Lot no. 3089
Anton Graff (Winterthur 1736 – 1813 Dresden)
PORTRAIT DES SCHRIFTSTELLERS GUSTAV ADOLPH VON AMMAN (1743–1772). 1762
Öl auf Leinwand. 101,5 x 80 cm ( 40 x 31 ½ in.). Rückseitig unten rechts signiert und datiert: AGraff Pinx 1762.
WV Berckenhagen 1967, Nr. 1545.–
Doubliert mit Freistelle der Signatur. [3001]
Provenienz: Sammlung Kupferstecher Johann Friedrich Bause (1738–1814), Leipzig (Geschenk des Künstlers) / Familienbesitz Bause, Leipzig / 1900 Sammlung Oberbürgermeister Carl Bruno Tröndlin (1835–1908), Leipzig / Sammlung Großkaufmannsfamilie Koch, Leipzig / 1936 Sammlung Frieda Hinze, Berlin / Sammlung Elisabeth Rohde, Berlin
Quelle Sammlung Rohde-Hinze: Bilderbestandsliste (1950), Nr. 188, Vorbesitzer Familie Koch, 700 RM / maschinenschriftliches Dokument zur Provenienz, um 1950 / Schreiben Dr. von Knorre, Kunstsammlungen Augsburg, an Frieda Hinze, 7. Juni 1971
Ausstellung: Berliner Sammler-Tradition, Ausst.-Kat., hrsg. vom Bezirksamt Tiergarten, Berlin 1950 (Haus am Lützowplatz), Nr. 167
Literatur und Abbildung: Ekhart Berckenhagen: Anton Graff. Leben und Werk, Berlin 1967, Nr. 1545, S. 389, Abb. S. 389
Im Dreiviertelportrait blickt der Augsburger Stadtgerichtsbeisitzer und Schriftsteller Gustav Adolph von Amman aus dem Gemälde und seiner Zeit, deren Selbstbild niemand markanter festhielt und prägte als der Dresdner Maler Anton Graff. Unsere Arbeit stammt noch aus des Künstlers früher Schaffensphase in Augsburg. Erst 1766 wurde der 1736 in Winterthur geborene Portraitmaler als kurfürstlicher Hofmaler nach Dresden berufen, wo er fast 50 Jahre bis zu seinem Tod 1813 lebte. Nach einer ersten Ausbildung in seiner Schweizer Heimatstadt war Graff 1756 nach Augsburg gekommen und zog 1757 weiter nach Ansbach, 1759 wieder zurück nach Augsburg. Als selbständiger Portraitmaler schuf er dort Bildnisse wie das hier vorliegende, das sein Verhaften in der Bildnistradition seiner Vorgänger, die weitgehend französisch orientiert waren, ebenso bezeugt wie die ersten Ausformungen seines eigenen, seelenmalerischen Stils, des oft zitierten „Graff-Effekts“, demzufolge uns die abgebildeten Personen mit mehr als ihrem bloßen Phänotyp entgegenzutreten scheinen, nämlich mit ihrer ganzen Persönlichkeit. Graff portraitiert Amann in diesem Standes- wie Personenportrait als würdigen Stadtgerichtsbeisitzer wie Schriftsteller. Die keck in die geöffnete Knopfleiste gesteckte Hand ist kein versteckter Griff zum standesgemäßen Degen, sondern ein geradezu freigeistiges Aufbrechen des starren und beinahe seriellen Portraitstils der sonst in jenem Jahrzehnt abgelieferten Bildnisse. Amann veröffentlichte in stilistischer Nachahmung von Christian Fürchtegott Gellert Gedichte und Kommentare zum literarischen Geschehen, die in kleinen Drucken oder als Beiträge in literarischen Zeitschriften erschienen. Insbesondere widmete er sich dem moralischen Lehrgedicht, das als literarisch-modische Ergänzung zur Flut theologischer Katechesen gesehen werden darf. Die Provenienz des Bildes ist durchgängig gesichert und beachtlich. Sie spricht von der Wertschätzung Graffs in Kollegen- und Kenner-kreisen, auch in den Jahrzehnten, in denen seine künstlerische Meisterschaft nicht mehr und noch nicht wieder geschätzt wurde. Als Geschenk Graffs an seinen Freund den Kupferstecher Johann Friedrich Bause, der selbst vom Meister portraitiert worden war, war sein Besitzer ein ebenso interessanter Sammler wie später der berühmte Oberbürgermeister Leipzigs, Carl Bruno Tröndlin. (RE)
In einer Gipskopie eines Dresdner Galerierahmens von 1765, mit dem Monogramm König August III. von Polen (119,5 x 97,3 cm).
Anton Graff (Winterthur 1736 – 1813 Dresden)
PORTRAIT OF THE WRITER GUSTAV ADOLPH VON AMMAN (1743–1772). 1762
Oil on canvas. 101,5 x 80 cm ( 40 x 31 ½ in.). Signed and dated on the reverse lower right: AGraff Pinx 1762.
Catalogue raisonné Berckenhagen 1967, no. 1545.–
Relined with the exception of the signature. [3001]
Provenienz: Collection of the copperplate engraver Johann Friedrich Bause (1738–1814), Leipzig (gift of the artist) / Bause family collection, Leipzig / 1900 collection Lord Mayor Carl Bruno Tröndlin (1835–1908), Leipzig / collection of the merchant family Koch, Leipzig / 1936 collection Frieda Hinze, Berlin / collection Elisabeth Rohde, Berlin.
Source, collection Rohde-Hinze: inventory list of pictures (1950), no. 188, previous owner Koch family, 700 RM / typed document regarding provenance, circa 1950 / letter from Dr. von Knorre, Kunstsammlungen Augsburg, to Frieda Hinze, 7 June 1971
Ausstellung: Berliner Sammler-Tradition, exh. cat., published by the Bezirksamt Tiergarten, Berlin 1950 (Haus am Lützowplatz), no. 167.
Literatur und Abbildung: Ekhart Berckenhagen: Anton Graff. Leben und Werk, Berlin 1967, no. 1545, p. 389, ill. p. 389
In a plaster copy of a Dresden gallery frame of 1765, with the monogram of King August III of Poland (119,5 x 97,3 cm).
Pictures credits: Contact organization
Drawings, watercolours and pastels
About the sale
Find similar lots for sale on Interencheres
See more lots for sale on Interencheres
Value:€300
Live
06/19/2026
Offered by OGER-BLANCHET
Value:€15,000 - €20,000
Live
06/17/2026
Offered by AGUTTES
Value:€80,000 - €120,000
Live
06/17/2026
Offered by AGUTTES
Value:€1,200 - €1,500
Live
06/25/2026
Offered by Arenberg Auctions
Value:€12,000 - €15,000
Live
06/26/2026
Offered by Arenberg Auctions
Value:€450 - €600
Live
06/28/2026
Offered by Militaria auctions