
- Boetticher, Friedrich von: Malerwerke des neunzehnten Jahrhunderts. Beitrag zur Kunstgeschichte. Zweiter Band, erste Hälfte. S. 264. Nr. 1. Dort mit Provenienzangabe Sammlung Dr. E. Roberth.
- Lehr, Fritz Herbert: Die Blütezeit romantischer Bildkunst. Franz Pforr der Meister des Lukasbundes. Verlag des Kunstgeschichtlichen Seminars der Universität, Marburg an der Lahn, 1924. S.333.
- Rittweger, Franz: Catalog der Frankfurter Historischen Kunst-Ausstellung. Im Selbstverlag des Ausstellungs-Vorstandes, Frankfurt am Main, 1881. Nr. 212.
Das vorliegende Gemälde mit der Darstellung eines Malers bei seiner nächtlichen Heimkehr wurde im Zuge der Recherchen von VAN HAM als hochinteressantes Zeugnis aus der Gründungsphase des Lukasbundes wiederentdeckt. Es ist damit von einem für die Kunstgeschichtsschreibung der gesamten Malerei des 19. Jahrhunderts grundlegenden Wert und wird im Gutachten von Prof. Börsch-Supan als "Inkunabel der nazarenischen Malerei" gewürdigt.
Erwähnt in den Briefen Pforrs und dokumentiert in der Literatur des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts galt die Arbeit bis jetzt als vermisst; das Motiv des heimkehrenden Künstlers - auch Börsch-Supan vermutet hier ein Selbstporträt des Malers - war seit den 50er Jahren in Form einer Vorzeichnung bekannt, die sich in der süddeutschen Privatsammlung Winterstein befindet. (siehe Abb.)
VAN HAM kann nun dieses frühe Ölgemälde Pforrs anbieten, eine museale Rarität, da der Künstler in seinem kurzen Leben nur wenige Werke geschaffen hat. Die kleinformatige Malerei bezeugt eindrucksvoll die romantischen Stimmungen der Literatur und Poesie dieser frühen Aufbruchsjahre.
Im Sommer 1808 finden sich an der Wiener Kunstakademie einige Schüler zusammen, die, wenig überzeugt von der herrschenden Lehrmeinung, nach einem eigenen Themenkreis und einer eigenen Ausdrucksform suchen und sich hierbei an der in der Dichtung aufkommenden romantischen Mittelaltersicht anstecken lassen. Die jungen Künstler, die sich um die beiden Hauptprotagonisten und engen Freunde Johann Friedrich Overbeck und Franz Pforr versammeln, verabreden wöchentliche Treffen, stellen sich Aufgaben und beurteilen die Ergebnisse gemeinsam. Schon bald nennen sie sich in Anlehnung an den Schutzpatron der Maler als "Lukasbrüder" und gründen im Folgejahr, am 10. Juli 1809 den "Lukasbund". Overbeck entwirft eine kleine Radierung mit ihren Initialen, die alle in diesem Bund geprüften Werke als eine Art Vignette tragen sollen.
Nunmehr in deutlichen Widerspruch zur Akademie verlassen die Künstler Pforr, Overbeck, Vogel und Hottinger 1810 Wien und lassen sich in Rom in dem leerstehenden Franziskanerkloster Sant'Isidoro nieder. Schnell schließen sich weitere Studenten an und leben mit in dieser Art klösterlicher Bruderschaft. Sie studieren die altitalienischen Werke des spätmittelalterlichen Rom. Aus der Bezeichnung der Lukasbrüder werden mehr und mehr die "Nazarener".
Pforr hingegen, der schon in den Wiener Jahren an Tuberkulose litt, war in Rom nur wenig produktiv und verstarb 1812 mit 24 Jahren. Seine enge Beziehung zu Overbeck verdeutlicht das 1810 entstandene Freundschaftsbild. (siehe Abb.)
Gutachten Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan, August 2011:
" ... Am 2. August 2011 habe ich das Gemälde im Original untersuchen können. Von zwei kleinen Retuschen links unten und im Mantel des Mannes sowie einem verschmutzten Firnis abgesehen, ist es tadellos erhalten. Bei einer Reinigung werden einzelne Partien, die zur Zeit nicht ganz klar zu erkennen sind, deutlicher zu sehen sein.
Das Bild ist nicht doubliert und besitzt seinen originalen Keilrahmen. Auf dem linken senkrechten Schenkel ist die kleine Radierung Friedrich Overbecks mit dem Heiligen Lukas, das Emblem des am ersten Jahrestag des zunächst nur losen Zusammenschlusses der Lukasbrüder am 10 Juli 1808 und des nun also am 10.Juli 1809, förmlich gegründeten Lukasbundes, aufgeklebt. Der Zettel ist mit dem handschriftlichen Eintrag Oktober 1809 und dem Signet Pforrs (Kreuz über einem Schädel) auf einem Täfelchen in der linken unteren Ecke versehen, wie es sich in nahezu der gleichen Form auf der Vorderseite halbrechts unten am Boden liegend findet hier, mit dem Monogramm "FP" und der maßgeblichen Jahreszahl der Entstehung "1808" versehen. Erhalten ist die Emblemradierung Overbecks noch auf einem anderen Bild Pforrs "Der Graf von Habsburg und der Priester" von 1809 mit dem aufgeschriebenen Datum "May 1810". Diese Daten bezeichnen vermutlich die billigende Prüfung des Bildes durch den Lukasbund.
Das Bild galt bis jetzt als verschollen. Erwähnt war es zuletzt in dem von Franz Rittweger verfassten Katalog der am 27. Juni 1881 eröffneten Frankfurter Historischen Kunst-Ausstellung als Nr.212 mit dem Eintrag; "Genrebild. Eigenthum des Herrn Dr. E. Roberth". Eine Beschreibung gibt Friedrich von Boetticher (Malerwerke des Neunzehnten Jahrhunderts, Band 2, Dresden 1891 - 1901, S. 264) unter der Nr.1 von Pforrs Werkliste: "Genrebild. Eine Dachkammer, in welcher ein Mädchen bei brennender Lampe sitzt, während ein in einen Mantel gehüllter Mann eilig eintritt. Am Boden stehen Bilder und durch das Fenster sieht man die Dächer der Nachbarhäuser. Es ist Winter und hier und da blitzt ein beleuchtetes Fenster auf. E: Dr. E. Roberth."
Dokumentarisch bezeugt ist die "Häusliche Szene" zuerst in dem Studienbericht den Pforr seinem ehemaligen Vormund Georg Sarasin in Frankfurt mit Begleitschreiben vom 21. März 1810 mitteilte. Hier heißt es über seine Tätigkeit in Wien und die Anfänge des Lukasbundes (Overbeck, Wintergerst Vogel und Hottinger): "...jetzt standen also schon fünfe da. Wir hatten uns vorgenommen, daß jeder ein gemaltes Nachtstück auf eine gewisse Zeit liefern sollte. Ich malte dafür ein kleines Bildchen: ein Mann welcher nach Haus kommt und sein Weib bei der Arbeit findet; ich wählte diese ruhige häusliche Szene, weil das Bataillenmalen mir nicht mehr genügen wollte. Denn die Vorstellung einer Szene, die aller Größe des Eindrucks ungeachtet doch immer die Verdorbenheit der Menschen zeigt, schien mir nicht mehr so ganz der würdige Vorwurf der Malerei zu sein." (Lehr 1924, S. 40, 41; Overbecks Nachtstück ist das im Behnhaus in Lübeck bewahrte Bild "Christus und die Jünger in Emmaus").
Wie der Maler in seinem Studienbericht darlegt, gingen wesentliche Impulse für die tiefgreifende Wandlung im Denken über die Aufgabe der Kunst von Besuchen in der Wiener Gemäldegalerie aus, wo unter anderen Perugino Pforr mehr begeisterte als die vorher bewunderten italienischen Meister des 16. und 17. Jahrhunderts. Stärker noch wurde er berührt von den altdeutschen Malern. "Wir eilten in die deutsche Schule der alten Meister, wie angenehm überraschte sie uns, wie lieblich und rein sprach hier jede Empfindung uns an. Manches schien uns sonst hier steif und gezwungen, jetzt mußten wir uns gestehen, daß das beständige Betrachten von Gemälden, welche eine jede gewöhnliche Verrichtung in einer übertriebnen oft bis zum lächerlichen affektierten Stellung zeigten, unser Urteil irre geführt hatte, und daß wir deswegen diese aus der wirklichen Natur aufgefaßten Gebärden als steif und ohne die gehörige Bewegung geachtet hatten. Die edle Einfalt sprach mit der bestimmten Charakteristik laut an unser Herz, hier war keine Bravour des Pinsels, keine kühne Behandlungsart, einfach stand alles da, als wäre es nicht gemalt, sondern so gewachsen.
Die erste Frucht dieser Eindrücke ist die "Häusliche Szene". Sie markiert die Abkehr von den früheren kriegerischen Szenen - hauptsächlich aus dem Dreißigjährigen Krieg - und die Hinwendung zu gefühlsbetonten, moralische und religiöse Überzeugungen bekennenden Darstellungen im Einklang mit den Zielen des Lukasbundes, wobei sich das Geschehen im Mittelalter oder in der Epoche Dürers und Raffaels abspielt. So kann das kleine Nachtstück als Inkunabel der nazarenischen Malerei gelten.
Dargestellt ist die Wohnstube eines Malers, wie ein Altarflügel an der Wand, ein an diese gelehntes nur von der Rückseite zu sehendes Leinwandbild sowie eine Holztafel dahinter und vorn rechts die auf einem Kasten (mit Malutensilien?) liegende Palette bezeugen.
Ein Mann in rotem Umhang und mit breitkrempigem Hut ist soeben zur Tür, die er mit der linken Hand zuzieht, hereingetreten. Er schaut auf seine Frau, die links an einem kleinen Tisch mit einer Näharbeit sitzt und ihren Kopf dem Eintretenden zuwendet. Der Stuhl vor dem Tisch ist schräg gestellt, als solle der Mann dort sogleich Platz nehmen.
Erleuchtet wird der Raum durch eine einzige Kerze in einem Leuchter, die großflächige Schatten wirft, das einzige dramatische Element des Bildes. Ein Ofen links, der unten mit einem den Heiligen Lukas (laut Beschriftung) darstellenden Relief verziert ist, besitzt oben ein offenes Fach, in dem eine zinnerne Schüssel steht. In ihr wird vermutlich die Abendmahlzeit für den Mann warm gehalten.
Rückwärts schließt sich an den kleinen Wohnraum, dessen Tiefe breite Dielenbretter verdeutlichen, ein Alkoven mit einem Bett an. Der grüne Vorhang des Alkovens ist zur Seite gezogen, und man blickt auf ein aus kleinen übereck gestellten quadratischen Scheiben gebildetes Fenster, hinter dem beschneite Dächer und zwei erleuchtete Fenster zu sehen sind. Die behagliche Wärme des Innenraumes soll
gegenüber der draußen herrschenden Kälte und Dunkelheit fühlbar werden.
Abb.1 Eine 1958 zuerst veröffentlichte Zeichnung (Feder in Schwarz, Pinsel in Grau) in der Sammlung Alfred Winterstein in München ist damals bereits als Vorarbeit für das vorliegende Gemälde erkannt worden. Gegenüber dieser Zeichnung hat Pforr das Gemälde durch mehrere Einzelheiten bereichert bzw. verändert. Statt des leeren Rahmens für das darunter stehende Bild hat Pforr den in eine obere und eine
untere Darstellung geteilten linken Flügel eines Altarbildes wiedergegeben. Man erkennt rechts die Scharniere. Oben ist wohl die Maria aus einer Verkündigung zu sehen (der Engel wäre rechts zu ergänzen), darunter ein Heiliger in einem roten Mantel, der ebenso wie der Nimbus eine Brücke zu dem eintretenden Mann schlägt. Die Tischdecke ist nun mit einem Muster verziert und auf ihr liegen außer der größer wiedergegebenen Lichtputzschere ein Garnknäuel, daneben eine normale Schere und ein Gebetbuch. Auch das Lukas-Relief am Ofen, identifizierbar durch die Beischrift "Sanktus Lukas"' ist hinzugefügt, ebenso das Täfelchen mit der Signatur. Erst im ausgeführten Bild wird der Betrachter genötigt, sich in die liebevoll gezeichneten Einzelheiten zu versenken.
Abb.2 Eine zweite Zeichnung (Bleistift) in der gleichen Sammlung gibt als rasch gezeichnete Studie wohl nach einem Modell den Oberkörper der jungen Frau wieder.
Abb.3 Bereits Lehr (1924, S.104) hat eine - allerdings zu enge - Verbindung zwischen dem ihm nur durch die Beschreibung Boettichers bekannten Gemälde und einer im Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt bewahrten Zeichnung, einer Illustration zu Heinrich Pestalozzis Roman "Lienhard und Gertrud" hergestellt. Auch hier sitzt eine Frau (Gertrud) bei Kerzenlicht an einem Tisch, während ein Mann, der
betrunkene Maurer Lienhard, durch die Tür hereintritt. Aber die Frau, von vier kleinen Kindern umgeben, sitzt verzweifelt da und hat den Kopf in die Hand gestützt. Im Zeichenstil und in der Komposition dem Wintersteinschen Blatt eng verwandt, ist das Thema jedoch ein ganz anderes, nämlich das gleiche, das der mit Pforr befreundete
Schweizer Lukas-Bruder Ludwig Vogel in einer später mit dem falschen Datum 1807 versehenen Zeichnung in der Stiftung für Kunst in Olten dargestellt hat. Heinrich Thommen hat das Blatt in seinem Buch "Im Schatten des Freundes. Arbeitsmaterialien von Franz Pforr im Nachlaß Ludwig Vogels" (Basel 2010, Abb.69) veröffentlicht. Die Vermutung liegt nahe, daß ein danach ausgeführtes nicht nachweisbares Gemälde das Nachtstück war, mit dem Vogel sich an der Aufgabenstellung der Lukasbrüder 1808 beteiligt hat, und es ist auch gut möglich, daß Pforr aus dieser drastischen, lebensnahen Schilderung des Elends armer Leute seine empfindsame Darstellung geordneten Lebens als ein Vorbild abgeleitet hat. Das Bild enthält noch eine andere, tief in die persönliche Gefühlswelt Pforrs hineinführende Aussage. In seinem "Studienbericht" bezeichnet er den hereintretenden Mann lediglich als einen solchen und verschweigt die auf einen Maler hindeutenden Einzelheiten. Offenbar wollte er seinen ehemaligen Vormund nicht zu ausführlich über sein Seelenleben informieren. Die lange, gerade Nase und vor allem die auffallende Frisur, lange Haare, die wie geraffte Vorhänge von der Mitte nach den Seiten herabfallen, machen es sehr wahrscheinlich, daß Pforr mit dem Mann sich selber meint. Damit tritt er zu dem Mädchen, das, wie die Bleistiftstudie als Halbfigur vermuten läßt, eine existierende Person ist, in eine innige Beziehung. Bestätigt wird diese Dimension des Bildes durch das Hauptwerk "Sulamith und Maria. Allegorie auf Pforrs und Overbecks Leben", Pforrs letztes 1811 gemaltes Gemälde und das anrührendste Dokument dieser engen Künstlerfreundschaft (Schweinfurt, Museum Georg Schäfer). Seine Idealvorstellung von der Frau ist auf der rechten Hälfte des zweigeteilten Bildes in der rot gekleideten, blonden Maria in einem altdeutschen Interieur wiedergegeben. Im Typus entspricht diese Maria völlig der jungen Frau in der "Häuslichen Szene". Pforr hat nur wenige Gemälde geschaffen, und auch in wichtigen deutschen Museen ist er nur durch Zeichnungen vertreten. Erhalten sind außer dem hier besprochenen Bild nur fünf für ihn völlig gesicherte Werke, von denen sich vier in Frankfurt befinden. (Das Pforr-Bildnis im Germanischen Nationalmuseum halte ich nicht für ein Selbstbildnis. Heinrich Thommen -2010, S.230 - 232- sieht in dem ebenda befindlichen Bildnis des Knaben Xaverio als Hl. Johannes eine Gemeinschaftsarbeit von Vogel und Pforr.) Verschollen sind mindestens drei Gemälde. Der im Alter von nur 24 Jahren in Albano verstorbene Künstler zählt aufgrund der Reinheit seines Strebens zu den anrührendsten Erscheinungen der deutschen Kunstgeschichte, die so nur um 1800 im knospenhaften Stadium einer neuen Entwicklung zu finden sind außer Pforr, Runge, Horny, Erhard und Heinrich Reinhold."
Return Home at Night.
Monogrammed and dated on bottom of panel: FP 1809. Oil on canvas. 26 x 20cm.
Verso of stretcher: Etching for the guild of the Brotherhood of Saint Luke by Johann Friedrich Overbeck with handwritten date: October 1809.
Provenance:
- First mentioned 1881 in the context of the Frankfurter Historische Kunstausstellung: No. 212 as the property of Dr. E. Roberth.
- Also in Boetticher. Malerwerke des Neunzehnten Jahrhundert. With the same note of property.
- In the context of research for the monography on Pforr von Fritz Lehr 1924 (cf lit. 2)
the work's whereabouts could not be determined; probably sold in the 19th Century by Dr. Roberth, because there is no note about the painting in his last will nor in his daughter's, who bequeathed the Städel Museum in her inheritance.
- Private collection, North Rhine-Westphalia.
The Art Loss Register confirmed on July 29th, 2011 that the painting has not been registered as stolen or lost. No property claim of this painting has been registered, regarding the period between 1933 and 1945.
Assessment:
- Expertise by Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan, Berlin, August 6th, 2011, is available in original.
- A detailed condition report by Carmen Seuffert, Gruppe Köln, August 2011, is also available in original.
Literature
- Boetticher, Friedrich von: Malerwerke des neunzehnten Jahrhunderts. Beitrag zur
Kunstgeschichte. Second volume, first part. p. 264. no. 1. There with indication of provenance: collection Dr. E. Roberth.
- Lehr, Fritz Herbert: Die Blütezeit romantischer Bildkunst. Franz Pforr der Meister des
Lukasbundes. Verlag des Kunstgeschichtlichen Seminars der Universität, Marburg an der
Lahn, 1924. p.333.
- Rittweger, Franz: Catalog der Frankfurter Historischen Kunst-Ausstellung. Im
Selbstverlag des Ausstellungs-Vorstandes, Frankfurt am Main, 1881. no. 212.
The present painting depicting a painter's nightly return home, has been rediscovered as an extremely interesting testimony of the Brotherhood of Saint Luke's founding period, in the context of research done by VAN HAM. It therefore is of considerable value to the art historiography of all 19th Century paintings and has been referred to as "incunabulum of Nazarene painting" by professor Börsch-Supan.
Mentioned in Pforr's letters as well as documented in late 19th Century and early
20th Century literature, the work has been considered lost up until now. The motif of an artist returning home - Börsch-Supan also assumes this to be the artist's self-portrait - has been known since the 1950's. This was discovered during a preleminary study of the southern German private collection, Winterstein. (cf. ill.)
VAN HAM is now able to offer this early oil painting by Pforr. A museum rarity for the artist, who only created a few pieces during his short life time. This small-size painting impressively reflects the romantic mood in literature and poetry of that early period.
In the summer of 1808, several students of the Vienna Art Academy gathered together. Unconvinced by the prevailing school of thought, they searched of their own motifs and forms of expression. They were influenced by the romantic view of the Middle Ages, developing in poetry at that time. The young artists convened with the major figures and close friends Johann Friedrich Overbeck and Franz Pforr and held weekly meetings. They assigned tasks for each other and evaluated the results collectively. Soon they called themselves the "Brotherhood of Saint Luke" in reference to the painter's patron saint. On July 10th of the following year, the "Brotherhood of Saint Luke" was formally establish. Overbeck designed an etching with their initials, a kind of vignette, that is supposed to mark all work approved by the Brotherhood.
Now in clear contradiction to the academy, the artists Pforr, Overbeck, Vogel and Hottinger left Vienna in 1810 to settle in Rome in the vacant Franciscan monastery of Sant'Isidoro. Further students soon joined them to live in a kind of monastic brotherhood. They studyed the ancient Italian work of late medieval Rome. Their name "Brotherhood of Saint Luke" eventually turned into the "Nazarenes".
Pforr however, who had suffered from tuberculosis during his time in Vienna, was hardly productive in Rome. He died in 1812 at the age of 24. His close relationship to Overbeck is made clear in the friendship painting from 1810. (cf. ill.)
We would like to thank Prof. Börsch-Supan for his kind support.
Expertise Prof. Dr. Helmut Börsch-Supan, August 2011:
"... I was able to examine the original painting on August 2nd, 2011. Apart from two minor retouches at the bottom left and in the coat of the man as well as soiled varnish, it is impeccably preserved. Once it is cleaned, individual sections which are currently not clearly discernible will be easier to see. The picture is not laminated and is on its original stretcher. The small etching by Friedrich Overbeck depicting St. Luke- the emblem of the first anniversary of the Brotherhood of Saint Luke (originally only a loose association formed on July 10th, 1808 and formally established on July 10th, 1809)- was stuck on the left vertical member of the frame. The slip of paper contains a hand-written entry on "October 1809"; Pforr's signet (a cross above a skull) on a small panel in the bottom left-hand corner, and a nearly identical copy of it is also at the front, on the ground on the semi-right, where it contains the monogram "FP"; and the notation 1808, the important year in which the painting was created. The emblem etching by Overbeck is also preserved on another painting by Pforr, 'The Count of Habsburg and the Priest' from 1809, on which the date "May 1810" is inscribed. These dates probably refer to the examination and approval of the painting by the Brotherhood of Saint Luke.
Up until now the painting was considered lost. It was last mentioned in the catalog written by Franz Rittweger for the historical art exhibition in Frankfurt, which opened on June 27th, 1881, where it appeared as no. 212 with the entry: "Genre painting. Property of Dr. E. Roberth." A description is provided by Friedrich von Boetticher (Malerwerke des Neunzehnten Jahrhunderts, volume 2, Dresden: 1891-1901), p. 264) under no. 1 of the list of Pforr's works: "Genre painting. An attic in which a girl is sitting next to a burning candle as a man, wrapped in a coat, enters the room in a rush. On the floor are pictures and through the window we see the roofs of the adjacent buildings. It is winter, and here and there are the flashing lights of illuminated windows. Owner: Dr. E. Roberth."
The first documentary proof we have of the Domestic Scene in the "Study Report", which Pforr submitted to his former guardian Georg Sarasin in Frankfurt along with an accompanying letter dated March 21st, 1810. It is regarding his activities in Vienna and the beginnings of the Brotherhood of Saint Luke (Overbeck, Wintergerst, Vogel, and Hottinger) it reads: ". . . so now there were already five of us. We had decided that each of us should deliver a painted nocturne by a specified date. I painted a small picture for that purpose: a man coming home and finding his wife at work; I chose this quiet domestic scene because I was no longer satisfied with painting battles. After all, depicting a scene which may leave a grand impression but nonetheless invariably shows the depravity of man no longer seemed to me to be quite a worthy subject of paintings" (Lehr 1924, pp. 40, 41; Overbeck's nocturne is the painting Christ and the Disciples at Emmaus, which is held by the Behnhaus in Lübeck).
As the painter explains in his "Study Report," crucial impulses for the profound transformation in the way he thought about the purpose of art came from his visits to the Wiener Gemäldegalerie (Vienna Painting Gallery), where Perugino excited Pforr more than the Italian masters of the 16th and 17th centuries did, whom he had admired previously. He was moved even more by the old German painters. "We rushed to the German school of the old masters. How pleasantly surprised we were, how sweet and pure was every sensation we felt. Previously many elements had seemed stiff and forced to us, but now we had to admit to ourselves that constantly looking at paintings, each of which depicted ordinary activities in an exaggerated posture that was often artificial to the point of being ridiculous, had misled us in our judgment, and that this was the reason we had regarded the gestures, which were taken from actual Nature, as stiff and to be lacking the appropriate movements. This noble simplicity talked loud and clear to our heart with determination, this was not virtuosity of the paint brush, not a bold way of treating a subject-everything was there in a simple manner as if it had not been painted but evolved like that."
The first fruit of these impressions is the dmestic scene. It marks the artist's departure from the former war scenes- mainly from the Thirty Years' War. He is directing his focus on emotions, on the profession of moral and religious convictions which were in line with the objectives of the Brotherhood of Saint Luke, with the scenes portrayed taking place in the Middle Ages or in the era of Dürer and Raphael. Thus the little nocturne may be considered an incunabula of Nazarene painting.
It depicts the living room of a painter, as is evidenced by an altar wing on the wall, a painting on canvas leaning against it which we only see from the back, as well as a wood panel behind it, and the palette on a box (containing painting utensils?) in the front, right. A man in a red cloak and wearing a broad-rimmed hat has just come in through the door, which he is pulling shut with his left hand. He is looking at his wife, who is sitting at a table on the left with some sewing work and is turning her head towards the man. The chair in front of the table is in a diagonal position as if the man were to sit down there at once.
The room is illuminated by a single candle in a candleholder, casting large shadows, the only dramatic element in the picture. An oven at the left, which is decorated with a relief of Saint Luke (according to the inscription), has an open compartment at the top containing a tin bowl, probably keeping the man's dinner warm. In the back is a small alcove with a bed, which is connected to the small living room, whose depth is indicated by wide floor boards. The green curtain of the alcove has been drawn, and we are looking at a window consisting of small square, diagonal windowpanes behind which we see snow-covered roofs and two illuminated windows. The cozy heat of the interior is to become tangible in contrast to the chill and darkness outside.
A drawing first published in 1958 (pen in black, brush in gray) in the Alfred Winterstein Collection in Munich was already recognized as a preliminary work for the present painting at the time. Compared to this drawing, Pforr enriched and modified his picture with several details. Instead of the empty frame for the picture underneath (?), Pforr depicted the left wing of an altar panel, which is divided into a top and a bottom painting. We can make out the hinges on the right. The top probably shows Mary from an annunciation (the angel would have to be added on the right) and underneath it is a saint in a red cloak which, like the nimbus, forms a bridge to the man entering through the door. The tablecloth is now decorated with a pattern, and on it is not only the pair of snuffers, which is now larger, but also a ball of yarn, and next to it are regular scissors and a prayer book. The relief of Luke on the oven, which can be identified thanks to the inscription "Saint Luke," has also been added, as has the small panel with the signature. Only in the fully executed painting is the viewer compelled to become immersed in the carefully drawn details.
A second drawing (pencil) in the same collection is a quickly executed study, probably from life, depicting the torso of the young woman.
Early on Lehr (1924, p. 104) had drawn a connection- albeit too close- between the painting, which he only knew from a description by Boetticher, and a drawing kept at the Städel Art Institute in Frankfurt, an illustration for Heinrich Pestalozzi's novel Lienhard and Gertrude. Here, too, a woman (Gertrude) is sitting at a table by candlelight as a man, the drunken mason Lienhard, enters through the door. The woman, however is surrounded by four small children, sitting in despair, her head propped in her hand. While closely related to the Winterstein sheet in terms of drawing style and composition, the theme is quite different- it is the same which Ludwig Vogel, a Swiss fellow member of the Brotherhood of Saint Luke and friend of Proff, depicted in a drawing (which was later on given the incorrect date of 1807) at the Stiftung für Kunst (Foundation of Art) in Olten. Heinrich Thommen published the sheet in his book 'Im Schatten des Freundes': Arbeitsmaterialien von Franz Pforr im Nachlaß Ludwig Vogels (In the Shadow of His Friend: Work Materials of Franz Pforr in Ludwig Vogel's Estate; Basle 2010, Fig. 69). It is reasonable to assume that a painting which was executed afterwards but cannot be documented was the nocturne with which Vogel participated in the assignment of the Brotherhood of Saint Luke in 1908, and it is also quite possible that Pforr took this drastic, close-to-life depiction of the misery of poor people as the model for his sensitive portrayal of well-ordered life.
The picture contains yet another statement that takes us deep into Pforr's personal emotional universe. In his "Study Report" he only called the character entering the room a man, keeping quiet about the details indicating that he is a painter. Apparently he did not want to divulge too much of his inner soul to his former guardian. The long, straight nose and especially the conspicuous hairdo with the long hair falling down from the centre to the sides, like gathered curtains, make it highly likely that the man was a self-portrait of Pforr. This in
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Estimation :1 500 € - 2 000 €
Live
24/06/2026
Proposé par Arenberg Auctions
Estimation :10 000 €
15 000 €
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24/06/2026
Proposé par Arenberg Auctions
Estimation :100 € - 120 €
Live
24/06/2026
Proposé par Arenberg Auctions
Estimation :800 € - 1 000 €
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24/06/2026
Proposé par Arenberg Auctions
Estimation :400 € - 500 €
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24/06/2026
Proposé par Arenberg Auctions