Lot no. 669
Andy Warhol (Pittsburgh 1928 – 1987 New York) „Marilyn Monroe“. 1967 Farbserigraphie auf leichtem Karton. 91,4 × 91,4 cm ( 36 × 36 in.). Rückseitig monogrammiert und datiert. Feldman/Schellmann/Defendi II.27.– Einer von 250 stempelnumerierten Abzügen aus einer Gesamtauflage von 276 Exemplaren. Factory Additions, New York. Leichte Randmängel. [3374] Marilyn Monroe war der Star schlechthin. Sie hatte Erfolg als Schauspielerin, sah hinreißend aus, sang auf der Geburtstagsparty des Präsidenten: Sie war die meistfotografierte Frau ihrer Zeit. Doch das von ihr gezeichnete Bild in einer auf den Starkult fokussierten Gesellschaft blieb einseitig: Sie war und blieb lange Zeit das Sexsymbol einer männlich dominierten Gesellschaft. Andy Warhol war Chronist und Moralist zugleich. Die bekanntesten Porträts Warhols – die von der Monroe, von Elizabeth Taylor und Jacqueline Kennedy – zeigen Frauen, deren Leben jenseits der glänzenden Oberfläche von Tragik gekennzeichnet war. Warhol, der schon früh Umgang mit Stars pflegte, thematisierte in seinen Arbeiten den Zwiespalt zwischen massenmedialem Interesse und den Dramen des Lebens, also zwischen Aufmerksamkeit und Rückzug. Neben dem Glamour befriedigte nichts die Bedürfnisse eines auf den Skandal und das Spektakel ausgerichteten Massenpublikums mehr als die Erniedrigung seiner Stars. Diese Dualität macht Warhols Bilder so stark und kraftvoll. Die erste Arbeit aus der Werkgruppe der „Marilyns“ entstand kurz nach dem tragischen Tod der Schauspielerin 1962. Ausgangspunkt war ein „publicity still“ aus dem Film „Niagara“. Dieser Film brachte Monroe den Durchbruch als Schauspielerin in einer Rolle als Femme fatale. Ihre erotische Ausstrahlung wurde hier zum ersten Mal bewusst eingesetzt. Inspiriert von de Koonings „Marilyn Monroe“ von 1954, nutzt Warhol ein Bild der Monroe in hinreißender Pose und makelloser Schönheit. Doch in der farblichen Überzeichnung in dieser Version aus Rosa, Hellbraun und Gelb wird aus dem schon massenhaft verbreiteten und bekannten Bild etwas Neues. Die rosafarbenen Schwünge über den Augen banalisieren das Abbild; die über den Mund geführte rosafarbene Kontur „beschädigt“ die Schönheit der Abgebildeten. Warhol macht Marilyn Monroe mit dieser Arbeit zur Ikone und fragt gleichzeitig nach Wert und Ausdrucksgehalt eines Bildes in unserer so bildorientierten Gesellschaft. OH Andy Warhol (Pittsburgh 1928 – 1987 New York) „Marilyn Monroe“. 1967 Colour silkscreen on light cardboard. 91,4 × 91,4 cm ( 36 × 36 in.). Monogrammed and dated on the reverse. Feldman/Schellmann/Defendi II.27.– One of 250 prints numbered by a stamp from a total edition of 276 copies. Factory Additions, New York. Minor margin imperfections. [3374]
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Prints and lithographs
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Catalog
Estampes et Multiples
10719 Berlin - Germany
12/02/2016
Offered by Grisebach
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