Lot no. 540
Adolf Erbslöh
1881 New York - Irschenhausen 1947
„Dächer über Warburg“
Öl auf Leinwand. (1921). Ca. 61,5 x 38 cm. Signiert unten links, verso auf dem Keilrahmen betitelt.
In den frühen 1920er Jahren malt Adolf Erbslöh vor allem landschaftliche Szenen, die sich durch eine strenge Bildtektonik auszeichnen. Wie auch in dem vorliegenden Bild werden Baumwipfel, Dächer und Hausfassaden durch Licht- und Schattenzonen verknappt dargestellt. Diese vereinfachten Flächen schiebt Erbslöh übereinander und verschachtelt sie zu pyramidalen Gebilden. Hier bildet der Kirchturm die Spitze der Pyramide, unter der sich die Giebel der Dächer zickzackförmig ausbreiten. Dabei wird räumliche Entfernung perspektivisch verkürzt. Ein atmosphärisches Empfinden und eine kubistisch orientierte Abstraktion verschmelzen miteinander, es entstehen die sogenannten „Kristallinen Bilder“. Die Farben bleiben dabei im typischen Spektrum des Künstlers. Der Künstler schreibt dazu: „Das stärkste Erlebnis bedeutet mir jedes Jahr von neuem unser (...) deutscher Sommer, mit der reichen Skala der verschiedensten Grün und den tief violetten und blauen Schatten.“ (zit. in: Adolf Erbslöh 1881–1947, Werkverzeichnis der Gemälde, S. 34). Das westfälische Warburg und seine Umgebung wird für Erbslöh schon früh zu einer wichtigen Inspirationsquelle, denn der Familiensitz seiner Frau Adeline, die er 1907 heiratet, liegt auf der Burg Calenberg, keine vier Kilometer von Warburg entfernt.
Salmen/Billeter 1921/4. Literatur: Wille, Hans, Adolf Erbslöh 1881-1947. Mit einem Katalog der Gemälde, Kunst- und Museumsverein Wuppertal u.a. 1967, Kat.-Nr. 58; Wille, Hans, Adolf Erbslöh. Die frühen Jahre, Recklinghausen 1982, mit farb. Abb. Nr. 42.
Ausstellung: Adolf Erbslöh zum 50. Geburtstag, Barmener Kunstverein, Barmen 1931, Kat.-Nr. 58; Adolf Erbslöh. Gedächtnis-Ausstellung, Galerie Otto Stangel, München 1955, Kat.-Nr. 23; Adolf Erbslöh. Gemälde 1903-1945, Von der Heydt-Museum, Wuppertal u.a. 1992, Kat.-Nr. 62, farb. Abb. Taf. 35; Adolf Erbslöh, der Avantgardemacher, Von der Heydt-Museum, Wuppertal 2017, farb. Abb. S. 73, Nr. 14.
Provenienz: Nachlass des Künstlers; Hans Wille, Norddeutschland; durch Erbfolge an den jetzigen Besitzer, Privatbesitz, Norddeutschland.
Adolf Erbslöh
1881 New York - Irschenhausen 1947
Roofs over Warburg
Oil on canvas. (1921). C. 61,5 x 38 cm. Signed lower left, titled on the reverse on the stretcher.
In den frühen 1920er Jahren malt Adolf Erbslöh vor allem landschaftliche Szenen, die sich durch eine strenge Bildtektonik auszeichnen. Wie auch in dem vorliegenden Bild werden Baumwipfel, Dächer und Hausfassaden durch Licht- und Schattenzonen verknappt dargestellt. Diese vereinfachten Flächen schiebt Erbslöh übereinander und verschachtelt sie zu pyramidalen Gebilden. Hier bildet der Kirchturm die Spitze der Pyramide, unter der sich die Giebel der Dächer zickzackförmig ausbreiten. Dabei wird räumliche Entfernung perspektivisch verkürzt. Ein atmosphärisches Empfinden und eine kubistisch orientierte Abstraktion verschmelzen miteinander, es entstehen die sogenannten „Kristallinen Bilder“. Die Farben bleiben dabei im typischen Spektrum des Künstlers. Der Künstler schreibt dazu: „Das stärkste Erlebnis bedeutet mir jedes Jahr von neuem unser (...) deutscher Sommer, mit der reichen Skala der verschiedensten Grün und den tief violetten und blauen Schatten.“ (zit. in: Adolf Erbslöh 1881–1947, Werkverzeichnis der Gemälde, S. 34). Das westfälische Warburg und seine Umgebung wird für Erbslöh schon früh zu einer wichtigen Inspirationsquelle, denn der Familiensitz seiner Frau Adeline, die er 1907 heiratet, liegt auf der Burg Calenberg, keine vier Kilometer von Warburg entfernt.
Salmen/Billeter 1921/4. Literatur: Wille, Hans, Adolf Erbslöh 1881-1947. Mit einem Katalog der Gemälde, Kunst- und Museumsverein Wuppertal u.a. 1967, Kat.-Nr. 58; Wille, Hans, Adolf Erbslöh. Die frühen Jahre, Recklinghausen 1982, mit farb. Abb. Nr. 42.
Ausstellung: Adolf Erbslöh zum 50. Geburtstag, Barmener Kunstverein, Barmen 1931, Kat.-Nr. 58; Adolf Erbslöh. Gedächtnis-Ausstellung, Galerie Otto Stangel, München 1955, Kat.-Nr. 23; Adolf Erbslöh. Gemälde 1903-1945, Von der Heydt-Museum, Wuppertal u.a. 1992, Kat.-Nr. 62, farb. Abb. Taf. 35; Adolf Erbslöh, der Avantgardemacher, Von der Heydt-Museum, Wuppertal 2017, farb. Abb. S. 73, Nr. 14.
Provenienz: Nachlass des Künstlers; Hans Wille, Norddeutschland; durch Erbfolge an den jetzigen Besitzer, Privatbesitz, Norddeutschland.
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Drawings, watercolours and pastels
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