Lot 364
Winter, Fritz
1905 Altenbögge - 1976 Herrsching
Untitled (from the series: Triebkräfte der Erde). 1944. Oil on Japan. 33 x 21cm. Monogrammed and dated lower left: FW 44. Signed and dated on mat: Fritz Winter 44. Framed.
Enclosed with this work is a confirmation of authenticity by Dr. Gabriele Lohberg, Krefeld, dated April 2020. We thank Dr. Lohberg for her kind scientific support.
Provenance:
- Private collection Bavaria (directly from the artist).
<a href="https://www.van-ham.com/en/buy/how-to-buy-sell/explanations-to-the-catalogue-modern-contemporary-art.html" target="_blank">Explanations to the Catalogue</a>
Fritz Winter
Germany
Informel
ZEN 49
Lyrical Abstraction
Post-War Art
Post War
1940s
Abstract
Works on paper
Oil
Winter, Fritz
1905 Altenbögge - 1976 Herrsching
Ohne Titel (aus der Reihe: Triebkräfte der Erde). 1944. Öl auf Japan. 33 x 21cm. Monogrammiert und datiert unten links: FW 44. Signiert und datiert auf dem Passepartout: Fritz Winter 44. Rahmen.
Zu diesem Werk liegt eine Bestätigung der Echtheit von Dr. Gabriele Lohberg, Krefeld, von April 2020 vor. Wir danken Frau Dr. Lohberg für Ihre freundliche, wissenschaftliche Unterstützung.
Provenienz:
- Privatsammlung Bayern (direkt vom Künstler).
"Triebkräfte der Erde":
Die Lose 361 bis 364 sind Teil der bekannten und einzigartigen Serie "Triebkräfte der Erde". Die Blätter aus dieser Reihe gehören auf dem Auktionsmarkt zu den meist gesuchten Werken Fritz Winters. Sie werden nur selten angeboten und diese vier Lose, die sich seit 1944 in Privatbesitz befinden, werden zum ersten Mal auf dem Kunstmarkt präsentiert. Viele Werke dieser Serie sind in wichtigen Sammlungen und Museen weltweit vertreten.
1944, im Jahr ihrer Entstehung, erhalten die Eigentümer dieser vier Lose die Werke von Fritz Winter selbst und der Verkauf inmitten der Kriegswirren wird begleitet von einem Brief des Künstlers. Fritz Winter schreibt darin u.a. das Folgende: "Das ich Ihnen mit den kl. Bildern eine Freude machen konnte, erfreut auch mich. Ich selbst bin froh noch immer etwas arbeiten zu können, wenn auch die Situation hier wenig dazu angetan ist. Aber diese Welt hier die so alle Grenzen verschwinden lässt, zwischen Leben und Tod, diese Welt gibt mir die Erkenntnis das täglich Wandel und Schöpfung ist. Ich möchte aus diesem Krieg das mit heimbringen was über ihn hinausführt. Kunst soll ja zu allererst die Welt uns immer neu offenbaren. Und habe ich Ihnen eine kleine Sicht gezeigt so bin ich froh darum, wann (wem?) gelingt es ganz neue Welten zu zeigen?! Wo noch die Trümmer der alten, die Sicht begrenzen."
Während seines Genesungsurlaubes nach einer Kriegsverwundung schafft Fritz Winter 1944 auch den über 50 Blätter umfassenden Zyklus "Triebkräfte der Erde". Hierfür wendet er eine ganz besondere Technik an. So trägt er auf das ölgetränkte Papier die verschiedenen Farben wie Öl, Gouache und Aquarell mit dem Pinsel oder mit einer Spritztechnik auf den bräunlichen Malgrund, wobei er die scharf konturierten Formen der oberen, transparenten Schicht mittels des Auflegens von Schablonen "malt". Auf diese Weise entwickelt er seine abstrakten Kompositionen aus flächigen Raumschichtungen heraus.
Wie der Titel schon andeutet, gibt Winter in den unterschiedlichen Bildgestaltungen sein Erleben der Natur - das Wachsen, Werden und Schaffen - angesichts der schwierigen Zeiten des 2. Weltkrieges eindrucksvoll wieder. In ihnen verarbeitet er aber auch seine inneren Befindlichkeiten und vertieft seine spirituellen Erfahrungen. Von der Dingwelt befreit, lädt er uns mit seinen vielfältigen organischen und kristallinen Formen zum Assoziieren ein. So können wir die weißen Gebilde, die sich von dem den Bildern zugrundeliegenden dunklen Farbkanon abheben, als Symbol für das Licht verstehen. Hierin gibt Winter seine Hoffnung auf ein baldiges Kriegsende und damit auf Veränderung und Erneuerung subtil zum Ausdruck.
Die Serie ist nicht nur Winters wichtigstes Werk dieser Zeit. Ihre Bilder werden in der Nachkriegszeit als Schlüsselwerke abstrakten Formenreichtums anerkannt und auch heute noch stehen sie für die Qualität und die außerordentliche Wirkung der in innerer Emigration geschaffenen Kunstwerke.
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Fritz Winter
Deutschland
Informel
ZEN 49
Lyrische Abstraktion
Nachkriegskunst
Unikate
1940er
Abstrakt
Papierarbeit
Öl
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