Lot 47
René Magritte (Lessines 1898 – 1967 Brüssel) „La malédiction“. 1936/37 Öl auf Holz. 11,7 × 11,7 cm ( 4 ⅝ × 4 ⅝ in.). Laut Werkverzeichnis rückseitig signiert (aufgrund der Montierung nicht einsehbar). Auf der Rahmenrückpappe ein Etikett der Mayor Gallery, London. Sylvester 423.– [3027] Provenienz: Mme Jean Krebs, Brüssel / Obelisk Gallery, London / Robert Fraser Gallery, London / Mrs. Lionel Fraser, London / Mayor Gallery, London / Privatsammlung, Berlin Ausstellung: Magritte – Paintings, Drawings, Gouaches. London, Obelisk Gallery, 1961, Kat.-Nr. 13 Literatur und Abbildung: Alexander Kluge: Notiz im August, Elmau. In: Grisebach. Das Journal. Heft 6, Berlin 2016, S. 56/57, m. Farbabbildung Der Belgier René Magritte hatte sich von 1927 bis 1930 in der Nähe von Paris niedergelassen, wo er an den Aktivitäten der Surrealisten teilnahm und sich mit André Breton und Paul Éluard anfreundete. Auch nach seiner Rückkehr nach Brüssel beteiligte sich Magritte weiterhin an ihren Ausstellungen, schrieb und zeichnete für surrealistische Zeitschriften. Dennoch blieb er eher ein Einzelgänger und schuf in Zurückgezogenheit sein unverwechselbares Werk, mit dem er der Kunst des 20. Jahrhunderts seinen Stempel aufdrückte. 1931 entsteht eine erste Fassung des Motivs „La malédiction“ („Der Fluch“), der eine Reihe von Variationen folgen. Bereits mit dem beunruhigenden Bildtitel beraubt uns René Magritte der Illusion, es könne sich bei den zart hingetupften Wolkengebilden um eine reine Darstellung heiterer Schwerelosigkeit handeln. Und er verweigert sich nicht nur dem malerischen Potenzial des Motivs, sondern auch dessen gefühlsmäßiger Erschließung. Es scheint, als habe Magritte seine Wolken emotionslos von jahrhundertelanger Symbolbefrachtung befreien wollen. Seit seinem ersten als surrealistisch geltenden Gemälde „Das Fenster“ (1925), dem Blick aus einem Innenraum mit Pyramide auf ein Fenster, vor dem ein ausgestreckter Arm einen Vogel zu fangen versucht, fordert der Maler die Realität heraus. Ja, er zeigt sie überdeutlich, um sie zugleich als willkürliche Konstruktion unserer Denkgewohnheiten zu entlarven. Dabei zieht sich das Motiv der ruhig dahinschwebenden Wolken wie ein roter Faden durch Magrittes Werk. Der sommerliche Himmelsausschnitt erscheint in Fensteröffnungen und hinter Mauerbrüstungen, er kann sich zu Würfeln verformen und in Scherben zerbrechen. Er zeigt sich als Blick auf ein rätselhaftes Außen oder als irritierendes Bild im Bild. Schließlich fasst Magritte die grenzenlose Weite des Himmels in ein kleines Quadrat – ein Mysterium als besondere Kostbarkeit oder als Fluch, der gebannt werden will. SCH René Magritte (Lessines 1898 – 1967 Brussels) „La malédiction“. 1936/37 Oil on panel. 11,7 × 11,7 cm ( 4 ⅝ × 4 ⅝ in.). According to catalogue raisonné signed on the reverse (not visible on original work due to the mount). On the cardboard frame backing a label of the Mayor Gallery, London. Sylvester 423.– [3027] Provenienz: Mme Jean Krebs, Brussels / Obelisk Gallery, London / Robert Fraser Gallery, London / Mrs. Lionel Fraser, London / Mayor Gallery, London / private collection, Berlin Ausstellung: Magritte – Paintings, Drawings, Gouaches. London, Obelisk Gallery, 1961, cat. no. 13 Literatur und Abbildung: Alexander Kluge: Notiz im August, Elmau. In: Grisebach. Das Journal. vol. 6, Berlin 2016, p. 56/57, with colour illustration
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Allemagne
01/12/2016
Proposé par Grisebach
0049 30 885 915 0