Lot no. 1110
*1 PAAR FĂRSTLICHE ENCOIGNUREN, Louis XV, sign. MIGEON (Pierre II bzw. IV Migeon, Meister 1739), Innungsstempel, Paris um 1750.
Veilchenholz, Amarant und Königsholz gefriest sowie eingelegt in 'bois de bout'; Blumen, BlĂ€tter und Zierfries. Viertelkreisrunder Korpus mit vorstehenden, gewulsteten Eckstollen auf wellig ausgeschnittener Zarge mit geschweiften Beinen. Gebauchte Front mit 1 TĂŒre. Ausserordentlich feine, matt- und glanzvergoldete BronzebeschlĂ€ge und -sabots. Beide mit Brandstempel der Sammlungen des Duc de PenthiĂšvre. Profilierte 'Griotte Rouge'-Platte. Die Beine restauriert und erhöht. 79x54x98 cm.
Provenienz:
- Sammlung des Duc de PenthiĂšvre.
- Durch Erbschaft in der Sammlung A. Demidoff, Principe di San Donato, um 1870.
- Sammlung Prinz Paul von Yugoslawien, Villa Demidoff, Pratolino.
- Auktion Sotheby's 'in situ', Villa Demidoff, Pratolino, 22.4.1969 (Katalognr. 268).
- Privatsammlung, Dallas.
- Aus englischem Besitz.
Ăhnliche Eckmöbel mit analoger Marketerie sind abgebildet in: G. Bellaigue, The James A. de Rothschild Collection at Waddesdon Manor, Fribourg 1974; I, S. 263f., G. Hojer/H. Ottomeyer, Das Möbel der Residenz MĂŒnchen, MĂŒnchen 1995; I, S. 121-123 (Nr. 24), G. Janneau, Le meuble lĂ©ger en France, Paris 1952; Abb. 57 sowie S. Mouquin, Pierre IV Migeon, Paris 2001; S. 72f.
Louis Jean Marie de Bourbon, Herzog von PenthiĂšvre, ChĂąteauvillain und Rambouillet, Prinz von Lamballe und Carignano, war ein Enkel Ludwigs XIV. und als letzter Erbe aller legitimiertern Prinzen der reichste Privatmann Frankreichs. 1737 wurde er Grossadmiral und Gouverneur der Bretagne. 1744 heiratete er Prinzessin Maria Teresa Felicitas von Modena, mit der er sieben Kinder hatte, wovon jedoch bloss zwei das Erwachsenenalter erreichten. Herzogin von PenthiĂšvre verstarb nach der Geburt ihres letzten Kindes 1754, und Louis, sehr betroffen vom frĂŒhen Tod seiner Frau, heiratete nicht wieder. Er zog sich vem Hof in Versailles zurĂŒck und widmete sich der NĂ€chstenliebe und WohltĂ€tigkeit. WĂ€hrend der Französischen Revolution gab er dem Dichter Jean Pierre Claris de Florian in seinem ChĂąteau de Sceaux Zuflucht und blieb aufgrund seiner Philantropie verschont. Andere Familienmitglieder hatten weniger GlĂŒck, darunter seine Tochter, die Prinzessin von Lamballe, die 1793 ermordet wurde. Louis starb, allgemein beliebt, im MĂ€rz 1793 in seinem ChĂąteau de Bizy.
FĂŒr Angaben zu P. Migeon siehe Fussnote der Katalognr. 1114.
PAIR OF PRINCELY ENCOIGNURES, Louis XV, signed MIGEON (Pierre II and IV Migeon, maĂźtre 1739), guild stamp, Paris ca. 1750.
Purpleheart, amaranth and 'bois de violette' in veneer, inlaid in 'bois de bout'; flowers, leaves and decorative frieze. Front with 1 door. Exquisitely fine matte and polished gilt bronze mounts and sabots. Both bear brands from the collection of the Duc de PenthiĂšvre. Profiled 'Griotte Rouge' top. The legs restored and raised. 79x54x98 cm.
Provenance:
- from the collection of the Duc de PenthiĂšvre.
- by inheritance in the A. Demidoff Collection, Principe di San Donato, ca. 1870.
- from the collection of Prince Paul of Yugoslavia, Villa Demidoff, Pratolino.
- Auction Sotheby's 'in situ', Villa Demidoff, Pratolino, 22 April 1969 (Lot No. 268).
- from a private collection, Dallas.
- from an English collection.
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