Lot 212
Tafelmaler der Französischen Schule um 1500 ? DIPTYCHON EINES MARIENALTARS Öl auf Nadelholz. Parkettiert. Je ca. 70 x 58,5 cm. Neuzeitlich gerahmt. Die beiden Tafelbilder möglicherweise aus einem Marienaltar größeren Zusammenhangs, mit den Themen: Joachim und Anna sowie die Verkündigung Mariens. Im erstgenannten Bild werden die Stammeltern vor einem Stadtmauertor stehend wiedergegeben, Joachim umfängt Anna, beide mit rotem Kleid und darüber liegendem, dunkelgrünem Mantel und Goldbordüre, Anna trägt ein weißes Kopftuch, Joachim eine Kappe. Die Häupter hinterlegt von einem goldenen, punzierten Nimbus, die der darüber schwebende Engel mit beiden Händen in zusammenführender Geste berührt. Am rechten Bildrand ein Mann in rotem, kurzem Rock, mit schwarzen Stiefeln und schwarzem Rocksaum, der ein Lamm über den Schultern trägt, als Opfergabe der Verlobung. Der Torbogen zwischen einem links am Bildrand stehenden Rundturm und einem weiteren, kantigen Turm im Hintergrund eingepasst, die Innenwandung des Torbogens goldgrundig, ebenfalls punziert, als Symbol der „Heiligen Pforte“ der „Himmlischen Stadt Jerusalem“. Im Hintergrund eine Stützmauer mit dahinter sich zum Horizont verlierender Landschaft mit jungen Bäumen. Das Gegenstück zeigt die Verkündigung. Rechts an einem gotischen Pult Maria kniend, in rotem Kleid mit prächtig besticktem, dunkelblauem Mantel auf dessen Saum ein nicht identifizierbarer Spruch aufgestickt erscheint. Maria hält beide Hände geöffnet nach oben, der Kopf demütig nach links geneigt, hinterfangen von der vergoldeten Nimbusscheibe. Links kniend der Verkündigungsengel mit weißem Unterkleid und dunkelrotem, seitlich geschlitztem Mantel mit erhobenem, rechtem Zeigefinger, in der linken Hand einen Zepterstab mit einem darum spiralig gewundenem Rotulus mit der Aufschrift „Ave Maria Gratia...“. Zwischen beiden Gestalten auf einem niedrigeren Sockel eine zweihenkelige Vase mit weißen Lilien, Attribut der Jungfräulichkeit Mariens, darüber ein rundbogiges, vergittertes Fenster, durch das die göttlichen Strahlen der Maria entgegenziehen, darauf die Heiliggeisttaube. Der Fensterausblick zeigt eine Baumlandschaft unter hohem Wolkenhimmel. Der Raum perspektivisch aufgefasst, wie dies das malerische Anliegen der Zeit war, entsprechend erscheinen die Seitenwände extrem schräg gestellt; links eine rundbogige Maueröffnung, durch die der Engel getreten scheint, rechts ein rundbogiges Bleiglasfenster. Die beiden Gemälde von hohem Interesse, insbesondere in der noch erhaltenen Zusammenstellung der beiden Themen. ? (861802)? French School around 1500 MARIA ALTAR DIPTYCHON Oil on Pinewood. Parquet. Each 70 x 85.5 cm.
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Dessins, aquarelles et pastels
À propos de la vente
Catalogue
19/06/2012
Proposé par Hampel Fine Art Auctions
0049-89-28804-0