Lot 166
Richter, Gerhard 1932 Dresden - lebt und arbeitet in Köln Abdallah. 2010. Lack hinter Glas. 32 x 32cm. Signiert verso auf Glas: Richter 2010 sowie auf Rahmenrückseite vom Künstler(?) bezeichnet: 917-84, Richter 2010. Künstlerrahmen. Provenienz: Direkt beim Künstler erworben Das Bild wird unter der Wvz.- Nr. 917-84 im Gerhard-Richter Archiv Dresden geführt. Wir danken Herrn Elger, Gerhard Richter Archiv Dresden, für die freundliche Unterstützung. Das Werk ist auf der offiziellen Gerhard Richter Internetseite (www.gerhard-richter.com) unter der Nummer 917-84 aufgeführt und abgebildet. Seit 2008 erstellte Gerhard Richter mehrere Serien von Hinterglasbildern. Die Titel der Serien sind der arabischen Namens- und Geisteswelt entnommen. So sind 'Sindbad' und 'Aladin' auch im Westen bekannte Figuren aus gleichnamigen Märchen. 'Ifrit' ist ein Geisteswesen, welches aus Feuer geschaffen ist und dem Reich der Dämonen angehört. 'Abdallah' ist ein arabischer Name, welcher unter anderem auch 'Diener Gottes' bedeutet. Auch Abdallah ist in der Märchensammlung 'Tausend und eine Nacht' mit der Geschichte des blinden Baba Abdallah erwähnt. Die technische Ausführung der Bilder ist hoch interessant. So hat Richter hier Lackfarben auf einem glatten Untergrund aufgetragen, mit dem Spachtel vermischt und sie eine gewisse Zeit sich selbst überlassen. Dabei reagieren die verschiedenen Lacke unterschiedlich miteinander, sie laufen ineinander, vermischen sich oder ziehen sich zu fantastischen Strukturen zusammen. Schließlich drückt Richter eine Glasplatte in die Farbe und fixiert dadurch das momentane Ergebnis auf dem Glas. In einer unveröffentlichten Ateliernotiz hat er selbst diesen Werkprozess anschaulich beschrieben: 'Eine beliebige Platte. Die mindestens doppelt so groß ist wie die geplanten Hinterglasbilder, bedecke ich mit Kunstharzlack, d.h. mit verschiedenen Buntfarben (geschätzte Menge ca. 1 bis 5 Esslöffel). Diese Farben stehen dann teils hart nebeneinander, teils verfließen sie ineinander und ergeben einen Anblick, in den ich mit Pinsel oder Spachtel eingreife, störe, vermische, durcheinanderbringe. Dann beobachte ich die nun selbst entstehenden Strukturen und Vermengungen, bis ich mich für einen Zustand entscheide und diesen abnehme. Das geschieht, indem ich eine Glasplatte vorsichtig auf das darunterliegende Lackbild lege und mit leichtem Druck die vollständige Übertragung des Anblickes erzeuge. Danach kann das Glasbild ein bis zwei Tage trocknen. Bis auf seltene, durch Bewegung entstehende Unschärfen zeigt die so abgenommene Oberfläche exakt bis in jedes Detail das gleiche Bild - genau genommen dasselbe Bild.' Gerhard Richter ist mit diesen Arbeiten so nahe an dem Werk seines früheren Weggefährten Sigmar Polke wie seit ihrem Gemeinschaftsarbeiten in den sechziger Jahren nicht mehr. Ähnlich den alchemistischen Kompositionen Polkes, lässt hier Richter dem Material seine Eigendynamik (Elger, Dietmar: Gerhard Richter in der Dresdner Galerie, Schriften des Gerhard Richter Archiv Dresden, Band 7, Dresden 2010, S. 38). Richter, Gerhard 1932 Dresden - lives and works in Cologne Abdallah. 2010. Paint under glass. 32 x 32cm. Verso signed on glass: Richter 2010 and inscribed on the back of the frame by the artist (?) : 917-84, Richter 2010. Artist's frame. Provenance: Acquired directly from the artist The work is listed under the Cat. Rais. No. 917-84 from the Gerhard Richter Archive in Dresden. We would like to thank Mr. Elger of the Gerhard Richter Archive in Dresden, for his kind support. The work is listed and illustrated on the official Gerhard Richter website under the number 917-84.
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
Art Moderne
50968 Köln - Allemagne
07/06/2013
Proposé par Van Ham
49 221 9258620