Lot 13
Wladimir Georgiewitsch von Bechtejeff (1878 – Moskau – 1971) PARKWEG MIT REITERIN. 1905 Öl auf Leinwand. 55 x 83,1 cm ( 21 ⅝ x 32 ¾ in.). Unten links datiert und signiert: 1905. W. Bechtejeff. [3513] Provenienz: Adolf Erbslöh, Irschenhausen / Privatsammlung, Süddeutschland Ausstellung: 1. Neue Künstlervereinigung München, München, Galerie Thannhauser, 1909, Kat.-Nr. 10 (Titel: Bois de Boulogne)? / Vor 50 Jahren: Neue Künstlervereinigung. Der Blaue Reiter. München, Galerie Stangl, 1962, Kat.-Nr. 1 (Titel: Parkweg mit Reiter) / Der Blaue Reiter und das Neue Bild. München, Städtische Galerie im Lenbachhaus, 1999, Kat.-Nr. 6, mit ganzs. Farbabb Literatur und Abbildung: Bernd Fäthke: Jawlensky und seine Weggefährten in neuem Licht. München, Hirmer Verlag, 2004, Kat.-Nr. 179, Abb. S. 136 Bechtejeff war wie sein Landsmann Jawlensky in Rußland zum Offizier ausgebildet worden und studierte nach seinem Ausscheiden aus der Armee an der Moskauer Akademie Malerei. Jawlensky holte den jungen Maler nach München. Bechtejeff schreibt rückblickend: „München 1902 bis 1914, die Zeit meiner Jugend, meiner Hoffnungen, meiner ersten Schritte in der Kunst!“ (zit. nach: Der Blaue Reiter im Lenbachhaus. Katalog der Sammlung in der Städtischen Galerie, München 1982, S. 307). Wie weit haben den Künstler seine „ersten Schritte“ nach so kurzer Zeit schon geführt: Gekommen war er von der russischen Akademie-tradition des Realismus. Und nun sehen wir den Maler inmitten der Auseinandersetzung mit dem französischen Neoimpressionismus. Alle avantgardistischen Maler standen kurz nach der Jahrhundertwende im Banne Signacs und seiner Malerei. Wir kennen neoimpressionistische Arbeiten von Matisse, von Kandinsky, Münter und Jawlensky, und auch die „Brücke“-Maler experimentierten auf diesem Feld. Doch die Zeit verlangte nach mehr als einer rein objektiv wissenschaftlichen, auf physikalischen Gesetzmäßigkeiten gründenden Malerei. Zumal in München mit dem Symbolismus Stucks und dem starken Jugendstil eine Stimmung herrschte, in der die Künstler hinter die Fassaden der Wirklichkeit dringen wollten. Dieses „Geistige“, wie es Kandinsky später nennen sollte, fanden die Maler bei Signac nicht. Der „Parkweg mit Reiterin“ zeigt eine viel stärkere Farbigkeit, als der Natureindruck vermitteln könnte. In der Beleuchtung ganz indifferent führt ein Weg in die Tiefe. Tier und Reiterin verschmelzen nahezu mit der Vegetation. Nur der Weg vermittelt Festigkeit. Die Natur wird zu einem geheimnisvollen, fast undurchdringlichen Ort. Bechtejeff läßt in horizontalen und vertikalen Bewegungen Gras und Bäume entstehen; die Äste werden zu einem Ornament verwoben. Und so schuf der junge Russe ein Stück moderner Malerei, die ihn ebenbürtig neben seinen Münchener Künstlerfreunden stehen läßt. (OH) Wladimir Georgiewitsch von Bechtejeff (1878 – Moscow – 1971) PARKWEG MIT REITERIN. 1905 Oil on canvas. 55 x 83,1 cm ( 21 ⅝ x 32 ¾ in.). Dated and signed lower left: 1905. W. Bechtejeff. [3513] Provenienz: Adolf Erbslöh, Irschenhausen / Private collection, Southern Germany Ausstellung: 1. Neue Künstlervereinigung München, Munich, Galerie Thannhauser, 1909, cat. no. 10 (titled: Bois de Boulogne)? / Vor 50 Jahren: Neue Künstlervereinigung. Der Blaue Reiter. München, Galerie Stangl, 1962, cat. no. 1 (titled: Parkweg mit Reiter) / Der Blaue Reiter und das Neue Bild. Munich, Städtische Galerie im Lenbachhaus, 1999, cat. no. 6, full-page color ill. Literatur und Abbildung: Bernd Fäthke: Jawlensky und seine Weggefährten in neuem Licht. Munich, Hirmer Verlag, 2004, cat. no. 179, ill. p. 136
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Catalogue
Œuvres Choisies
10719 Berlin - Allemagne
27/11/2014
Proposé par Grisebach
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