Lot no. 519
Adolf Uzarski (Ruhrort 1885 – 1970 Düsseldorf)
Spanischer Tanz. 1922
Öl auf Leinwand. 145 × 92,5 cm ( 57 ⅛ × 36 ⅜ in.). Unten rechts signiert und datiert: Uzarski 22.
Werkverzeichnis: Nicht bei Lauter.–
Kleine Retuschen. [3413]
Provenienz: Privatsammlung, Bayern
Adolf Uzarski Hauptschaffensphase lag zwischen den Weltkriegen. Mit Malern und Zeichnern wie Max Ernst, Carlo Mense, Otto Pankok und Otto Dix (der ein bekanntes Porträt von ihm anfertigte, das sich heute im Museum Kunstpalast be ndet (Abb. unten)) war er ab 1919 Mitglied in der Künstlervereinigung „Das Junge Rheinland“, trat aus dieser vier Jahre später nach einem Disput mit der Galeristin Johanna „Mutter“ Ey aus und gründete eine neue Vereinigung mit Namen „Rheingruppe“. Die Nationalsozialisten schmähten den politisch vielseitig engagierten „Kommunisten ohne Parteibuch“ als den „Mephisto von Düsseldorf“. Als sie an die Macht kamen, entzog sich Uzarski ihnen durch immer neue Wohnorte und Adressen. Nach dem Zweiten Weltkrieg geriet er wie so viele in Vergessenheit, wurde sogar fälschlich für tot erklärt – nur um mit einer großen Retrospektive 1967 in der Akademie der Künste in Berlin „wiederaufzuerstehen“. Tatsächlich hatte er die Zeit nach dem Krieg hauptsächlich damit verbracht, Kinderbücher zu illustrieren.
Das Gemälde „Spanischer Tanz“ ist typisch für die Kunst Uzarskis in den Zwanzigerjahren. Beeinflusst von Kubismus und Neuer Sachlichkeit, aber auch immer noch seinen Anfängen im Jugendstil und Art déco verpflichtet, fand er damals zu einem ganz eigenen Stil, für den der „Spanische Tanz“ geradezu exemplarisch ist. Der Rhythmus, in dem die Komposition angelegt ist, das überaus delikate, facettenreiche Kolorit, die Androgynität der Tänzer(innen) und der leicht humoristische Einschlag, der sich beim aus dem Maßstab gerutschten Musiker zeigt – das alles macht dieses Gemälde zu einem Meisterwerk und Schlüsselbild der „Roaring Twenties“.
Uzarski, der in der Zeit auch als Schriftsteller hervortrat (in den Zwanzigerjahren veröffentlichte er praktisch jedes Jahr einen neuen Roman), gibt sich hier als Idealtypus des Künstler-Bohemiens zu erkennen: der Maler, der die Nacht zum Tag macht, um genau dort, in den langen, ausgelassenen rheinischen Nächten nämlich, seine dankbarsten Motive zu finden. Wenn man so will, ist der „Spanische Tanz“ im übertragenen Sinn also auch ein Selbstporträt. UC
Wir danken Dr. Marlene Lauter, Würzburg, für freundliche Hinweise.
Adolf Uzarski (Ruhrort 1885 – 1970 Düsseldorf)
Spanischer Tanz. 1922
Oil on canvas. 145 × 92,5 cm ( 57 ⅛ × 36 ⅜ in.). Signed and dated lower right: Uzarski 22.
Not in the catalogue raisonné by Lauter.–
Retouchings. [3413]
Provenienz: Private collection, Bavaria
We would like to thank Dr. Marlene Lauter, Würzburg, for kindly providing additional information.
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
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