Lot 220
Walter Gramatté (Berlin 1897 – 1929 Hamburg) Selbst in Barcelona. 1924 Aquarell über Bleistift auf gelblichem Papier (aus einem Zeichenblock). 47,9 × 37,3 cm ( 18 ⅞ × 14 ⅝ in.). Unten links mit Tuschfeder signiert, bezeichnet und datiert: Gramatté Barcelona 1924. [3414] Provenienz: Privatsammlung, Berlin (bis 1990) Ausstellung: Walter Gramatté 1897-1929. 71 x selbst. Aquarelle, Zeichnungen, Druckgraphik. Berlin, Brücke-Museum, 1982, Kat.-Nr. 39, Tafel 26 Literatur und Abbildung: Auktion 16: Villa Grisebach Auktionen, Berlin, 24. November 1990, Kat.-Nr, 159 1924, im Jahr der Entstehung des Aquarells „Selbst in Barcelona“, hat sich der junge Berliner Künstler Walter Gramatté in sein freiwilliges Exil nach Spanien begeben. Der gerade 27 Jahre alt gewordene Künstler verließ Berlin wegen seiner beengten Wohnsituation, der wirtschaftlichen Notlage und wegen seines schlechten Gesundheitszustandes. Er versprach sich einen Neuanfang in der katalanischen Stadt. Am 8. Februar 1924 machte sich darum das Ehepaar Walter und Sonja Gramatté auf die Reise per Schiff von Hamburg aus in Richtung Süden. Auf der Überfahrt, an der Biskaya, erlebten sie einen Sturm, den Gramatté in einem Brief vom 8. April 1924 an Rosa Schapire eindrücklich beschreibt: „So stand ich, angeklammert an der Stahldrosse, sauste in den Himmel, stürzte herab, Welle über mich, ein Wind, der das Trommelfell zerdrücken wollte und mich kaum atmen ließ ... Ich mußte die Augen schließen und tief Luft holen und mir war, als müßte ich die Hände freilassen, mich nicht halten und müßte mich hinabziehen lassen.“ Glück und Todessehnsucht liegen da nah beieinander, wie so oft im Werk Walter Gramattés. In Barcelona angekommen mieteten Walter und Sonja Gramatté am Tibidabo die Villa Enriquetta mit Blick aufs Meer. Auf der dortigen Terrasse mag wohl das Aquarell „Selbst in Barcelona“ entstanden sein, das nach überstandener Überfahrt den erwartungsvollen Künstler zeigt. Zwischen mit Pinien bestandenen Hügeln hat Gramatté sich selbst dargestellt, frontal, hinter ihm das Mittelmeer und über ihm der große, freie, blaue südliche Himmel. Walter Gramatté scheint am Ziel angekommen zu sein. Ganz wie er es sich gewünscht hat, glücklich und nahe dem Meer, beginnt seine Zeit in Spanien. Er blieb dort, mit einigen Unterbrechungen, bis zu seiner Rückkehr nach Berlin im Dezember 1926. In diesen zweieinhalb, sehr produktiven Jahren war er von der iberischen Halbinsel fasziniert. Er besuchte Madrid und Andalusien sowie Sóller auf Mallorca. An all diesen Orten zeichnete, aquarellierte und malte er südliche Landschaften, Stadtansichten, portraitierte oft seine Sonja und immer wieder sich selbst. Es spricht für die kenntnisreiche Sammelleidenschaft von Bernd Schultz, dass er gerade das Aquarell „Selbst in Barcelona“ für seine Sammlung erworben hat, spiegelt doch dieses Bildnis das Schicksal des jungen Walter Gramatté auf besonders eindrückliche und faszinierende Art und Weise wider. Herbert Remmert, Düsseldorf Walter Gramatté (Berlin 1897 – 1929 Hamburg) Selbst in Barcelona. 1924 Watercolour over pencil on yellowish paper (from a sketch book). 47,9 × 37,3 cm ( 18 ⅞ × 14 ⅝ in.). Signed, inscribed and dated in pen and India ink lower left: Gramatté Barcelona 1924. [3414] Provenienz: Private Collection, Berlin (until 1990) Ausstellung: Walter Gramatté 1897-1929. 71 x selbst. Aquarelle, Zeichnungen, Druckgraphik. Berlin, Brücke-Museum, 1982, cat. no. 39, Plate 26 Literatur und Abbildung: Auction 16: Villa Grisebach Auktionen, Berlin, 24 November 1990, cat. no. 159
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Dessins, aquarelles et pastels
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26/10/2018
Proposé par Grisebach
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