Lot 456
Segantini, Gottardo Guido
1882 Pusiano - 1974 Maloja
Febbraio a Maloja
1928. Öl auf Leinwand. Doubliert. Signiert unten links: GottardoS(lig.) sowie datiert unten rechts: 1928. Rahmen.
Auf der Leinwand verso doppelt bezeichnet sowie betitelt und datiert in Rot: Gottardo Segantini Febbraio a Maloja 1928. Auf dem Keilrahmen erneut datiert (in Bleistift): 8.II.1928.
Provenienz:
Privatsammlung Süddeutschland
Gottardo Segantinis malerisches Schaffen ist stark von seinem Vater, dem berühmten Alpenmaler Giovanni Segantini, beeinflusst, denn von ihm erhält er seine künstlerische Ausbildung. Daneben besucht er aber auch die Mailänder Akademie und nimmt Unterricht bei dem Züricher Künstler Hermann Gattiker. Angeleitet von seinem Vater setzt sich Segantini intensiv mit den Lichttheorien, der Gliederung der Farbwerte sowie mit der Zusammensetzung von Licht und Farbe auseinander. Dementsprechend bringt er die Farben nicht abgemischt und geschlossen auf den Malgrund, sondern setzt die Grundfarben bzw. Komplementärkontraste als Farbtupfen auf, so dass der gewünschte farbliche Eindruck erst bei der Betrachtung aus einiger Entfernung entsteht. Durch diese Vorgehensweise erzielt Segantini auch das flirrende Spiel von Helligkeit und Kolorit, dass für seine Werke so typisch ist.
Febbraio a Maloja ist ein wunderbares Beispiel für seine malerische Finesse: Mit kleinen Pinselstrichen und -tupfern gibt er die Farben neben- und übereinander auf die Leinwand. Dabei trägt er das Öl derartig pastos auf, dass sich eine reliefartige Struktur ergibt. Indem er die Richtung der Pinselzüge ändert - je nach dargestelltem Bildmotiv -, moduliert er die Oberfläche und erreicht damit einen zusätzlichen dynamischen Effekt. Dergestalt lässt er den Betrachter das vibrierende Licht eines eisigen, sonnigen Wintertages in den schneebedeckten Bergen miterleben.
Wie in diesem Gemälde schildert Segantini stets die Schönheit des Oberengadins. 1894 zieht er mit seiner Familie nach Maloja ins Chalet Kuoni, das er bis zu seinem Tod nicht mehr verlässt. Seine tiefe Verbundenheit mit dem Dorf und der Umgebung gibt er in all seinen Ansichten Ausdruck. Dabei integriert er selten Personen, oft deutet er deren Existenz allein durch Häuser an. So beschreibt Segantini in seinen lichterfüllten, leuchtenden Landschaften einen zeitlosen, paradiesischen Zustand - In der von der Industriegesellschaft noch unberührten Bergwelt können Mensch und Natur in Einklang leben
Segantini, Gottardo Guido
1882 Pusiano - 1974 Maloja
Febbraio a Maloja. 1928. Oil on canvas. Relined. Signed lower left: GottardoS (lig.) and dated lower right: 1928. Framed.
The canvas verso has double inscription, title and dated in red: Gottardo Segantini Febbraio a Maloja 1928. On the stretcher the date is renewed (in pencil): 8.II.1928.
Provenance:
- Private collection, Southern Germany
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
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