Lot no. 245
An important Berlin KPM krater-form vase with a view of Unter den Linden With ormolu mountings on wooden base, textile coverings. Model no. 1466. Fired in two parts and mounted, with a star-shaped nut. Painted with a panoramic view of the famous street in Berlin seen from the west, with the Prinz Heinrich Palais (Humboldt University), the Neue Wache, the Zeughaus, and Berlin Cathedral on one side of the bridge, on the other side the palace, the Kommandantur, the Kronprinzenpalais, the Prinzessinnenpalais and the State Opera. Above and below this Neoclassical borders with palmettes, beading, vermicelli, and acanthus. Blue sceptre mark, brown eagle mark, painter's marks. H 49.2 cm. 1830, decor attributed to Eduard Wilhelm Forst, the bronze mountings by Werner und Mieth, Berlin. These panoramic views, depicted as if seen from above, are a perfect expression of municipal pride in the city's modernisation. This manner of depicting the skyline was developed by the Irish artist Robert Barker, who painted his first panorama in 1788. The genre was subsequently popularised in Berlin by the paintings of Eduard Gaertner (1801 - 1877), who settled in Berlin in as an independent artist following his return from Paris in 1828. His stunning large-scale panoramas, often depicting unusual aspects of the new buildings of Karl Friedrich Schinkel, were highly appreciated in the city. His biography also influenced the development of this vase: Gaetner began his apprenticeship in the painters' department at KPM in 1813. Although the talented young artist left the manufactory in 1821, his radical ideas still influenced the remaining painters, as illustrated by the design of this important vase. Provenance From a Prussian aristocratic collection. Literature Cf. a Munich-form vase with a similar view in the Twinight Collection (cat.: Raffinesse und Eleganz, Munich 2007, no. 112), sold in Lempertz auction 1065 on 30th April 2016, lot 196. The present vase could be the example presented by Eduard Wilhelm Forst at the Academy exhibition in 1830, described as: "Vase ohne Henkel, rund herum bemalt mit der Gegend vom Königl. Schlosse zu Berlin bis zu den Linden als Panorama, nebst reicher Vergoldung" (ibd. p. 349). Bedeutende Kratervase mit Panorama Unter den Linden Porzellan, Goldfond mit matten und glänzenden Partien, radiertem Dekor, Emailbemalung, vergoldete Bronzemontierung auf Holzkern, mit Stoff unterlegt. Modell 1466. Zweiteilig gebrannt, original verschraubt, mit sternförmigem Schraubenkopf. Breites, sehr fein gemaltes umlaufendes Panorama der Berliner Prachtstraße mit Blick nach Westen, rechts das Prinz Heinrich Palais (Humboldt Universität), die Neue Wache, das Zeughaus, dahinter der Berliner Dom, auf der gegenüberliegenden Seite der Brücke das Schloss, davor, auf der Südseite der Straße wieder zurück, die Kommandantur, das Kronprinzenpalais, das Prinzessinnenpalais und die Oper (heute Staatsoper). In mehrere Horizontalzonen gegliederte untere und obere Wandung mit wechselnden antikischen Dekoren: radierte Palmetten, Perlstäbe, Vermicula und Akanthus. Vor den Gebäuden flanierende und kutschenfahrende Staffagefiguren, Reiter und Hunde. Blaumarke Zepter, braune Adlermarke, Malerzeichen. H 49,2 cm. Berlin, KPM, 1830, der Dekor Eduard Wilhelm Forst, zugeschrieben, die Bronze von Werner und Mieth, Berlin. Der Stolz der Berliner Bürger auf ihre neu gestaltete Stadt hätte keinen besseren Ausdruck finden können als in der Schaffung der Panoramen, die die Stadtentwicklung aus erhöhter Persepektive darstellten. Der Erfinder dieser Methode, die den umlaufenden Blick einfängt, war der Ire Robert Barker, und sein erstes Panorama war schon 1788 zu sehen. In Berlin erhält die Panoramenmalerei einen Aufschwung durch die großformatigen Gemälde von Eduard Gaertner (1801 - 1877), der sich dort 1828 nach seiner Rückkehr aus Paris als freiberuflicher Maler niederlässt und ganz Berlin mit seinen atemberaubenden Großformaten, der ungewöhnlichen Perspektive auf die neuen Bauten von Schinkel, fesselt. Sein Lebensweg trug vorher schon entscheidend zur Entstehung dieser Vase bei: Gaertner begann 1813 seine Ausbildung in der Malerwerkstatt der KPM. Zwar verließ der hochbegabte junge Mann die Manufaktur 1821, hinterließ aber seine Spuren. Die dortigen Maler sind von seinen Ideen beeindruckt und nehmen sie dankbar auf, wie diese bedeutende Kratervase belegt. Provenienz Preußische Adelsfamilie. Literatur Vgl. eine Münchner Vase mit ähnlichem Panorama in der Twinight Collection (Kat. Raffinesse und Eleganz, München 2007, Nr. 112), verst. Lempertz Auktion 1065 am 30. April 2016, Lot 196. Bei der außergewöhnlichen Vase könnte es sich um das Exemplar handeln, das Eduard Wilhelm Forst auf der Akademieausstellung 1830 präsentierte: eine "Vase ohne Henkel, rund herum bemalt mit der Gegend vom Königl. Schlosse zu Berlin bis zu den Linden als Panorama, nebst reicher Vergoldung" (ibd. S. 349).
Pictures credits: Contact organization
Ceramics, pottery and earthenware
About the sale
Live
Arts de la Prusse
10178 Berlin - Germany
04/21/2018
Offered by Kunsthaus Lempertz
+49-(0)221-925729-0